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05/20/2020

Schwarz ist das neue Schwarz

Manchmal passt schwarz hinreißend gut in die Landschaft. Sparsam dosiert wirken schwarze Gebäude einfach elegant. In einigen dieser edlen Häuser kann man sogar urlauben.

Es klingt klischeehaft. Aber Designer und Architekten stehen im Ruf, zwei Dinge besonders zu lieben: Sichtbeton und die Farbe Schwarz. Häufig auch in Kombination. Denn während Beton mit seiner rauen Ästhetik die Möglichkeit bietet, mit Texturen und Strukturen zu spielen und so die Oberflächen hervor zu streichen, lassen sich mit Schwarz, der Farbe der Eleganz und Perfektion, des Funktionalen und Sachlichen, ebenso bestimmte Merkmale würdevoll betonen. Ein perfektes Doppel also.

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Dennoch sind im Hausbau komplett in schwarz gehaltene Gebäude oder solche mit rein schwarz gestalteten Fassaden eher selten. Dabei scheinen manche Landschaften wie geschaffen für ein Haus in schwarz. Eine perfekte Kulisse. Oder andersherum gesagt: in schwarz gehaltene Gebäude scheinen wie für sie geschaffen, weil sie perfekt die landschaftlichen Merkmale ergänzen oder sich wunderbar in die Umgebung einfügen – Black Beauties, also.

Wo Urlauber rückfällig werden

Und so gibt es etliche interessante Ferienhäuser zu buchen, zu denen man Lust hat immer wieder zurück zu kehren. „Back to black” sozusagen, in Anlehnung an den Songtitel von Amy Winehouse. Doch die Häuser wirken alles andere als düster oder depressiv.

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Auffallenderweise finden sich etliche der schwarzen Häuser auf der Isle of Skye. Angeblich sind nirgendwo sonst die Highlands schöner. Die Insel im Westen Schottlands – etwa auf Höhe der Highlands-Hauptstadt Inverness – bietet einen wildschönen Anblick, mit den bizarren Gebirgsketten, Buchten, Stränden, Lochs, den sanften Hügeln und dem Meer.

Im Süden der „Insel des Nebels” ragen die schwarzen und roten Cuilins, die spitzen Gesteinsformationen, scharfkantig und furchtgebietend in den Himmel. Mittlerweile ist sie mit einer Autobrücke an das Festland angebunden.

Inspiriert von Landschaft und typischem Stil

Etliche Architekten haben Skye mit seinem weiten Himmel, der zerklüfteten Landschaft und dem allgegenwärtigen Meer auf sich wirken lassen, etwa Dualchas Architects mit ihrem Ferienhaus aus geschwärzter Eiche und Blech im ländlichen Stil sowie dem Black H. Oder Mary Arnold-Forster Architects, die für Black Shed verantwortlich zeichnen.

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Das Black Shed besteht außen aus schwarzem Blech. Das Basismaterial innen ist Tannenholz. Das Büro Mary Arnold-Forster Architects entwarf das zinnverkleidete Haus. Im Innenbereich wurde viel Douglasie verwendet, um „Look, Feel und Cosiness” eines traditionellen schottischen Schwarzhauses nachzuahmen.

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Dieser traditionelle Haustyp der schottischen Hebriden bot ursprünglich Landarbeitern und Vieh Schutz vor den rauen Wetterbedingungen. Üblicherweise wurden sie aus doppelwandigem Trockenmauerwerk gebaut. Den Zwischenraum füllte Erde oder Torf. Mittig brannte ein Dauerfeuer, für das gewöhnlich Torf zum Einsatz kam. Die hölzernen Dachbalken wurden mit Soden, Stroh oder Schilfrohr bedeckt. Und der Boden bestand lediglich aus Steinplatten oder festgetretener Erde.

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Black Shed liegt an der Westküste der Isle of Skye nahe der Kleinstadt Heaste mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Die Architekten von Mary Arnold-Forster Architects beschreiben den „schwarzen Schuppen” liebevoll als „düster, ruhig, verhalten und doch voller Freude”. Ein Teil einer alten Steinmauer markiert die Grenze des Geländes.

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Douglasien-Holz im Inneren

Der Hauptraum in dem einfachen, zweistöckigen Gebäude ist ein doppelstöckiges Wohn-, Ess- und Küchenzimmer. Von hier aus führt eine Treppe nach oben zum Hauptschlafzimmer und zum Badezimmer sowie zu einem Schreibtisch mit Blick auf den Wohnraum. Ein zweites Schlafzimmer und ein Badezimmer befinden sich unten im Erdgeschoss.

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Um Behaglichkeit und Wärme zu vermitteln, wurde der Innenraum vollständig mit Douglasie verkleidet – vom Boden bis zur Decke. Auch Schränke, Bücherregale und Fensterlaibungen sind aus dem gleichen Holz.

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Blick aufs Meer

Obwohl die traditionellen Schwarzhäuser nicht gebaut wurden, um die Bewohner mit hinreißender Aussicht zu verwöhnen, weil die Arbeiter ohnehin im Freien arbeiteten, erfüllen freilich sowohl Black Shed als auch Black H derartige Ansprüche.

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Harlosh”, ein Ensemble aus zwei Häusern, von denen eines „Black H” getauft wurde, liegt auf der gleichnamigen Halbinsel der Isle of Skye. Das Projekt wurde von den lokalen Architekten Dualchas entworfen. Black H ist so positioniert und konzipiert, dass es dem rauen Wind und Wetter trotzt und sich dennoch versöhnlich der Landschaft anvertraut, in die man als Besucher gleichsam eintauchen kann.

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Mit seinem geräumigen Minimalismus und der Wärme des Eichenholzes bietet Black H den Luxus des Raums und der Privatsphäre – Ausruhen, Auftanken, sich mit der Natur Verbinden.

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Black Beauties auch in Deutschland

Aber man muss gar nicht so weit reisen, um Black Beauties anzutreffen: In Loissin, in Deutschland, haben die jungen Architekten Clemens Ahlgrimm und Sebastian Luxenburger ein als Ferienhaus konzipiertes, modernes Holzhaus hingestellt Auch „Loi Black” orientiert sich an ursprünglicher Architektur, wie man sie früher in Mecklenburg Vorpommern häufig angetroffen hat: Schwarz getünchte Bootshäuser und Scheunen.

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Die Kubatur des Gebäudes ist auf die Urform des Hauses reduziert und wird nur an der Südseite durch das großzügige Terrassenvordach aufgebrochen. Hier sorgen großformatige Schiebeelemente für einen fließenden Übergang zwischen Innen und Außen.

Betritt man das Haus von der Giebelseite aus, befindet man sich im offenen zweigeschossigen Wohnbereich. Von hier aus gelangt man über die offene Treppe in den oberen großzügigen Schlafraum, oder, dem fließenden Raum folgend, in den Essbereich. Hier lassen sich die beiden Haushälften durch großzügige Doppelflügeltüren zu einem geräumigen, 12 Personen fassenden Haus miteinander verbinden.

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Auszeit am Greifswalder Bodden

Die Sitzecke am Panoramafenster lädt zum Entspannen ein und bietet Ausblick in den begrünten Freibereich der jeweiligen Ferienwohnung – im Haus befinden sich zwei nahezu baugleiche Ferienwohnungen –, während die großen Schiebeelemente den Essbereich mit der Südterrasse verbinden. Über eine Terrasse gelangt man in den 600 m² großen Garten.

Text: Linda BenköFotos: David Barbour, Felix Mooneeram, Dualchas Architects, Kim Traynor, James Ross, Buero Wagner

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