Eine Sportlerin als Nachkatze! Der russische Tennisstar experimentiert privat mit Zuckerln und Fruchtgummi. Und heraus kam eine neue Lebensmittelmarke - "Sugarpova"

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freizeit
11/11/2019

Prost, Promis! Immer mehr Stars werden zu Kulinarik-Experten

George Clooney macht seinen eigenen Tequila, Tennis-Ass Maria Sharapova ihre Zuckerln und Pop-Queen Madonna investiert in Kokosnusssaft.

von Bernhard Praschl

Celebrities wie Paul Newman („Der Clou“) und sein legendäres Salat-Dressing haben es vorgezeigt: Auch die beste Sauce verkauft sich noch besser, wenn sie einen prominenten Namen trägt. Der Hollywood-Star starb vor elf Jahren, seine Marke „Newman’s Own“ aber floriert nach wie vor. Das Geheimnis: Sein Co-Geschäftsführer Robert Forrester hat früh genug erkannt, dass eine gut eingeführte Marke nicht so schnell zu ersetzen ist.

Kaffee-Experte George Clooney mag vielleicht spezielle Beweggründe gehabt haben, als er sich neben der Lebensmittelwerbung ein weiteres Betätigungsfeld suchte. So in etwa: Wär’ doch gelacht, wenn ich nicht selber etwas auf die Beine stellen könnte. Bingo!

Keine Schnapsidee

Anfangs war der Tequila der Marke „Casamigos“ bloß das Nebenprodukt einer gemeinsamen Leidenschaft. Clooney und sein Freund Rande Gerber kippten nämlich bei einem ihrer Urlaube im mexikanischen Cabo San Lucas so viele Becher vom lokalen Agavenbrand, dass sie sich dachten: Wir können das besser!

Der Schmäh der neuen Spirituose ist, dass der Tequila von George Clooney & Co keinen Kater nach sich zieht, da er besonders verträglich sein soll. Das hat sich herumgesprochen. Und den Millionären und Nebenerwerbs-Lebensmittelproduzenten noch mehr Geld eingebracht. Mitte 2017 streckte der britische Spirituosengigant Diageo dann seine Fühler nach „Casamigos“ aus, da dieser Tequila sich in der Branche bereits einen besonderen Ruf erarbeitet hatte.

 

Viva Mexiko!

Die Promi-Variante des klassisch mexikanischen Drinks galt in der Sparte auf einmal als „am schnellsten wachsende Super-Premium-Tequilamarke in den USA.“ Cheers!

Die Briten erwarben den Newcomer vor zwei Jahren um 700 Millionen US-Dollar. Weiteres Geld soll locker gemacht werden, wenn sich die Marke weiterhin so gut entwickelt. Man kann sogar von hier aus einen Beitrag dazu leisten: Kenner wissen längst, dass es die Flaschen mit der Signatur von George Clooney auch hier im einschlägigen Handel zu kaufen gibt.

Business ist Pop

Einen Handel, der immer neue Blüten hervorbringt. Etwa Sängerinnen, die das Business mit Lebensmitteln als äußerst lukrativ erkannt haben – siehe Madonna und Rihanna.

Schon vor acht Jahren investierte das ewige Material Girl in eine damals noch belächelte Tetrapack-Flüssigkeit mit dem exotischen Namen Vita Coco. Der Kokoswassermarkt galt damals noch als relativ jung, mittlerweile ist er gesättigt. Denn mit den Promi-Investoren Madonna, Rihanna, Demi Moore sowie Matthew McConaughey wurde Vita Coco zum Vorreiter vieler weiterer neuartiger Getränke auf der Basis von Kokosnüssen. Mit anderen Worten: Eine neue Goldgrube wurde eröffnet.

Goldene Zeiten

Gold ist auch die Lieblingsfarbe jenes Rappers, der vor 15 Jahren mit dem „The Black Album“ richtig durchstartete: Jay Z. Seit fünf Jahren gehört dem Musiker die Luxus-Champagner-Marke Armand de Brignac, in der Szene auch als „Ace of Spades“ ein Begriff.

Einzelne Flaschen der edelsten Sorte kommen auf mehrere hundert Euro. Bei uns findet man derlei Preziosen bei Wein & Co. Der gut informierte Captain Cork hingegen berichtet, dass dieser „sauteure“ Schampus – Ironie der Geschichte – nach Deutschland von Benjamin Biermann importiert wird. Er ist der Sohn des 1976 aus der DDR ausgebürgerten Polit-Liedermachers Wolf Biermann. C'est la vie.

Den niederländischen Schriftsteller  plagt nicht erst seit seiner Satire „Hoffmans Hunger“ der Jammer mit dem eigenen Gewicht. Ist ja auch wahr: Lange Schreib-Sitzungen und zwischenzeitlicher   Appetit vertragen sich – Stichwort: Fast Food – schlecht. Damit de Winter  künftig nicht auf seine geliebten Pommes frites  verzichten muss, hat er nun mit seinem Cousin Leon Eijsman Low-Carb-Fritten auf den Markt gebracht, die  das Zeug zum Schlankmacher haben.

Die Kartoffelstäbchen der Marke „Leon & Leon“ versprechen – so die Verpackung – „mindestens 30 Prozent weniger Kalorien und Kohlehydrate“. Vertrieben werden die neuen Pommes vom extra gegründeten Familienunternehmen „The Rocket Science Kitchen“.

Apropos, Low-Carb-Fritten, die man ja erst gar nicht braucht, wenn man sein ganz persönliches Wohlfühlrezept hat. Deshalb empfiehlt der Freizeit-Redakteur, Bernhard Praschl, etwas über Hygge zu lesen, ein neues dänische Glücksrezept.