© Reinhard Maximilian Werner

Newcomer 2019
01/06/2019

Die Durchstarterinnen des Jahres

Von Schauspiel bis Sport, von Fashion zur Forschung: Von diesen 8 Frauen werden wir heuer noch viel hören

von Bernhard Praschl

Sie sind jung, vielseitig und fantasievoll. Ob Burgschauspielerin, Pop-Sängerin, Sportlerin oder Autorin: Um Österreichs Jungtalente braucht man sich keine großen Sorgen machen. Es gibt nichts, worin sich diese Frauen und Mädchen nicht auf besondere Weise  hervortun. Sei es, dass der Spross einer jahrhundertealten Winzer-Dynastie aus dem Weinviertel an einer neuen Art der Weinerzeugung tüftelt. Oder dass eine Forscherin als Kalender-Girl auf sich aufmerksam macht. Und wenn andere Magazine einen Roboter zum „Mensch des Jahres“ küren, weiß so manches Mädchen von heute, dass ein Roboter ohne menschlichen Input gar nichts kann. Magdalena Patzak von der HTL Braunau etwa hat einem Rasenroboter erst so richtig Beine gemacht.  Aber lesen Sie weiter ...

Marie-Luise Stockinger

Schauspielerin

Eine Kaiserin war sie schon. Wedekinds „Lulu“ auch. Was also soll da noch kommen? Viel, sehr viel,  wenn es nach Marie-Luise Stockinger selbst geht. Denn dem jungen, aus Oberösterreich stammenden  Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater „wird schnell langweilig“. Und sie  liebt es, Dinge zu organisieren. Nach dem Riesenprojekt „Maria Theresia“ (2017)  unter Robert Dornhelm steht sie heuer für ein weiteres Großprojekt vor der Kamera: „Raus aus dem Korsett!“, eine ORF/ ZDF-Produktion zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. Wir sind gespannt! Überdreht ging es mit Ayckbourns  „Schöne Bescherungen“ ins neue Jahr. Nun ist  Aufatmen angesagt: „Jetzt habe ich einige Wochen frei!“  Hat sie neben dem Schauspiel Zeit  für anderes? „Die muss man finden, sonst ist das ganze witzlos. Und lesen kann man überall.“

Sophie Lindinger

Musikerin

Wow, was für ein Jahr! 2018 tourte die Sängerin des Electro-Pop-Duos Leyya („Sauna“) mit  Kompagnon Marco Kleebauer durch 17 Länder zu  70 Konzerten. Die Nachred’ von Nantes bis Island  war erstklassig. Deswegen werden die zwei im ersten Halbjahr 2019 etwas leiser treten und  sich „auf das Schreiben neuer Musik konzentrieren“. Bis Leyya wieder live zu sehen sind, ist Sophie als Produzentin umtriebig – etwa für die Band „Don’t Go“ und ihr eigenes Solo-Projekt „My Ugly Clementine“. Das aus Eferding stammende Multitalent hält nichts von Geheimniskrämerei. „Wie auch im Vorjahr möchte ich Workshops für angehende Produzentinnen anbieten. Mir ist wichtig, mehr Frauen zu motivieren, weil dieser Job immer noch eher männlich besetzt ist.“ 

Sarah-Jane Estermann

Forscherin

Sie könnte mit Sheldon Cooper von „The Big Bang Theory“ über Schrödingers Katze debattieren. Gedankenexperimente sind ihr Ding. Aber statt nur zu parlieren, definiert die  26-jährige Absolventin der TU-Wien Projekte. Ihr aktuelles: „Biologische Gewebe mittels 3D-Druck hinsichtlich ihrer mechanischen Eigenschaften zu imitieren.“ Dazu führt sie Labortests am Technopol  Krems durch – an der Abteilung  Biomechanik der Karl Landsteiner Privatuni für Gesundheitswissenschaften. Als „November Girl“ des NÖ Jungforscherinnen-Kalenders 2019 gibt sie ihrem Fachbereich ein Gesicht.  Und vielleicht bald   dem Biomedical Engineering eine neue Anwendung.

Magdalena Patzak

Erfinderin

Genau hinhören müsste man. So wie Magdalena Patzak. Die (nicht mit Filmregisseur Peter Patzak verwandte) HTL-Schülerin aus Braunau schnappte auf,  wie ein Bekannter darüber klagte, wie umständlich  es sei, für den Rasenroboter extra einen Begrenzungsdraht zu verlegen. Mehr war nicht nötig, schon hatte sie mit Mitschüler Stefan Hangler ein Projekt –  ein Maturaprojekt. Für das „Local Positioning System For Autonomous Vehicle“ gab’s den HTL-Oscar. Gratuliere! Jetzt studiert Magdalena in Salzburg Humanmedizin. „Ich sehe es als weitere Möglichkeit, meine beiden Leidenschaften Medizin und Technik zu verknüpfen.“

Katharina Baumgartner

Winzerin

Zwei 14-Stunden-Studientage  an der WU in Wien, dann ab in die Weinberge ins Weinviertel. Mit  20 Jahren packt Katharina Baumgartner das Leben so an, als hätte sie  drei  davon. Denn um das „Bürozeugs“ gut hinzukriegen, hat  sie auch noch Jus inskribiert.  Der Einsatz lohnt sich längst.  2017 wurde sie bei der „New York International Wine Competition“ gleich für zwei ihrer Grünen Veltliner prämiert – mit Doppelgold. Weil dabei noch  Fantasie bleibt, macht sie dem Wein auch Töne. Besser gesagt: Im Vorjahr beschallten  Roland Baumgartner und José Feliciano die Fässer während der „Batonnage“, heuer ist es Semino Rossi

Pia Totschnig

Sportlerin

Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören zu den liebsten sportlichen Beschäftigungen der Österreicher. Ist ja schön und gut. Aber auch ganz schön hart, wenn man es so angeht wie die 18-jährige Athletin  aus Zirl in Tirol. Sie bewältigte die „Super Sprint“-Distanz (500 m Schwimmen, 12 km Radfahren, 3,3 km Laufen) vor zwei Jahren so rasant, dass sie zur Österreichischen Jugend-Meisterin im Triathlon gekürt wurde.   Dementsprechend ging es weiter in der Karriere der jungen Sportlerin.  „2017 war  Bronze bei den ETU Europameisterschaft der Jugend der größte Erfolg.“ Im Vorjahr gab  es für Pia Totschnig eine Doppelbelastung zu bewältigen. Einerseits war Schule, andererseits Sport. Leistung und Leidenschaft. Wäre ja gelacht, wenn Pia das nicht zusammenbrächte – mit Abstrichen.

„2018  lief durch die Matura nicht ganz optimal. Trotzdem konnte ich zum vierten Mal einen ETU Europa Cup gewinnen“, sagt sie.  Und formuliert ihre nächsten Vorhaben: „Mein Ziel 2019 ist die Europameisterschaft im niederländischen Weert. Langfristig möchte ich auch in der Eliteklasse internationale Erfolge feiern und 2024 bei  Olympia in  Paris an der Startlinie stehen.“ Die Chancen dafür stehen gut, denn als Heeressportlerin hat sie nun die Möglichkeit, sich ganz dem Triathlonsport zu widmen. Im Moment ist das Trainingslager in Pula aufgeschlagen und Ende
Jänner geht’s für fünf Wochen nach  Fuerteventura. Hasta la vista, Pia!

Nadine Mirada

Curvy-Model

Vorgestern Linz, heute Los Angeles. Und dazwischen London und Monte Carlo.  Was sich wie der Fiebertraum  eines Teenies nach  einer Überdosis Jetset-Glamour-Tratsch anhört, ist für das Model mit Marilyn-Monroe-Kurven und den geerdeten Gefühlen seit  zwei Jahren Realität. Und wieso? Weil der End-Twen  so aussieht, dass man zwei Mal hinsieht. Und weil  Nadine Mirada aus Oberösterreich früh erkannte, dass aus Fun auf Instagram auch global ein  Geschäft werden kann.  Als allererstes Guess-Model Made in Austria geht sie  das Jahr 2019 daher hoch-
diszipliniert  an. Denn Guess machte schon Claudia Schiffer zum Weltstar. Ihr nächstes Ziel ist durchaus sportlich: „Ich würde es gerne auf das Cover von ,Sports Illustrated’ schaffen.“ Der Bikini-Ausgabe natürlich.

Laura Freudenthaler

Autorin

Ihr Paradies? Ein Schreibzimmer ohne Internet und Telefon. Denn die Ablenkung lauert überall. Und „Schreiben erfordert auch die Verweigerung, den Rückzug“. Laura Freudenthalers  erster Roman, „Die Königin schweigt“ (Droschl), wurde im Vorjahr beim „Festival du premier Roman“ im französischen  Chambéry als bester deutschsprachiger Debütroman ausgezeichnet. Am 8. Februar kommt das nächste Buch der gebürtigen Salzburgerin heraus: „Geistergeschichte“. Es geht dabei laut Freudenthaler um eine gewisse Verunsicherung ihrer  Protagonistin Anne.  Was hingegen sicher ist: Spätestens wenn sie diesen Roman am 22. März bei der Leipziger Buchmesse präsentiert, wird er die Bestsellerliste hinaufklettern. 

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