Am Herd mit Rolf Langenfass: Apfelcrumble

Mit seinen gefeierten Bühnenbildern schafft er das Ambiente für gelungene Theater- und Opernproduktionen. Mit uns kocht er in luftiger Höhe englischen Kuchen.

Mit einem erfrischenden Drink aus Holunder, Zitronenmelisse, Birnensaft und Prosecco empfängt uns Rolf Langenfass über den Dächern von Wien. Gasometer A, Simmering. Dort wohnt er mit seinem Lebenspartner. Die Südosttangente mutet von hier an wie eine Kleinbahnanlage, nur, dass der Verkehr sich halt nicht stoppen lässt. Der Tisch ist liebevoll gedeckt, zarte Röslein in der Vase. Sisi-Bilder zieren die Wände. In der Küche mit Fernblick finden sich zwei Kochstellen: eine normale, elektrische, eine mit Induktionsplatten. "So können wir beide zugleich kochen, mein Mann und ich." Ob das denn gut gehe, interessiert mich. "Ja! Vielleicht funktioniert das nur bei Männern, ich weiß es nicht." Sieben Jahre lebte der Künstler in England, und er ist überzeugt, dass die englische Küche weit besser ist als ihr Ruf. Äpfel schälen, Brösel kneten, Mandeln rösten. Fertig ist der typisch britische Kuchen. Ab ins Rohr. Langenfass kocht immer ein bisschen zu viel, ja nie zu wenig. Belustigt meint er: "Es gibt so Leut’, da bist zu sechst auf ein Hendl eingeladen." Aufgewachsen in München, erinnert er sich an die harten Nachkriegsjahre mit dem Essen aus den Containern der Volksküche. Trotzdem spricht er von einer glücklichen Kindheit. "Die Eltern waren Artisten darin, uns von der Not nichts merken zu lassen." Eine Krebserkrankung machte dem Bühnenbildner in den vergangenen Monaten zu schaffen, seinen Engagements in der Josefstadt, am Theater an der Wien und an der Grazer Oper sieht er mit Freude entgegen. Die Crumble ist inzwischen oben knusprig, innen weich. Dazu: flüssiges Obers und Beeren. Langenfass: "Ich finde ja, Süßspeisen müssen süß sein." Ein feines Herbstdessert. Ein feiner Mensch. Apfelcrumble

Zutaten pro Person:

1 mittelgroßer, saurer Apfel (oder andere Früchte der Saison),
brauner Rohrzucker
zu gleichen Teilen (für 5-6 Personen je 250 g), geriebene Mandeln, griffiges Mehl,
Zucker und Butter
Mandelblättchen und Mandelstifte
Butter, Zucker Zubereitung:

Äpfel schälen und würfeln, in einer ausgebutterten Form verteilen. Nach Geschmack mit Rohrzucker bestreuen. Geriebene Mandeln, Mehl und Zucker vermischen, kalte Butter einkneten. Streuselmasse zu kleinen Kugeln formen, die Äpfel damit komplett bedecken. Mit in Butter und Zucker gerösteten Mandeln bestreuen. Mit Alufolie abdecken, im vorgeheizten Rohr bei 160°C 1 Stunde backen. Dann noch 10 Minuten bei stärkerer Hitze ohne Folie knusprig backen. 5 Fragen

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
G’stöckelte Milch mit Zimt und Zucker.

Was würden Sie nie essen? 
Hunde. Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten? 
Die italienische.

Ihr Lieblingslokal? 
Da, wo ich mich zu Hause fühle: "I Leoni" im Gasometer A.

Wo kaufen Sie am liebsten ein? 
Auf französischen Märkten.
(KURIER / Heidi Strobl) Erstellt am
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