Kurz und gut: Warum Jacken jetzt beim Nabel enden

Neue Länge: Die haben wir Jonathan Anderson und Dior zu verdanken.
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Cropped Jackets – also kurz geschnittene Jacken – gehören zu den prägnantesten Silhouetten der Saison. Die verkürzte Linie verschiebt Proportionen, betont die Taille und verleiht klassischen Looks eine moderne, von der Haute Couture inspirierte Spannung. Besonders sichtbar wurde dieser Trend auf sämtlichen Designerlaufstegen, wo Tailoring neu gedacht und radikal verändert wurde. Ein zentraler Impuls kommt von Jonathan Anderson, der als neuer Kreativdirektor für Dior die ikonische „Bar Jacket“ des Hauses in einer verkürzten „Cropped“-Version interpretiert hat. Historische Form und Silhouette bleiben unverkennbar, werden jedoch wesentlich reduziert und vor allem verjüngt: klare Schultern, präzise Taillierung, eine wie gepolstert aussehende Hüftpartie und ein verkürzter Saum. Damit schafft Anderson genial eine Balance zwischen der Tradition des Modehauses und moderner Formensprache.

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Look 42 von Jonathan Anderson für Dior zeigt die ikonische „Bar“-Jacke in tweediger Version, kombiniert mit einem Mini-Faltenrock aus dem gleichen Stoff. Die Silhouette gewinnt durch die neuen kurzen Proportionen an Leichtigkeit und wirkt zugleich modern und couturig. 

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Dunkelbraune Cropped-Jacke mit Satinrevers und Kettenverschluss über weißem Hemd, goldschimmernder Krawatte, schwarzer Ballonhose. Look: Louis Vuitton.

Christopher Esber: Runway - Paris Fashion Week - Womenswear Spring/Summer 2026

Knallrotes Outfit von Christopher Esber. Kurze Jacke und passende Shorts im selben Ton, eng geschnitten, klar in der Form. Reduziert, aber sehr präsent.

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Weitgeschnittene Jeans, hellblaues Hemd, darüber ein kurzes braunes Lederjackerl. Lässig, ungezwungen und weit weg von Couture. Alltagslook von Mango. 

Défilé Chanel Collection Femme Prêt-à-Porter Printemps/Eté 2026 lors de la Fashion Week de Paris (PFW)

Kastige Karo-Jacke mit weißer Ansteckblume über roter Bluse, dazu beigefarbener, knielanger Rock mit hohem Schlitz. Typisch Matthieu Blazy für Chanel. 

The 68th Annual Grammy Awards

Harry Styles zeigte sich bei den Grammys in der „Bar“-Jacke von Dior, bekannt vom Damenlaufsteg (dort mit Mini-Faltenrock). Er trägt sie offen ohne Shirt, dazu Jeans und mintfarbene „Coeur-Mules“ mit Schleife – bewusst lässig und zugleich ein bisschen provokant.

Guter Schnitt

Im Styling zeigt sich das Cropped Jacket vielseitig: Es funktioniert sowohl zu Hosen mit hoch geschnittener Taille, Cityshorts, zu kurzen oder mittellangen Röcken, sehr schick auch zu Denim, und schafft stets einen Bruch im Verhältnis von Ober- zu Unterkörper. Streetstyle-Looks haben die neue Silhouette auch schon aufgegriffen und kombinieren Cropped Jackets mit sportiven Elementen oder minimalistischen Basics. So wird das „Jackerl“ zum Schlüsselstück zwischen Eleganz und Alltagstauglichkeit, das den Blick auf Proportionen neu definiert.

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