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06/30/2020

Drohnen-Haltestellen

Bei den „Uber Elevate“-Konferenzen wurden Konzepte für sogenannte „Skyports“ vorgestellt. Von dort sollen schon 2023 autonom fliegende Luft-Taxis abheben.

Flugtaxis gelten schon länger als visionäre Alternative zu Auto, Bus & Co. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis die drohnenähnlichen Fluggeräte ohne Piloten in den regulären Betrieb gehen. Frühestens Mitte dieses Jahrzehnts wird es nach Einschätzung von Airbus europäische Vorschriften für den Gebrauch geben.

Zur Arbeit fliegen

Jedenfalls scharren weltweit schon etliche Unternehmen in den Startlöchern, etwa der „Vater” der Google-Roboterautos, Sebastian Thrun, mit seiner neuen Firma Kitty Hawk. Er setzt auf die elektrischen Flugmaschinen in Großstädten, „mit denen man zur Arbeit fliegen wird, statt zur Arbeit zu fahren”.

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Daneben arbeiten auch Airbus, Lilium und Volocopter fieberhaft an sich autonom fortbewegenden Elektro-Passagierdrohnen sowie Uber. Nicht nur das, der US-amerikanische Fahrdienstvermittler präsentierte bei seinen jährlich stattfindenden „Uber Elevate” Konferenzen auch entsprechende Skyports, die von namhaften Architekturbüros entworfen wurden.

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Erschwingliches „Ridesharing”

Uber hatte zu Lande in den vergangenen Jahren zwar immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Zuletzt musste das Unternehmen auch zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Das hindert Dara Khosrowshahi – er löste Firmen-Co-Gründer Travis Kalanick 2017 als CEO ab – nicht daran, am 2016 gestarteten Projekt „Uber Elevate” festzuhalten.

Das Ziel: Uber Air, ein On-Demand, app-basierter Flug-Taxi-Dienst, ähnlich wie es ihn per Auto bereits gibt – letztlich erschwingliches „Aerial Ridesharing” für alle. Gemeinsam mit der NASA wurde schon 2018 ein Prototyp eines autonom fliegenden Autos entwickelt und vorgestellt. Auf der Elevate-Plattform sollen Fluggeräte verschiedener Hersteller eingesetzt werden. Der Lufttaxi-Dienst Uber Air soll 2023 in den ersten Städten in den USA kommerziell abheben.

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Neuer Auftrieb

Einer von Ubers neuesten Partnern, Jaunt Air Mobility, entwickelt soeben Akkus für seine Elektrohubschrauber, die innerhalb von sieben Minuten aufgeladen sein sollen. Dies verleiht den Fantasien, wonach zumindest ein Teil des Personenverkehrs über die sogenannten eVTOLs statt finden wird, wieder Auftrieb. Die Maschine verfüge über vertikale und horizontale Rotoren, wie es heißt. Jaunt Air Mobility rechnet mit der Zulassung im Jahr 2025.

Für den Stadtflugverkehr ist es wichtig, dass so wenig Platz wie möglich in Anspruch genommen wird. Deshalb müssen die Lufttaxis vertikal in die Luft steigen und landen können – die Abkürzung VTOL steht daher für „Vertical Takeoff and Landing Vehicle”.

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Netzwerk von Uber-Skyports

Uber plant ein ganzes Netzwerk von Skyports, um die Uber Air-Operationen zu ermöglichen. Die Gebäude müssen eine noch nie dagewesene Anzahl an Starts und Landungen bewältigen. Uber hat dafür die Crème-de-la-crème der Architektur eingeladen, Skyport-Konzepte, Knotenpunkte sowohl für Boden- als auch für Drohnen-Taxi-Flotten, vorzulegen.

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Mit dabei waren die US-Büros SHoP Architects und Gensler Fleming, daneben Pickard Chilton in Zusammenarbeit mit Arup, The Beck Group, BOKA Powell, Corgan, Humphreys & Partners Architects sowie Mithun.

Modulare Stationen

Die Einführung von Uber Air sei nur noch wenige Jahre entfernt. Die Sammlung von Skyport Mobility Hubs stelle eine praktische, nachhaltige Vision für die Infrastruktur dar, die die Gemeinden, die Uber bedienen wolle, benötigen werden. Dies sind fürs Erste Dallas, Los Angeles und Melbourne. Die städtische Infrastruktur müsse jetzt beginnen, sich weiterzuentwickeln, um mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten.

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Etliche der Konzepte sehen modular zusammengesetzte Stationen vor. Sie können sowohl horizontal als auch vertikal aneinandergefügt werden, in Abhängigkeit von Bedarf und Platzangebot. Manche Entwürfe gehen von bis zu 1.000 Starts und Landungen pro Stunde aus. Die Integration von Shopping-Center und attraktiven Aufenthaltsflächen ist naheliegend.

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Nahtloser Übergang

Und jedes der Modelle ist so konzipiert, dass es sowohl die derzeitige bodengebundene Taxiflotte als auch den künftigen Lufttransport unterstützt. Zudem beinhalten alle Vorschläge Platz für Elektrofahrräder und Elektroroller, Ladepunkte und Plätze für Elektrofahrzeuge sowie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Ideale Standorte der Hubs seien beliebte Plätze in der Stadt, etwa Konzerthallen und Stadien, wo es größere Menschenansammlungen gibt.

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Um „Ubers Vision unserer gemeinsamen Transportzukunft zu würdigen”, habe man die Erfahrung des Ein- und Aussteigens in den Mittelpunkt gerückt, so Shannon Han, Projektleiterin bei SHoP Architects. Der Entwurf von Pickard Chilton mit Arup will wiederum die Marke Uber unterstützen.

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Der CitySpace von Gensler verspricht hohe Machbarkeit und rasche Einführung für den Start von Uber Air in Dallas und Los Angeles im Jahr 2023.

Das Design des Architekturbüros Humphreys & Partners zeigt einen runden Komplex. Nach dem Vorbild eines Bienenstocks weist die abgerundete Struktur Öffnungen auf, in die die Taxis hineinfliegen können. Auch das Architektur- und Bauunternehmen The Beck Group hat sich an den sechseckigen Landepforten in „The Hive” von Bienen inspirieren lassen.

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Das amerikanische Ingenieurbüro Gannett Fleming setzt bei seinem Entwurf „The Paw“ auf Effizienz: Um den Service zu beschleunigen, würden die Taxis, sobald sie gelandet sind, von einem Roboter um 180 Grad gedreht, damit sie gleich wieder startklar sind. Das Projekt des US-Architektur- und Designbüros Corgan, „Connect“, ist ähnlich modular aufgebaut, schafft aber auch öffentliche Plätze auf der unteren Ebene. Das US-Architekturbüro BOKA Powell hat sich ein weißes, abgestuftes Design mit gestaffelten runden Landebahnhöfen vorgestellt.

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Massive Investitionen

Es ist zwar noch nicht erwiesen, dass die Idee der Flug- Taxis wirklich Gewinn abwerfen kann. Die Player auf dem Feld ziehen jedenfalls jede Menge Gelder an. So investierte etwa der japanische Autobauer Toyota knapp 400 Millionen US-Dollar in das US-Start-up Joby Aviation – ebenfalls ein Partner von Uber.

Die bis zu 320 Stundenkilometer schnellen Fahrzeuge von Joby Aviation sollen eine Reichweite von bis zu 240 Kilometer schaffen. Der südkoreanische Autobauer Hyundai wiederum investiert zusammen mit der Tochter Kia 100 Millionen Euro in den britischen Hersteller Arrival.

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Die 2015 gegründete deutsche Lilium GmbH arbeitet am Lilium Jet. Diese Kreuzung aus „Flugzeug, Hammerhai und Rochen” soll 2025 abheben. Der Jet bietet Platz für vier Passagiere und einen Piloten, eine Reisegeschwindigkeit bis zu 300 km/h und eine Reichweite von 300 Kilometern. Lilium hat erst vor kurzem in weiteren Finanzierungsrunden fast 300 Millionen US-Dollar eingeworben – mit dabei: Tencent, Atomico, Freigeist and die Investment-Management-Unternehmen LGT und Baillie Gifford.

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Die Firma Volocopter, an der Daimler beteiligt ist, entwickelt Flugtaxis mit dem dazugehörigen „Urban Air Mobility Ökosystem”, wie es heißt. Über eigene VoloPorts soll das VoloCity wichtige städtische Knotenpunkte wie Flughäfen oder Businesszentren verbinden. Die Fluggeschwindigkeit beträgt hier 110 km/h, die Reichweite etwa 35 Kilometer. Zwei Passagiere plus deren Handgepäck finden Platz an Bord. Investoren sind hier unter anderem der Logistiker DB Schenker, die Mitsui Sumitomo Insurance Group und TransLink Capital.

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CityAirbus wiederum ist das Projekt des europäischen Flugzeugherstellers Airbus – es sei jedoch nicht für individuelle sondern für feste Routen gedacht. Mit maximal 120 km/h und einer Reichweite von rund 50 Kilometern können vier Passagiere transportiert werden.

Text: Linda BenköFotos Visualisierungen: Airbus Helicopters, Arup, BOKA Powell, Corgan, Mithun, Gannet Fleming, Gensler Fleming, Humphreys & Partners Architects, Lilium, Pickard Chilton, SHoP Architects, The Beck Group, Uber, Volocopter

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