Einfache Sprache
14.05.2018

Versuche am eigenen Körper sind gefährlich

Manche Forscher machen Versuche an ihrem eigenen Körper. Zum Beispiel testen sie neue Medikamente bei sich selbst. Das ist sehr gefährlich.

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Vor Kurzem ist der Biohacker Aaron Traywick gestorben.
Biohacker sind Hobby-Forscher, die unbekannte Medikamente,
Technologien und ähnliches, an sich selbst testen.
Dabei spielen sie mit ihrem Leben.
Aaron Traywick war unter den Biohackern sehr bekannt.
Er hat schon vor Publikum Versuche
mit Medikamenten an sich selbst gemacht.
Woran der 28-jährige jetzt gestorben ist,
ist noch nicht bekannt.

Biohacker bezeichnen ihre Arbeit als „Do-it-yourself-Biologie“.
Das ist Englisch und heißt „Tu-es-selbst-Biologie“.
Biohacker wollen die Forschung für alle Menschen zugänglich machen.
Das bedeutet, dass Menschen neue Medikamente
und ähnliches an sich testen, obwohl sie sich
in diesem Bereich überhaupt nicht auskennen.

Aaron Traywick arbeitete zum Beispiel im Werbe-Bereich
und kannte sich mit Medikamenten so gut wie gar nicht aus.
Durch seinen Tod erkannten die Betroffenen,
wie gefährlich solche Selbstversuche sind.
Die Einsicht kommt spät: „Vielleicht sollten wir alle
etwas vorsichtiger sein“, sagt ein Vertreter der Biohacker.

Was macht ein Biohacker?
Bis vor einer Woche waren die Hobby-Forscher
nur wenigen Menschen ein Begriff.
Was sie in Keller-Laboren
oder in Küchen erforschen, ist aber nicht ungefährlich.
Da werden möglicherweise unvorhersehbare
Gefahren geschaffen, von denen niemand weiß,
welche Risiken sie für Mensch und Umwelt haben,
sagt eine Expertin.
Mit ihrer Meinung zu diesem Thema ist sie nicht alleine.
Christoph Baumgärtel von der AGES Medizinmarkt-Aufsicht
hat da ebenso seine Bedenken.
Die „AGES“ ist die österreichische „Agentur für Ernährungssicherheit“.
Baumgärtel meint:
„Wenn ich höre, dass manche versuchen,
ihr Erbgut zu verändern, ist das für die Betroffenen hochriskant“.
Im Erbgut befinden sich alle Informationen
über die Eigenschaften von einem Lebewesen.
Im Erbgut von einem Menschen ist zum Beispiel
seine Augenfarbe, Haarfarbe und Hautfarbe gespeichert.
Experimente mit dem Erbgut können zu
unerwünschten Nebenwirkungen, bis hin zum Krebs führen.

Gefährliche Sache
Wenn man wie Aaron Traywick andere dazu ermutigt,
Selbstversuche mit ihrem Körper zu machen, wird es besonders riskant.
„Das ist Beihilfe zur Körperverletzung.“, sagen Experten.

Vorgaben der Arzneimittel-Forschung
Es dauert 12 Jahre, bis ein neu entwickeltes Medikament
in die Apotheken und Ärzte-Zentren kommt.
Davor werden die Wirkstoffe lange getestet.
Die Menschen, an denen Medikamente getestet werden,
werden dabei sehr genau überwacht.
Beim sogenannten „Biohacking“, ist das nicht der Fall.

Selbstversuche waren früher übliche Vorgehensweise
Früher haben auch anerkannte Forscher ihre Erfindungen
an sich selbst getestet– menschengerechte
Forschungs-Standards waren noch so gut wie unbekannt.

  • J. B. S.  Haldanes Tests zum schnellen Druckabfall nach dem Tauchen
    lösten bei ihm Anfang des 20. Jahrhunderts Krampfanfälle aus.
  • Nach der Entdeckung von Insulin begann Frederick Banting,
    es an sich selbst zu testen.
    Insulin ist für die Verarbeitung von Zucker im Körper verantwortlich.
    Mit Erfolg, denn 1923 erhielt er
    den Nobelpreis für seine Forschungen.
  • Die Droge LSD wurde 1938 von Albert Hofmann hergestellt,
    aber erst 5 Jahre später wurden die berauschenden Effekte bekannt,
    als Hofmann eine unbekannte Menge davon zu sich nahm.
  • Ibuprofen – ein bekanntes Schmerzmedikament – wurde zuerst 1961 durch Studienleiter Stewart Adams getestet –
    und zwar an seinem Kater.