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27.06.2018

Die grüne Seite der Antarktis

In der Antarktis wächst seit Kurzem jede Menge Grünzeug. Forscher haben dort ein Gewächshaus errichtet, wo Gemüse angepflanzt wird.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Seit Kurzem gibt es frisches Gemüse in der Antarktis.
Forscher vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
haben nämlich ein Gewächshaus in der Antarktis errichtet.
Das ist etwas Besonderes, weil es in der Antarktis extrem kalt ist.
In dem neuen Gewächshaus werden unter anderem Gurken,
Tomaten und Salat angepflanzt.
Das Gewächshaus soll den Forschern helfen,
besser auf Missionen zum Mond oder zum Mars vorbereitet zu sein.
Sie erforschen, ob auch unter extremsten Lebens-Bedingungen
Salat und Gemüse wachsen kann.
Außerdem soll mit dem Gemüse der Speiseplan
der Forscher in der Antarktis ergänzt werden.

Die Pflanzen werden alle paar Minuten
automatisch mit einer Nährstoff-Mischung besprüht.
Die Pflanzen wachsen in dem Gewächshaus
ohne Erde und ohne Tageslicht.
Es werden in dem Gewächshaus auch keine Insektengifte verwendet.
Im Februar wurden in dem Gewächshaus
die ersten Pflanzen-Samen von Paul Zabel eingesetzt.
Seitdem sind dort 17 Kilogramm Tomaten, 7 Kilogramm Kolrabi,
und 4 Kilogramm Radieschen gewachsen.
Paul Zabel ist ein Raumfahrt-Techniker,
der in dem Gewächshaus mitarbeitet.

Daniel Schubert, der das Projekt leitet, sagte: "Wir haben
Gemüse in Hülle und Fülle!
Das hat unsere Vorstellungen bei weitem übertroffen.
Besonders gut wachsen die Gurken."
Schwieriger ist es bei Paprika und Erdbeeren.
Eine Herausforderung stellen die extremen Temperaturen
in der Antarktis für die Forscher und die Technik dar.
Es ist schon einige Male vorgekommen,
dass wegen der extremen Kälte technische Geräte ausfallen.
Zurzeit herrschen dort in der Nacht Temperaturen
von ungefähr Minus 45 Grad.

Im Juni zum Beispiel hinderte ein Sturm Paul Zabel 3 Tage lang daran,
die 400 Meter von der Forschungs-Station
durch den Schnee zum Gewächshaus zu stapfen.
Während dieser Zeit mussten die Systeme im Gewächshaus
vom Kontroll-Zentrum in Deutschland gesteuert werden.
Die Forscher der Neumayer III-Station in der Antarktis
haben auch was von dem Gewächshaus.
Sie bekommen dadurch nämlich jetzt
regelmäßig frisches Gemüse auf den Teller.
Die Forscher sind im antarktischen Winter
vom Rest der Welt abgeschnitten.
Bevor es das Gewächshaus gab,
mussten sie sich mehrere Monate lang
nur von Essens-Vorräten ernähren.
Jetzt haben sie für diese Zeit frisches Gemüse und Kräuter.
Das Projekt läuft noch bis Ende 2018.