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07/27/2020

Eine Palme für Chinas Elite

In Shenzhen wird eine künstliche Palme aus dem Boden wachsen. Sie soll der chinesischen High-Society ein besonderes und vor allem abgeschottetes Lebensparadies namens „Life Island“ bieten.

Wenn man so will, dann ist es wenigstens tröstlich, dass die Entwickler des so genannten „Life Island“ in Shenzhen gar nicht so tun, als wäre das Projekt für alle gedacht. Die Planer von Penda China sagen ganz frei heraus: Hier soll sich die Elite Chinas zuhause fühlen!

Life Island statt Wohnsilo

Dass sich die High-Society in dem geplanten Mega-Turm einnisten wird, steht auch außer Frage. Schließlich ist das Angebot der senkrechten Kleinstadt ganz gezielt auf die Bedürfnisse der chinesischen Elite zugeschnitten. Das bedeutet zum Beispiel, dass man auf große Supermärkte verzichtet. Diese würde man in der Regel im Eingangsbereich solch gigantischer Wohnsilos erwarten. Stattdessen sind kleine Läden, die Bioprodukte und dergleichen anbieten, konzipiert.

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Auch der typische Büro-Aspekt – Wolkenkratzer haben eigentlich immer klassische Business-Geschosse – wurde neu gedacht: Die künftigen Geschäftsräume sollen nicht nur dem Geschäftsgedanken folgen, sondern auch zum geistigen Leben der Menschen beitragen. Die Geschäftsräume selbst werden, laut Architekten „wie lebende Organismen mit den Menschen atmen und wachsen.“

Einer Palme nachempfunden

Was das genau heißt, kann man sich derweil bloß ausmalen. Allerdings dürfte diese Art der Formulierung der konzeptionellen Gedankenwelt von Penda entspringen. Diese beschreibt nämlich das gesamte Objekt als eine Palme, die aus dem Boden wächst.

O-Ton: „Die faszinierende organische Form wird mit klarer mathematischer Logik kombiniert und so zu einem Gebäude. Um unseren Entwurf begreifen zu können, muss man also vor allem verstehen, dass Gebäude in Wahrheit aus der Erde wachsen.“ Soll heißen, sie werden nicht vom Menschen auf diese gestellt. Oder so.

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Wie auch immer. Das was da aus der Erde wachsen wird, soll jedenfalls in jedem Ziegel einen tieferen Sinn ergeben. Um etwa die kulturellen Interessen der dort beheimateten Menschen zu bedienen, werden diese schon im Erdgeschoß in ein Kunstmuseum entführt. „Die Gemeinde und insbesondere die Kinder sollen in eine künstlerische Welt eintauchen können“, heißt es offiziell. Deshalb sind im gesamtem Turm auch so genannte „Kunstzellen“ angedacht, damit jeder jederzeit von der Muse geküsst werden kann.

Denkfabrik statt Schule

Ebenso geht man auf die wissenschaftlichen und technologischen Bedürfnisse ein: Es wird aber keine Schule integriert, sondern gleich eine waschechte „Denkfabrik“. Aus dieser sollen schon bald innovative Ideen und führenden Technologien die Welt erfreuen.

Aber selbst Chinas Übermenschen wollen nicht nur denken, sondern auch einmal den hochentwickelten Geist auslüften. Deshalb hat man nicht nur jede Menge Grünflächen auf die einzelnen Geschoße verteilt, sondern vor allem einen gigantischen Dachgarten geplant. Dieser wird mit eigenen Joggingstrecken versehen und zudem viele weitere Sportmöglichkeiten bieten.

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Diesen Freiluft-Aspekt begründen die Architekten von Penda China übrigens unter anderem mit der Corona-Krise. Sie schreiben in ihrem Exposé: „Angesichts der Auswirkungen, die die Epidemie in unser tägliches Leben gebracht hat, werden die künftigen Wohngebäude die Integration von Natur und bebauten Räumen stärker betonen, während die Schaffung einer grünen und gesunden Lebensumgebung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verstärkt auf sich ziehen wird. Als Architekten sind wir bestrebt, mehr Anstrengungen zur Schaffung grüner und gesunder menschlicher Siedlungen zu unternehmen und gleichzeitig der Architekturkunst nachzugehen.“

Gigantischer Infinity Pool

Eben deshalb ist wohl der Dachgarten so angelegt, dass die Einwohner von „Life Island“ in die eine Blickrichtung Hongkong als urbane Skyline vor Augen haben und in die andere das offene Meer. Dieses wiederum soll man auch vom gigantischen 200-Meter-Pool sehen können, der als Infinity-Pool gebaut sozusagen ins Meer übergehen wird.

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Müßig zu erwähnen, dass die einzelnen Wohneinheiten alle Stückerl spielen. Spannend jedoch ist, dass es durch die Palmen-Struktur gelungen ist, jedem Apartment ein Erkerfenster mit 270-Grad-Blick zu bescheren. Hinter diesem befindet sich laut Grundriss stets das Schlafzimmer. Der atemraubende Ausblick soll das innere Gleichgewicht der Bewohner in Balance halten. Und den Wert der Wohnungen heben.

Hoch hinaus mit dem Life Island

Dieser ist auf jeden Fall erheblich und wird mit jedem Geschoß himmelwärts höher. Wie teuer die obersten Etagen sein werden, steht zwar noch in den Sternen, allerdings ist eines klar: Sie werden auf 250 Metern Höhe liegen und somit die höchstgelegenen Wohnungen von Shenzhen sein.

Für die High-Society also selbst in dieser Hinsicht schlichtweg prädestiniert.

Text: Johannes StühlingerBilder: Penda China

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