Fast ein bisschen Konkurrenz für Wien: Diese Komposition aus Lichtern, Donau, Budaer Burg & Burgviertel sowie Kettenbrücke (vorne) und Parlament.

© Jean-Baptiste Rabouan/LightMediation

freizeit
03/28/2014

Prunk & Partys

Ein Kurztrip nach Budapest ist jetzt am schönsten. Wenn der Frühling der Stadt neues Leben einhaucht und für ausgelassene Fröhlichkeit sorgt. Wer spontan ist, fährt gleich los – zur schönen Nachbarin.

Budapest wird zu Recht auch das Paris des Ostens genannt. Mit seinen opulenten Boulevards, den Jugendstilbauten und den charmanten Kaffeehäusern sind derlei Vergleiche nachvollziehbar, aber Budapest hat auch einen ganz eigenen Charme. Mit Clubs in leer stehenden Häusern, einer beachtlichen Kreativszene und den beliebten Badepartys zieht die Stadt immer mehr junge Menschen an. Keine drei Stunden von Wien befindet sich die 1,7 Millionen Einwohner umfassende Hauptstadt, die erst 1873 durch die Zusammenlegung der Städte Buda, Óbuda und Pest entstanden ist. Aber genau das macht Budapest auch aus. Auf der einen Seite das ruhige grüne Buda, auf der anderen das belebte Pest mit seinen opulenten Prachtstraßen.Die Kettenbrücke war die erste Verbindung zwischen Buda und Pest und ist aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken. Um die Älteste und Schönste der neun Donaubrücken ranken sich auch zahlreiche Mythen, etwa dass der Bauherr Graf István Széchenyi seine Freundin öfter in Pest besuchen wollte und deshalb mit der Planung der Brücke begonnen hatte. Der Bildhauer der eindrucksvollen Löwenstatuen soll hingegen Selbstmord begangen haben, weil er die Zungen der königlichen Tiere vergessen hatte.

Im New York Café in Budapest wird Kaffeetrinken fast zum magischen Erlebnis. Bei so viel Schönheit vergisst man sogar den Zucker in den Kaffee zu geben.

Einen Budapest-Trip startet man am besten mit einem Spaziergang von der St. Stephans-Basilika über die Andrássy út, der Prachtstraße Budapests, die nach dem Vorbild der Pariser Champs Elysées erbaut worden ist. Vorbei an der Staatsoper, dem Moulin Rouge, dem Ferenc-Liszt-Platz mit der Alten Musikakademie sowie dem Oktogon Platz gelangt man zum historischen Heldenplatz. Eine Pause in stilvollem Ambiente lässt sich da im Café des "Modehauses" Divatcsarnok verbringen.

Gemütlicher geht es im jüdischen Viertel zu. In der Dohány utca befindet sich die größte Synagoge Europas – die größte der Welt steht in New York. Restaurants, lokale Designer und Second-Hand-Geschäfte locken in den nach Kaiserin Sisi benannten Bezirk Erzsébetváros. Unweit von der Synagoge befindet sich auch der Concept Store Printa, eine gelungene Mischung aus Designshop, Kunstgalerie, Café und Siebdruckwerkstatt. Überhaupt lässt es sich dort vor allem in der warmen Jahreszeit in den Innenhöfen der sogenannten "Ruin Pubs", Clubs in leer stehenden Häusern haben in Budapest Tradition, ganz besonders gemütliche Abende verbringen.Wer einen City-Trip nach Budapest plant, sollte sich auch eine Auszeit in einem der zahlreichen Thermalbäder gönnen. Die Bäderkultur ist in der ungarischen Gesellschaft fest verankert.

Besonders schön lässt es sich im Gellért baden, wo man prunkvoll in alte Zeiten eintauchen kann. Im Rudasbad, ein fast 500 Jahre altes türkisches Bad, baden Männer und Frauen unter der Woche getrennt. Am Wochenende gemeinsam, Freitag und Samstag auch nachts.

Im Lukacsbad werden an den Wochenenden regelmäßige Badepartys veranstaltet, die mit Musik und Lasershow vor allem das junge Publikum anziehen.Budapest hat weit mehr zu bieten als den Glanz längst vergangener Zeiten. Im Flatlab kann man sich beispielsweise einen Eindruck über die aktuelle ungarische Designszene verschaffen. Direkt am Kálvin-Platz befindet sich der Design-Hotspot, eine Mischung aus Atelier, Showroom und Shop in einer wunderschönen Altbauwohnung. So bietet "Meikawa" dort beispielsweise minimalistisches skandinavisch-anmutendes Design mit besonderem Augenmerk auf Qualität oder "Urbanlegend" die erste Radsport-Kollektion speziell für Frauen.

Der Memento-Park gehört bestimmt zu den etwas schrägeren Sehenswürdigkeiten in Budapest, sollte man aber einmal gesehen haben. In dem Open-Air-Museum sind ehemalige Propagandastatuen aus dem Sozialismus zu sehen, die bekanntesten Reden von Lenin, Stalin, Mao und Che Guevara können unter der "Communist Hotline" nachgehört werden.

Durch regionale Spezialitäten kann man sich in der Budapester Markthalle durchkosten. Sie gehört zu den größten und traditionsreichsten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt. Architektur und Ambiente machen daraus ein besonderes Erlebnis. Ein absolutes Muss ist auch ein Besuch des New York Café. Im Zuge der Renovierung dieses Traditionscafés wurde das Gebäude in ein Luxushotel umgebaut, im Erdgeschoss und im Souterrain befindet sich aber nach wie vor das legendäre Café.

Es vergeht übrigens kein Abend in Budapest, an dem man nicht einen neuen Club oder ein neues, charmantes Lokal entdecken könnte. Wer Zeit hat, sollte sich den Luxus gönnen und sich durch die Stadt treiben lassen. Der Frühling ist dafür auch in dieser Stadtdie perfekte Jahreszeit.

Die jüdisch-orthodoxe Synagoge gilt als eine der schönsten der Stadt

Sehen, feiern, baden

ANREISE

Keine drei Stunden ist Budapest mit dem Auto oder mit dem Zug von Wien entfernt. Direktverbindungen mit dem Zug gibt es zehn Mal pro Tag. Wer früh bucht, kann auch ein Ticket über die ÖBB-Sparschiene ergattern (ab 39 €).

Im Sommer gibt es täglich eine Verbindung der DDSG mit dem Tragflügelboot. Hin geht es in 5:30 Stunden, zurück dauert es eine Stunde länger (ab 99 €).

www.oebb.at

www.ddsg-blue-danube.at

Hotels

New York Palace: Boscolo, 2001 eröffnetes Luxushotel, DZ ab 119 € www.budapest.boscolohotels.com

Gerlóczy Cafe & Rooms De Lux: Auch hier wird mit dem französischen Flair gespielt. Klein, stilvoll zentral. DZ 85 €. www.gerloczy.hu

Art’otel Budapest: Das erste Designhotel der Stadt inkl. Fitnesscenter, Sauna und Schönheitssalon, ab 75 €. www.artotel.de

Red Bus Hostel: Nahe der Synagoge. Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. DZ ca. 30 €. www.redbusbudapest.hu

Foto: Museum der Schönen Künste" beherbergt echte Schätze – es besitzt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen weltweit

Cafés & Restaurants

Foto: In Budapest findet jeder sein Lieblingslokal: Restaurant Egyketto

New York Café: Schön, alt, berühmt. www.newyorkcafe.hu

Café im Divatcsarnok: Café im "Pariser Kaufhaus" mit Fresken von Károly Lotz. Liegt zwischen Oper und Oktogon.

Menza: am Liszt Ferenc Tér, im 60er-Jahre-Chic. www.menzaetterem.hu

Klassz: Guter Wein, traditionelle Gerichte. Andrássy út 41, www.klasszetterem.hu

Partykracher Spiler

Pubs & Clubs

Ruin Pubs: Clubs in leerstehenden, alten Häusern.
Ein Muss für hippes Partyvolk. www.ruinpubs.com

Corvin Teto: Club auf dem Dach eines ehemaligen Einkaufszentrums mit Dachterrasse: Wer auf House steht, ist hier richtig. www.corvinteto.hu

Doboz: Riesiges leer stehendes Haus mit Innenhof. www.doboz.pm

Trafo: Hier gibt es Theater, Konzerte, Tanz. www.trafo.hu

Bistro Klassz: In der Luxusmeile Avenue Andrassy", zwischen Stadtzentrum und Heldenplatz www.klasszbistro.hu

Museen

Kunsthalle: Zeitgenössische Kunst aus Ungarn undinternational. www.mucsarnok.hu

Memento Park: Denkmäler des Realsozialimsus. Ein Direktbus fährt tgl. zwischen Innenstadt und Park. Abfahrt: 11 Uhr, Deák Ferenc tér. www.mementopark.hu

Museum der Bildenden Künste: Größtes Kunstmuseum Ungarns, gehört zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. www.szepmuveszeti.hu

Jugendstil Museum: Das Jugendstil Museum ist ein Prachtbau von außen und ein Juwel von innen.

Das Ungarische Museum für Kunstgewerbe ist eines der größten nach London - und der Angewandten in Wien

Geschäfte

Flatlab: Lokale Designer Direkt am Kálvin-Platz.
Baross utca 3 Mo-Fr 13 bis 20 Uhr. www.flatlab.hu

Printa: Shop, Kunstgalerie, Siebdruckerei und Café –
alles unter einem Dach. Rumbach Sebestyén utca 10,
Mo bis Fr 11 bis 19 Uhr, Sa 12 bis 20 Uhr. www.printa.hu

Große Markthalle: Beliebt, bekannt und voller Köstlichkeiten.
Direkt bei der FreiheitsbrückeBars/ClubsRuin

Das Bistro Klassz, in der Luxusmeile Avenue Adrassy, zwischen Stadtzentrum und Heldenplatz.

Bäder

Gellért-Bad: Architektur-Juwel, direkt bei der Freiheitsbrücke auf der Budaer Seite. Am Wochenende ab 16 €. Mit Öffis ist das Bad mit den Straßenbahnlinien 18, 19, 47, 49 und den Bussen 7, 7E und 86 erreichbar. www.gellertbath.com

Rudasbad: 500 Jahre altes türkisches Bad, direkt bei der Elisabethbrücke auf der Budaer Seite. Am Wochenende ab 10 €. Öffentliche Verkehrsmittel: Bus Nr. 5, 7, 8 und 86, Straßenbahn Nr.18 und 19. Das Rudas-Heilbad befindet sich am Fuß der Elisabeth-Brücke, auf der Budaer Seite. www.rudasfurdo.hu

Badepartys im Lukacs Bad: Tickets (ab 22€) unbedingt vorab organisieren. www.lukacsbaths.com

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