Arnold Schwarzenegger und Freundin Heather Milligan, Andreas Gabalier und Schauspiel-Legende Mario Adorf auf der Weißwurstparty.

© Felix Hörhager / dpa / picturedesk.com

freizeit Essen & Trinken
01/19/2020

Hummer, Hauben, Hahnenkamm: Leckerbissen für Skifans und Promis

Was die Kitzbüheler Köche rund um die Hahnenkamm-Rennen auftischen und wann die Küchen trotz Hochbetrieb still stehen: ein Blick hinter die Kulissen von der Weißwurstparty bis zum Gourmettempel.

Arnold Schwarzenegger liebt sie, Andreas Gabalier soll beim letzten Mal acht Stück verdrückt haben und selbst Model Franziska Knuppe kann nicht widerstehen. Nur dem Koch selbst hängen sie zum Hals heraus. „So gut die auch schmecken, aber wenn du an einem Abend 7000 Weißwürste servierst, dann hast du ganz klar Lust auf etwas anderes“, verrät Thomas Ritzer, Küchenchef im Stanglwirt.In diesem Jahr wird Ritzer zum 16. Mal in Folge für die legendäre Weißwurstparty kulinarisch verantwortlich sein und somit für das wichtigste Event rund um das Hahnenkamm-Wochenende. 2.800 Tickets (zwischen 155 und 525 Euro pro Person) sind seit Monaten restlos ausverkauft, auf der Warteliste stehen weitere 2000 Namen. Die 1800 Gäste, die an so einem Tag im Regelbetrieb des 5-Sterne-Hotels ebenso auf höchstem Niveau verköstigt werden, sind da noch gar nicht mitgerechnet.

Kitz & Kulinarik

Es herrscht Ausnahmezustand. Aber nicht nur im Stanglwirt, sondern in ganz Kitzbühel. Rund um die drei Tage mit Riesentorlauf, Abfahrt und Slalom platzt die Gamsstadt kulinarisch aus allen Nähten: Bei der „Kitz Race Party“ tischen die Edelcaterer von Do & Co unter anderem 700 Hummer auf, 800 Kilo Fisch und Meeresfrüchte sowie mehr als eine Tonne Fleisch. Oben auf ihrer Sonnbergstub’n lädt Kultwirtin Rosi Schipflinger zur Schnitzelparty und in der Tenne knallen die Champagnerkorken bei der „Kitz Legends Night“.Eine Premiere ist es für Martina Feyrsinger und Jürgen Kleinhappl, einst jüngster Sternekoch Österreichs. Sie haben erst vor wenigen Monaten das Restaurant Neuwirt im Hotel Schwarzer Adler eröffnet. Ausgebucht sind natürlich auch sie.

„Es ist die fünfte Jahreszeit in Kitzbühel“, lacht Signe Reisch. Sie ist Gastgeberin im berühmten Rasmushof, direkt am Fuße der Streif. Die Kapazität ihres Restaurants wird in dieser Zeit vervierfacht – statt 200 Essen am Tag sind es dann 800. Und am Sonntag hat Reisch auch die Slalomstars zu Gast, die sich hier zwischen den Durchgängen mit allen möglichen Pasta Variationen stärken und von der Wirtin liebevoll betreut werden. „Inzwischen kenne ich alle Rituale der Slalomfahrer. Der eine macht gern ein Nickerchen hinter der Garderobe, für den richte ich schon eine Decke her, für den anderen steht mitten im Restaurant der Ergometer.“Namen werden in Kitzbühel keine genannt. Nicht von den Sportlern und noch weniger von den Promis. „Von den Stars, die zu uns kommen, ist kein einziger gebucht. Das sind alles Stammgäste und somit verraten wir im Vorfeld natürlich auch nie, wer zur Weißwurstparty kommen wird“, sagt Stanglwirt-Juniorchefin Maria Hauser, die seit neun Jahren das Megaevent organisiert.

 

Weißwurstparty!

Die Promis jedenfalls geben sich pflegeleicht. Was bei der Qualität der Stanglwirt-Küche nicht schwer fallen sollte. Zudem bekommt Küchenchef Ritzer für die Weißwurstparty Unterstützung vom Münchner Sternekoch Alfons Schuhbeck – wer nicht gern an der Weißwurst zuzelt, findet erstklassige Alternativen: 3000 Currywürste sowie 100 mit Chili und 100 mit Trüffel. Für die knapp 400 Gäste im exklusiven Diamant-Bereich serviert Hausherr Balthasar Hauser zudem 18 kleine Flights – vom Hummer über Trüffel und Langusten bis hin zu Kaviar und Lamm.

Die Küchenbrigade im Stanglwirt selbst wird für dieses Wochenende von 60 auf 90 Mitarbeiter aufgestockt, der Service auf 120 Kräfte verdoppelt. Denn trotz aller Routine sind die Nerven angespannt. Fast hätte eine Weißwurstparty einmal ohne den obligatorischen süßen Senf über die Bühne gehen müssen. Für Fans der Brühwurst eine Horrorvorstellung. „Dass uns der Senf fehlt, haben wir erst am selben Tag bemerkt“, erzählt Hauser. Die Händlmaier-Chefin persönlich musste schließlich aushelfen. „Sie hat sich ins Auto gesetzt und ist mit 200 Liter Senf im Kofferraum gerade noch rechtzeitig bei uns eingetroffen.“

Bei all dem Hochbetrieb in Kitz – selbst im besten Restaurant des Landes steht die Küche für einige Momente still, wenn die Abfahrts-Asse Samstag Mittag durch die Mausefalle jagen. „Da kann kommen, was will. Das sehen wir uns im Fernsehen an“, sagt 5-Hauben-Koch Simon Taxacher, der in seinem Gourmetrestaurant ein sieben- sowie neungängiges Menü serviert – mit handwerklich wie auch geschmacklich außergewöhnlichen Kombinationen von der Jakobsmuschel mit Topinambur und Sanddorn bis zum Wagyu mit Sesam und Roter Rübe. Live vor Ort konnte der Spitzenkoch bei der Abfahrt seit mehr als 20 Jahren nicht mehr mitfiebern. „Der Slalom am Sonntag ist aber ein Fixtermin“, so Taxacher bestimmt.

Ihren kulinarischen Geheimtipp rund um das Rennwochenende verraten dafür die beiden Gault&Millau-Macher Martina und Karl Hohenlohe: „Wenn wir dem Trubel kurz entkommen wollen, dann zieht es uns in die Alte Wacht – ein Gasthaus im besten Sinn, samt urgemütlicher Stube, herzlichen Wirtsleuten und unaufgeregter Tiroler Küche.“ Gröstl statt Kaviar und Forelle statt Hummer. Mahlzeit!

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