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UBM Development
01/21/2020

Monumentales Weltarchiv auf Spitzbergen

Ein Besucherzentrum wie ein Monolith: Es geht um nichts weniger als das digitale Erbe unserer Erde und Saatgutvorräte aus der ganzen Welt. In The Arc auf Spitzbergen kann man permanente und vorübergehende Exponate bewundern.

Auf dem abgelegenen Archipel Svalbard – norwegisch für Spitzbergen – befinden sich unbezahlbare Schätze. Und diese wollen bestmöglich gehütet werden. Was eignet sich dafür besser, als dieser wegen seiner geopolitischen und klimatischen Stabilität geeignete Standort? Dort, im Permafrost, 1.300 Kilometer nördlich des Polarkreises, wird Saatgut aus der ganzen Welt gelagert, abgesichert gegen Natur- oder vom Menschen gemachte Katastrophen. Es ist dies die weltweit größte Lagerstätte dieser Art. Ist eine Pflanze ausgestorben, kann man sie mit den dort eingelagerten Samenvorräten nachzüchten. Genau dort ist The Arc von Snøhetta vorgesehen.

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Das vom renommierten Architekturbüro Snøhetta zum Samen-Langzeitlager „Svalbard Global Seed Vault” entworfene dazugehörige Besucherzentrum ist in der Nähe des Hauptorts Langyearbyen auf Spitzbergen. Der Name The Arc bezieht sich sowohl auf den Standort in der Arktis als auch auf die Funktion als Archiv und Weltgedächtnis.

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Arctic Memory AS hat das Besucherzentrum in Auftrag gegeben. Es zeigt sowohl Exponate aus dem Saatgutlager als auch dem „Arctic World Archive”. Letzteres ist ein Archiv, das das digitale Welterbe im Schacht einer stillgelegten Kohlemine bewahren soll. Die derzeit für The Arc geplanten Exponate umfassen unter anderem eine Edvard-Munch-Kollektion, 1.500jährige Manuskripte des Vatikans sowie Aufnahmen der Fussballerlegende Pelé.

The Arc zeigt auch geologische Veränderungen

Das Besucherzentrum The Arc wird dem Publikum auch Einblicke geben, wie sich die einzigartige Geologie des Spitzbergen-Archipels über Jahrmillionen verändert hat. Es besteht aus zwei separaten Elementen, dem Eingangs- und dem Ausstellungsgebäude. Im verglasten Eingangsbereich sind Lobby, Ticketverkauf, Garderobe, Cafeteria, Büros und technische Räume untergebracht. Damit der darunter befindliche Permafrostboden nicht taut, steht dieses Gebäude auf Pfählen. Auf den Dachflächen sind Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Sonnenenergie vorgesehen.

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Das Ausstellungsgebäude könnte nicht kontrastreicher in Form, Textur und Farbe sein. Es wirkt zeitlos, monolithisch – ein zugleich vertrauter als auch „jenseitiger” Bau. Seine Hülle ist von den formgebenden, oft extremen Wetterbedingungen inspiriert. Es soll den Eindruck erwecken, organisch, durch Erosion geformt worden zu sein.

Der Zugang zum Ausstellungsgebäude erfolgt über eine gläserne Zugangsbrücke, über die die Besucher in kleinere Gruppen zusammengefasst werden. Von der Brücke aus kann man die hoch aufragenden geologischen Formationen im Süden, die spektakulären Ausblicke nach Norden und das Äußere des Ausstellungsgebäudes genießen.
Nur ein Schritt trennt den Besucher von dem sakral anmutenden Gewölbe im Inneren. Der „Zeremoniensaal“, das klimatisierte Auditorium, bildet das Herzstück der Ausstellung, in dem das leistungsstarke digitale Archiv sowohl permanente als auch temporäre Exponate erlebbar macht. Der Saal kann sowohl für digitale Projektionen, Vorträge etc. als auch dazu genutzt werden, in kontemplativer Stille zu verweilen.

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Reflektieren über Blattfossilien

Die Nachbildung eines Laubbaums, wie es ihn früher auf Spitzbergen gegeben haben soll, regt zum Nachdenken an. Blattfossilien der Region geben Zeugnis darüber ab, dass vor Abermillionen von Jahren alte Bäume wie Metasequoia und Ginkgo, aber auch andere Laubbäume wie Ulme, Birke, Limette, Kastanie in der Gegend gediehen sind. Damals war die Temperatur ja auch um fünf bis acht Grad Celsius höher. Bei entsprechenden Kohlenstoffemissionen könnte innerhalb von nur 150 bis 200 Jahren wieder ein Wald auf Spitzbergen wachsen, merken die Architekten von Snøhetta kritisch an.

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