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UBM Development | Anzeige
06/15/2020

Hippie(t)raumkapsel „AirShip“

Sie passt in Gärten, auf Dächer und in abgelegene Natur. Kann stehen, fahren oder sogar schwimmen, ständiges Zuhause oder Ferienquartier sein. Kurzum: Die Wohnkapsel „AirShip“ von Roderick James Architects macht Neo-Hippie-Träume wahr.

Architekt Roderick James hatte genug von stereotyp quadratischen Behausungen. Drum setzte er sich ein neues Ziel: Gebäude schaffen, in denen anstelle akkurater Ecken ungezwungener Spaß regiert. Weil dies seit Jahren großartig gelingt, ist James längst nicht mehr nur in Schottland für ausgefallene Ideen bekannt. Vor allem Menschen, die „anders“ leben wollen, lieben seine schrägen, stets doch gemütlichen Konstrukte. Mit dem jüngsten Projekt liefert der kreative Kopf nun ein praktisches Einstiegsmodell für Aussteiger. Denn „AirShip“ ist ein extravagantes Zauberhäuschen, das Neo-Hippies jeden Wunsch erfüllt.

Ein „Luftschiff“ mit Insektenaugen

Von außen sieht das „AirShip“-Home tatsächlich ein bisschen wie ein Luftfahrzeug aus. Oder wie ein Raumschiff mit insektenähnlichen Facettenaugen. Auf jeden Fall sehr „anders“ als andere Tiny Houses. Auch mit jenen, die – wie etwa „Lumishell“ – ebenfalls auf bewegliche Unabhängigkeit ausgerichtet sind, hat „AirShip“ optisch nichts gemein. Sein robuster Rahmen besteht ausAluminium- und Edelstahlkomponenten, die nicht rosten, verrotten oder verwittern. Und weil sich Architekt James ganz dem Prinzip der Nachhaltigkeit verschrieben hat, wird explizit darauf verwiesen, dass „AirShip“ vollständig recycelt werden kann.

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Als Hersteller agiert das britische Unternehmen Syspal Ltd. Der Rahmen wurde von Atelier One Ingenieuren eigens für das Projekt entwickelt. Er setzt sich aus unzähligen, speziell gefertigten Komponenten zusammen, die für schnelle Montage konzipiert wurden.

Transport und Aufbau, leicht gemacht

Laut Roderick James Architects sind alle Rahmenteile leicht genug, um von zwei Personen getragen zu werden. Deshalb lasse sich das ungewöhnliche Domizil nahezu überall zusammenbauen. Auch an Orten, bei denen es an Zufahrtsmöglichkeiten fehlt.

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Das Gesamtgewicht des zerlegbaren Konstrukts beträgt rund 3,5 Tonnen. Je nach Bodenbeschaffenheit kann das „AirShip“auf vier in den Boden versenkten Betonplatten oder Eichenschwellen ruhen. Es sei denn, der Kunde hat anderes damit im Sinn. Schließlich gibt’s auch mobile Optionen. So kann das Tiny House etwa mit Schwimmern ausgestattet werden. Dann wird es zum Mini-Hausboot. Es lässt sich aber auch mit Rädern versehen und in eine Art Mobile-Home verwandeln.

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Die isolierten Standardverkleidungsplatten bestehen aus Aluminium mit einem Kern aus 100 Millimeter Polyisocyanurat-Schaumstoff. Bei Bedarf können sie – natürlich gegen Aufpreis – durch stärkere ersetzt werden. Bei den Bodenplatten handelt es sich um hoch belastbares Aluminium-Riffelblech und einen Kiefernfußboden mit Nut und Feder zum Mittelteil.

Mit Regenwasser und Sonnenkraft

Die Paneele können auch angehoben werden. So lässt sich darunter ein großer isolierter Speicherbereich einrichten und Platz für Regenwasser schaffen, das auf dem Dach gesammelt und hereingeleitet wird. Zudem gibt es die Option, das „AirShip“ oben mit Photovoltaik-Modulen zur Energiegewinnung zu bestücken.

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Das grundlegende Innenfinish besteht aus Aluminium. Es kann jedoch mit Holz verschalt werden. Und die Hersteller empfehlen den Einzug von Holzdecken, weil diese das „AirShip“ gemütlicher und die Installation von LED-Beleuchtung angenehmer machen.

Viel Licht im luftigen „AirShip“

Hochwertige Dreh-Kipp-Bullaugen aus Aluminium gewährleisten gute Belüftung. Obendrein sorgen diese Luken für Top-Blick ins Freie. Die Enden des „Luftschiffs“ indes bestehen aus doppelt verglasten, mit Silikon in den Aluminiumrahmen versiegelten K-Glaspaneelen.

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Darin, wie es sich auf kleinem Raum, auch abseits anderer Siedlungen und möglichst umweltfreundlich wohnen lässt, haben Roderick James Architects einige Erfahrung. Immerhin hat sich das Büro in den vergangenen 30 Jahren mit über 1000 Häusern, Hütten, Baumhäusern und Hausbooten bewährt und gilt in dieser Sparte als Top-Spezialist.

Experten für alternative Technologien

Roderick James selbst war zudem sieben Jahre lang als erster Direktor des 1973 gegründeten Zentrums für alternative Technologie im walisischen Machynlleth tätig und blieb danach für weitere sieben Jahre dessen Treuhänder. Seine Expertise hat natürlich auch das Konzept des „AirShip“ geprägt.

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Der Architekt verweist auf ein Problem, das vorgefertigte Wohnobjekte oft mit sich bringen: Sie können zwar abgebaut werden, sind jedoch aufgrund auftretender und voranschreitender Strukturschäden häufig unwirtschaftlich. James: „Obwohl Holz viele Vorteile hat – auf denen wir unseren Ruf aufgebaut haben – wurde das AirShip entwickelt, um viele seiner Nachteile auszuschließen“.

Kleines Haus mit vielen Größen

Weil es aus Modulen zusammengesetzt wird, kann das „AirShip“ fast beliebig lang sein. Es kann mit fast viereinhalb oder sechs Metern Breite und zwei Schlafzimmern geliefert werden. Die Dimensionen des Standardmodells: 9,2 x 4,4 Meter bei 3,95 Metern Höhe. Und was das Innenleben betrifft, hat das flexibel gestaltbare Domizil einiges zu bieten.

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Das Sofa im Salon kann in ein 1,5 x 2 Meter großes Doppelbett oder in ein Doppelstockbett umgewandelt werden. Außerdem finden sich im Wohnbereich ein Clearview Pioneer Holzofen mit doppelwandigem isoliertem Kamin, eine Arbeitsinsel mit Regalen und zwei eingebaute Kästen. Zur Ausstattung der „Kombüse“ zählen Arbeitsplatte und Spüle, Kühlschrank und – wenn gewünscht – auch ein Propangas-Kocher.

Komfort, auch an entlegenen Orten

Der Holzofen im „AirShip“ lässt sich mit einem Heizkessel für Warmwasser ausstatten, damit auch an Standorten ohne Strom Warmwasser für Bad und Dusche zur Verfügung steht. Dies erfordert einen Warmwasserspeicher und eine 24-V-Elektropumpe. Alternativen sind eine thermische Solaranlage oder eine mit Propan betriebene Gasheizung.

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Durch die Regenwassernutzung könne Abwasser meist in einen einfachen Abfluss geleitet werden, versichern die Konstrukteure. Dies gilt natürlich nur, sofern im „AirShip“ keine kontaminierenden Substanzen zum Einsatz kommen.

Hygiene für Mensch & Natur

Für Standorte ohne Strom- und Wasseranschluss kann das Mini-Haus mit Mira-Wanddusche und Warmwasserbereiter unter der Spüle bestellt werden. Komposttoiletten von Separett gibt's sowieso. Und ein ständig aktiver 24-V-Ventilator verhindert die Verbreitung unliebsamer Aromen.

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Im Schlafzimmer wartet ein Doppelbett mit Stauraum, das in ein Doppelstockbett umgewandelt werden kann. Zudem bleibt hier genug Platz für einen Schrank, einen Tisch und zwei Stühle. Und eine weitere Türe nach draußen stellt sicher, dass niemand durch die anderen Bereiche des Tiny Houses wandern muss, um zum Haupteingang zu gelangen.

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Wer ein solches Hippie(t)raumschiff sein Eigen nennen möchte, muss in Sachen Preis mit rund100.000 GBP (112.168,44 Euro) für Schale und Beschläge rechnen. Wie viel darüber hinaus zusammenkommt, hängt von Ausstattungswünschen und Transportkosten ab.

Auskunft über Details, zusätzliche Optionen und Ausstattungen bietet das für den Verkauf zuständige Unternehmen Out of the Blue Ltd.

„AirShip“ zum Probe-Wohnen

So ganz „ins Blaue“ zu ordern brauchen potenzielle Käufer allerdings nicht. Denn wer’s erst einmal ausprobieren will, kann das Original für einen Testaufenthalt mieten: Ein voll ausgestattetes „AirShip“ lässt sich via Airbnb buchen – Traumlage in Schottland mit Blick auf den schönen Sound of Mull inklusive.

Text: Elisabeth SchneyderBilder: Nigel Rigden

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