© Andreas Jaros

freizeit Reise
09/06/2021

Liebesg’schichten am Fuschlsee: Wenn die Gisi mit dem Gerhard ...

Sie war Rezeptionistin im Schlosshotel und er Fischereimeister vom Fuschlsee: „Ich hab’ ihn ausseg’fischt.“

Schön, dass es sie noch gibt, die Liebesg’schichten und Heiratssachen, die sich auch ohne Seelen-Striptease vor den gnadenlosen TV-Kameras märchenhaft und harmonisch zusammenfügen. Eine magische Kulisse schadet dabei nie: Im speziellen Fall das Schloss Fuschl, dessen Geschichte bis ins Jahr 1450 zurückreicht, und heute als Fünfstern-Resort der Luxury Collection im Falstaff-Hotelguide 2021 gleich 95 von 100 Punkte absahnte. Und auch der gegenseitige Magnetismus der handelnden Personen schließt jegliche Kuppelei aus: Hier die Gisela, eine gestandene Salzkammergute, und da der Gerhard, eine steirische Eiche mit Wurzeln in Murau.

Als sich ihre Blicke erstmals trafen, war sie Rezeptionistin im Schlosshotel und er Fischereimeister vom Fuschlsee. „Ich hab’ ihn ausseg’fischt“, sagt die reizende Gisi und muss auch heute noch aus vollem Hals lachen, „es hat gleich passt, i hab mir dacht, so an Guat’n find i sonst nirgends“. Ergänzend zum „Liebe auf den ersten Blick“-Funkenflug muss man wissen, dass die zu- und anpackende Hiesige keine naive Unschuld vom Lande war und ihr Horizont nicht unmittelbar hinter dem Bauernhof der Eltern endete. „Ich wollte in die weite Welt hinaus“. Sie fuhr „als Dirndl ganz allein“ zur See, machte in Nord- und Südamerika Station und bewährte sich nicht nur auf Kreuzfahrtschiffen, sondern auch in stationären Hotels, wo sie an der Rezeption, im Service oder Eventbereich ihre Frau stand. Die schillerndste Adresse der Fuschlerin in Übersee: das legendäre Beverly Hills Hotel, Hochburg des Hollywood-Filmadels. „Ich habe heute noch die Connections, ich liebe die Amerikaner!“

Mit der Motorzille heim

Die Hauptrollen in ihrem Leben spielen freilich ihr Ehemann und die längst erwachsenen Kinder – die Tochter ist 30, der Sohn 25. „Der Gerhard und ich – wir verstehen uns noch immer so gut“. Abends tuckern sie oft mit der Motorzille vom Schlosshotel heim zu ihrem 4.000-Quadratmeter-Grundstück am See, wo es durchaus auch tierisch zugehen kann – bei einem Labrador, Schweinen und Hühnern kein Wunder. Frühmorgens dann zieht ihr Mann, der es als Salzburger Landesfischermeister zu einem regionalen Promi brachte, die Netze ein, um seinen Fang – Reinanke, Forelle, Hecht, Saibling – im Schlosshotel abzuliefern. Wobei der Endfünfziger nicht nur das Drei-Hauben-Restaurant im Schloss oder die rustikalere „Schloss-Fischerei“ beglückt, sondern auch weitere Lokale und Feinkostgeschäfte.

Die Gisi schupft mittlerweile seit fünf Jahren im Hotel die Boutique „Schloss Ladl“ und das angeschlossene Sissi-Museum mit Memorabilia vom Filmdreh im Schloss Fuschl. Wer sie da so bei der Arbeit erlebt, zwischen kaiserlichen Relikten, vergilbten Filmplakaten und aktueller Luxusmode, hat das Gefühl, dass sie das Glück gepachtet hat – ganz im Gegensatz zu Romy Schneider abseits der Scheinwerfer. Andreas Jaros

Location: Schloss Fuschl, 5322 Hof bei Salzburg, Tel. 06229/22530, schlossfuschlsalzburg.com
Herbst-Packages: zwei Nächte  plus Late-Checkout; „Wellness Time“ (mit Partnermassage, Private Spa), „Luxury Time“ (Upgrade in Suite, Weinverkostung, Champagner & Canapes im Strandkorb mit Seeblick)
Fuschlsee-Rundweg: mit stillen Wälder und lauschigen Buchten (ca. 3,5 h), fuschlsee.salzkammergut.at

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