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09/06/2021

Ein Museum für Feuchtgebiete

Nicht weit von Oslo entsteht derzeit ein neues Museum. Das Langhuset + Langbryggen Flotingsmuseum ist ganz den Feuchtgebieten gewidmet.

Norwegen bekommt ein neues Museum, das Langhuset + Langbryggen Flotingsmuseum. Es ist zwar möglicherweise nicht so spektakulär wie das Naturkundemuseum, das das dänische Büro 3XN für die chinesische Stadt Shenzhen vorgesehen hat, aber dennoch wird dieses Museum für Norwegens Feuchtgebiete anschaulich und eindrucksvoll dokumentieren, wie wertvoll dieses Habitat als Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist und wie wichtig auch als natürliche Ressource für den Menschen.

Schwimmendes Museum für Norwegens Feuchtgebieten

Das Langhuset + Langbryggen Flotingsmuseum ist, ganz dem Zweck entsprechend, bei Nordeuropas größtem Binnendelta gelegen. Dort hinein mündet von Norden kommend die Glomma, der größte Strom Skandinaviens. Mit einer Länge von 601 Kilometern ist die Glåma, so die korrekte, norwegische Schreibweise, zudem der längste Fluss Norwegens.

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Langhuset in Norwegens bedeutendem Naturreservat

An diesem Fluss-Delta, nur 38 Autominuten von Norwegens Hauptstadt Oslo entfernt, ist das Nordre Øyeren Naturreservat gelegen. Genau dort wird das vom niederländischen Architektur- und Design-Büro Karres en Brands entworfene Langhuset zu Norwegens wichtigster Destination für die Dokumentation dieses Kultur- und Naturerbes sein.

Mit dem Bau des Museum für Norwegens Feuchtgebiete für den Auftraggeber MiA, Museene i Akershus (Museen in Akershus), soll 2023 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2025 angesetzt.

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Natur, bestens ins Szene gesetzt

Das Langhaus fungiert als Bindeglied zwischen Kultur und Natur. Es steht als bescheidenes und doch klar-kraftvolles Statement in der Landschaft und kontrastiert automatisch mit der heterogenen, natürlichen Umgebung. Gleichzeitig markiert das Langhaus die Wasserkante und ist so etwas wie ein Vorhang, der sich lüftet, wenn der Besucher es betritt und beginnt, sich mit der Natur auseinanderzusetzen.

Das Tor des Baukörpers gliedert sowohl die Sicht und Betrachtungsweise, als auch den Raum in den Eingang, den öffentlichen Hauptweg durch das Gebäude sowie in den Zugang zum Delta. Mit dieser gleichsam gerahmten Ansicht der Natur wird diese erst recht bestens in Szene gesetzt.

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Wissen trifft Natur und Kultur

Im Langhaus sind auch Werkstätten, Labors und Lernzentren untergebracht. Wissen soll sich hier synergetisch mit Kultur und Natur treffen.

Die gesamte Konstruktion besteht aus Holz, das unterschiedlich behandelt ist. Die Außenhaut des Gebäudes bilden vertikale, geflammte beziehungsweise verkohlte Holzlamellen. Aussehen und Haptik variieren somit. Die Fenster und Loggien regulieren das Gebäudeklima und den Grad der Sonneneinstrahlung.

Das vielleicht wichtigste Element unseres Entwurfs ist nicht das Museumsgebäude selbst, sondern der öffentliche Weg, der Ponton, der durch die Natur führt und sich bis zum Wasser und darüberhinaus erstreckt.

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„Aber, das vielleicht wichtigste Element unseres Entwurfs besteht nicht im Museumsgebäude selbst”, meinen die Landschafts- und Stadtplaner sowie Gründer des Büros Sylvia Karres und Bart Brands. „Es ist der öffentliche Weg, der durch die Natur führt und sich bis zum Wasser und darüber hinaus erstreckt, der Ponton”.

200 Meter langes „Longboard” lädt zum Entdecken ein

Diese langgestreckte Plattform ist ein 200 Meter langer „Hybrid” aus öffentlichem Platz, Promenade, Brücke und kulturellem Raum. Es ragt weit ins Wasser hinein, als Referenz auch an die ausladenden Rampen entlang der Glomma, über die Holz ins Landesinnere verbracht wurde.

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Zudem ist dieses „Longboard” ein bequemer Fußweg vom Parkplatz ins Museum und zum Wasser. Die verschiedenen Höhenunterschiede markieren jeweils unterschiedliche Räume mit ihren ganz bestimmten Eigenschaften.

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Nahezu 63 Quadratkilometer Feuchtgebiet

Das Fluss-Delta hat mit 63 Quadratkilometern etwa die Größe des Schweriner Sees in Deutschland oder des Attersees in Österreich. Es besteht fast zur Gänze aus unberührtem Feuchtgebiet.

Mit dem „Flickenteppich” aus Inseln, Buchten, Kanälen, Felsen und Lagunen sind in dieser Landschaft die unterschiedlichsten Lebensräume oder Biotope beheimatet. Sie sind die Lebensgrundlage für die äußerst reiche Flora und Fauna dort in Norwegen.

Text: Linda Benkö Renderings: Karres en Brands

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