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06/07/2021

„The Core Project” ist fertig

Dem Umbau des Philadelphia Museum of Art, nach Plänen von Frank Gehry, wurde der Name „The Core Project” verpasst. Nicht ohne Grund: Die wohl überlegte Renovierung nahm einige Zeit in Anspruch und legt das Herzstück frei.

Dem Umbau des Philadelphia Museum of Art, nach Plänen von Frank Gehry, wurde der Name „The Core Project” verpasst. Nicht ohne Grund: Die wohl überlegte Renovierung nahm einige Zeit in Anspruch und legt das Herzstück frei.

Das „Core Project“ ist abgeschlossen. Das Äußere des Denkmals von 1928 blieb nahezu unberührt. Stattdessen konzentrierte sich das Mastermind der Renovierung und Erweiterung des Philadelphia Museum of Art, der mit dem Pritzker-Architekturpreis ausgezeichnete Frank Gehry, auf die Erneuerung der Infrastruktur und der Innenräume, während der Umbau das „Herz“ der „Institution“ öffnet.

Philadelphia Museum of Art: 20 Jahre Planung

Seit Anfang Mai 2021 ist das Philadelphia Museum of Art in Pennsylvania wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Gehry hat neue Galerien und öffentliche Räume als Teil der Neugestaltung entworfen. Das Projekt bedurfte zweier Jahrzehnte Planung und Design. Und dann noch vier Jahre Bauzeit.

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Das Gebäude am Benjamin Franklin Parkway gilt als Ikone von Philadelphia. Es wäre daher unerhört gewesen, zu versuchen, das Äußere umzugestalten, so der kanadisch-amerikanische Architekt Gehry während der virtuellen Pressevorschau des Projekts. Von Anfang an seien daher Gehry und das Museum entschlossen gewesen, die ursprüngliche architektonische Sprache und die Materialien des Gebäudes zu ehren.

Die Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten umfassten eine Fläche von 8.360 Quadratmetern. Auf die Galerien allein entfallen 1.850 Quadratmeter. Sie sollen dem Vernehmen nach 233 Millionen Dollar gekostet haben.

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Hommage: Goldfarbener Kalkstein

Entworfen vom amerikanischen Architekten Horace Trumbauer und seinem Chefdesigner, dem afroamerikanischen Architekten Julian Abele, wurde das Museum 1928 eröffnet. Gehry arbeitete als Hommage mit dem gleichen, ursprünglichen Material: ein goldfarbener Kalkstein namens Kasota, der in einer kleinen Stadt im Süden Minnesotas abgebaut wird.

„Die brillanten Architekten vor uns haben ein starkes und intelligentes Design geschaffen. Dieses haben wir versucht zu respektieren und nur in einigen Fällen zu akzentuieren“, wird Gehry in Architekturmedien zitiert. Die obersten öffentlichen Geschoße blieben weitgehend unangetastet. Stattdessen konzentrierte sich Gehry auf die unteren Ebenen.

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Das Team öffnete lange geschlossene oder wenig genutzte hintere Räume im ersten Stock und im Erdgeschoß und führten sie, vollständig restauriert und neu konzipiert, der öffentlichen Nutzung zurück.

Übergeordnetes Ziel war es, Räume für die Kunst und für die Menschen zu schaffen.

Frank Gehry

Auditorium musste weichen

Eine besondere Herausforderung stellte das Auditorium des Museums dar. Oder besser gesagt, dessen Entfernung. Es blockierte alle Kreuzungspunkte, aber lange Zeit wagte niemand daran zu denken, es weg zu schaffen. Unter Gehrys behutsamer Umgestaltung wurde es in das Williams Forum umgewandelt.

Dieser neue öffentliche Raum dient nun als Rahmen für eine Vielzahl von Aktivitäten und verbindet das Erdgeschoss des Museums mit den oberen Stockwerken. Er wird über eine zwölf Meter hohe skulpturale Treppe erreicht, die mit Kasota-Stein verkleidet ist und deren Geländer mit Bronze verziert ist.

An anderer Stelle führt der gewölbte Gang im Erdgeschoss die Besucher über die gesamte Länge des Gebäudes von Nord nach Süd. Neu ist jetzt auch die westliche Terrasse mit integrierten barrierefreien Granit-Rampen. Die Lenfest-Halle, die lange als Haupteingang des Museums diente, wurde ebenfalls renoviert. Die Steinwände und Säulen wurden gereinigt und neue LED-Deckenleuchten installiert.

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Zwei neue Galerien

Bereiche, in denen früher Büros, das Restaurant und der Museums-Shop untergebracht waren, wichen zwei neuen Galerien. Eine davon, die Robert l. McNeil, Jr. Gallery, widmet sich der umfassenden Darstellung der Entwicklung der frühen amerikanischen Kunst. Die Rolle Philadelphias steht hier natürlich im Mittelpunkt.

Die Daniel W. Dietrich II Gallery wiederum hat als Schwerpunkt den kreativen Geist des Philadelphia von heute. Dort werden Werke von 25 zeitgenössischen Künstlern mit Bezug zur Stadt präsentiert - und viele der dringendsten Themen unserer Zeit adressiert.

Wiedereröffnung nach 50 Jahren

Der sogenannte „Vaulted Walkway“, ein 195 Meter langer Korridor, der die gesamte Außenfläche des Philadelphia Museum of Art umgibt, wurde nach 50 Jahren wiedereröffnet. Die daran anschließende Süd-Halle wurde in einen Skulpturensaal umgewandelt.

Das Philadelphia Museum of Art ist nicht das einzige Museum, dessen sich Frank Gehry und sein Team annehmen: Zu den bemerkenswerten Museumsprojekten seines Architekturbüros gehören der neue Kunstturm Luma Arles in Südfrankreich, der im Juni eröffnet werden soll, und das Guggenheim Museum in Bilbao.

Text: Linda Benkö Fotos: Steve Hall ©Hall + Merrick Photographers

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