01-C6-perth-grange-development-1024x576
UBM Development | Anzeige
07/27/2022

Gipfelstürmer in Down Under

Der neue Herausforderer im Rennen um das welthöchste Holz-Hochhaus heißt C6 und wird in der australischen Stadt Perth 186,5 Meter in die Höhe ragen. Grünes Extra: Für künftige Bewohner steht eine Flotte von 80 Tesla-Fahrzeugen bereit. C6 ist mehr als nur ein Gebäude.

Western Australia zählt zu den größten Verursachern von Treibhausgasen, wenn man den Pro-Kopf-CO₂-Ausstoß betrachtet. Während sich viele Industriezweige zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet haben, hinkt die Immobilienbranche in dem Bundesstaat bislang hinterher.

Mittlerweile weiß man, dass die Bauindustrie weltweit für über 39 Prozent der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich ist. Der Entwickler Grange Development möchte nun mit seinem Hochhausprojekt C6 in der Hauptstadt Perth die grüne Wende anstoßen. Frei nach dem Motto: „Wir sind das Problem und die Lösung zugleich.“

02-C6-perth-grange-development

Die umgedrehte CO₂-Kurve

Es wird laut Developer das erste CO₂-negative Gebäude Westaustraliens sein. Doch man peilt auch einen überregionalen Rekord an. Mit seiner geplanten Höhe von 186,5 Metern soll C6 das höchste Holz-Hochhaus der Welt werden. Ein Rekord, der derzeit noch vom 85,4 Meter hohen Mjøstårnet in Norwegen gehalten wird. In der Skyline von Perth wird der grüne Tower künftig die dritthöchste Spitze bilden.

Der Entwurf stammt vom australischen Architekturbüro Elenberg Fraser, das die Hochhaus-Architektur in Down Under maßgeblich mitgeprägt hat. „C6 ist mehr als nur ein Gebäude“, erklärt Architekt Callum Fraser. „Es ist ein neues Bausystem, das die CO₂-Kurve umdreht – von der Erzeugung schädlicher Emissionen hin zur Abscheidung und Speicherung von CO₂.“

C6 ist mehr als nur ein Gebäude. Es ist ein neues Bausystem, das die CO₂-Kurve umdreht – von der Erzeugung schädlicher Emissionen hin zur Abscheidung und Speicherung von CO₂.

Callum Fraser, Architekt
03-C6-perth-grange-development-erdgeschoss

Wissenstransfer über Open-Source-Plattform

Der neue Wohnturm soll ein reproduzierbares Modell für den nachhaltigen Holz-Hybrid-Bau liefern. Das heißt, Nachahmen ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Die gesamte Dokumentation vom Design bis zum Bauprozess wird für andere Developer über eine Open-Source-Plattform frei zugänglich sein.

Durch diesen Wissenstransfer möchte man „den Bau von nachhaltigen Projekten weltweit vorantreiben“, wie Grange erklärt. „Unsere Mission beim C6 ist ein großer Sprung nach vorne. Wir schaffen eine einfache, elegante Struktur, die sich wieder und wieder reproduzieren lässt.“

04-C6-perth-grange-developmentapartment

Optimierter Einsatz von Baumaterialien

In der Struktur werden laut Projektwebsite rund 7.400 Kubikmeter Holz verbaut, und zwar in Form von Cross Laminated Timber (CLT, Brettsperrholz), Glued Laminated Timber (Glulam, Brettschichtholz) und Laminated Veneer Lumber (LVL, Furnierschichtholz). Damit wird der Holzanteil 42 Prozent der gesamten Struktur ausmachen.

Wir schaffen eine einfache, elegante Struktur, die sich wieder und wieder reproduzieren lässt.

Grange Development, Entwickler

Um die Konstruktion zu optimieren, haben die Bauingenieure alle eingesetzten Materialien auf Effizienz, Kosten, Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit hin geprüft. „C6 ist der nächste Schritt im effizienten Baudesign, das die Stärken aller moderner Baumaterialien, inklusive Stahl, Beton und Holz, wirksam einsetzt“, erklärt David Bylund von Tmbr Consult. Der Ingenieur stützt sich dabei auf das Knowhow, das nationale und internationale Ingenieur-Holzbauprojekte in den letzten Jahren geliefert haben.

06-C6-perth-grange-development-rooftop

Integrierte E-Mobilität und Urban Farming

Die 48 Stockwerke und eine 500 Quadratmeter große Dachterrasse sollen den künftigen Nutzern ein gesundes und nachhaltiges Leben ermöglichen. Der Energiebedarf des C6 wird laut Entwickler zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist. Dazu zählt auch die Flotte von 80 Tesla Fahrzeugen, die den Bewohnern über ein Car-Sharing-System zur Verfügung steht.

Das „Tower to plate“-Konzept versorgt die Bewohner der 245 Apartments zudem mit lokal produzierten Lebensmitteln. Am Dach des Hochhauses wird es eine Urban-Farming-Plantage geben. Das daraus geerntete Obst und Gemüse soll unter anderem im hauseigenen Restaurant von renommierten Chefs verkocht werden.

Die rund 580 Nadelbäume, die im Holz-Hybrid-Hochhaus verbaut werden, wachsen in einer forstwirtschaftlichen Region in rund 59 Minuten nach, wie der Entwickler vorrechnet. Eine Fähigkeit, die der Beton nicht hat.

Text: Gertraud Gerst Visualisierungen: Grange Development, c6perth.com

Lesen Sie weiter im UBM Magazin, der Plattform für Immobilienwirtschaft, Stadtplanung und Design.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.