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06/15/2020

Créteil baut den „Baum des Lebens“

Im Osten von Paris entsteht ein üppig bepflanzter Wunderturm: Der kühn geformte „Baum des Lebens“ inCréteil wird der höchste grüne Wolkenkratzer der Region. Sein Name ist Programm. Denn das Mixed-Use-Projekt von OXO Architects solldie Vorstadt aufblühen lassen.

Paris ist ein sehr teures Pflaster. Doch günstigere Mieten allein machen Vorstädte noch nicht zum attraktiven Ziel. Was jetzt in der südöstlichen Banlieue entsteht, soll einiges ändern. Jedenfalls für die Gemeinde Créteil im Département Val-de-Marne. Denn der vom Büro OXO Architects entworfene grüne Turm „L’Arbre de Vie“ („Der Baum des Lebens“) ist ein spektakuläres Mixed-Use-Projekt, das viel zu bieten hat.

Rundum begrünte „Wundertüte”

Die von B&C France entwickelte Hochhausanlage sieht aus wie eine üppig bepflanzte Wundertüte. Und sie ist ein Wolkenkratzer mit Symbolcharakter, wie OXO Architects beschreiben: „Der Baum des Lebens repräsentiert physische und spirituelle Blüte. Seine prägende Form ist tief im Untergrund verwurzelt, während seine Verästelungen gen Himmel wachsen“.

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Mit 140 Metern wird der „Baum des Lebens“ der höchste grüne Turm im Osten von Paris und einer der höchsten in Europa. Doch der ungewöhnliche Neubau, der vom Pariser Boulevard périphérique aus gut sichtbar sein wird, soll nicht nur optisch Zeichen setzen. Auf seinen 50.000 Quadratmetern Fläche ist ein pralles Angebot geplant, das viele unterschiedliche Interessenten nach Créteil locken soll. Das große Ziel: Der vielseitige „L’Arbre de Vie“ soll zum Turbo für Lebensqualität, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung dieses Pariser Randgebiets werden.

Mehr Lebensqualität für Créteil

„Das Projekt zielt darauf ab, Architektur und Natur zusammenzuführen, zugleich aber Gebäude zu entwickeln, die Wohnen, Arbeiten und Unterhaltung miteinander verbinden“, betonen die Planer. Der „Baum des Lebens“ sei als attraktiver Treffpunkt konzipiert, der Menschen aller Generationen und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellt. In der Anlage soll rund ums Jahr zu jeder Zeit buntes Treiben herrschen.

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Der Wunderturm vonCréteilwird Büros, Wohnungen, Einzelhandel, Amphitheater und Klassenzimmer beherbergen. Auch ein Panorama-Restaurant, ein Sport- und Gesundheitszentrum und ein Food Court werden hier Raum finden.

Urbane Frische-Insel mit Landwirtschaft

Obendrein will man im und am „Baum des Lebens“ urbane Landwirtschaft entwickeln. Deren Produkte sollen unter anderem das Angebot des hauseigenen Food Courts und Restaurants ergänzen. Auf dem Dach der Sporthalle sind 2.000 Quadratmeter Anbaufläche vorgesehen.

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Die vertikale Vegetation soll den Wolkenkratzer zu einer städtischen Frischeinsel machen, die den Folgen globaler Erwärmung entgegenwirkt. Seine gedrehte Form wurde den Wetterverhältnissen angepasst: Sie bietet Schutz vor Wind und extremer Sonneneinstrahlung. Zudem reduziere sie den nötigen Einsatz von Beton, wie B&C France verlautet.

Sport, Gesundheit und Uni-Betrieb

Wie die große Tageszeitung „Le Parisien“ berichtete, entstehen auf 5.000 Quadratmetern im unteren Teil des Turms Forschungslabors und Sportanlagen. In Kooperation mit demfranzösischen Handballverband sollen hier Sandsportarten gefördert werden. Ein Gesundheitszentrum für Hochleistungssportler stehe ebenfalls auf dem Plan. Außerdem werde die Université Paris-Est Créteil 17.000 Quadratmeter im „Baum des Lebens“ beziehen. Den Bewohnern und Besuchern von Créteil verspricht das Programm der neuen Anlage viele neue Highlights, die lang gehegte Wünsche erfüllen.

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Der Zeitpunkt für ein derart ambitioniertes Großprojekt sei perfekt, zitiert „Le Parisien“ B&C France Programm-Manager Thomas Méaulle: „Wir beobachten eine Bewegung von Unternehmen, die Paris und seine exorbitanten Mieten verlassen, um sich den inneren Vororten zuzuwenden“.

Trend zu mehr Grün erobert Vorstadt

Ganz ähnlich dürfte dies die Jury des Wettbewerbsum Projekte in der Region Grand Paris Sud Est Avenirgesehen haben. Denn sie sprach OXO Architects‘ Entwurf im vergangenen Winter den ersten Platz zu. Damit erhält der Trend zu mehr urbanem Grün, der in der Metropole Paris selbst zusehends Raum greift, auch in den östlichen Randregionen Auftrieb.

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Die vertikalen Gärten des „Arbre de Vie“ und seine eigenwillige Form erinnern an andere visionäre Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung. Zum Beispiel an die futuristischen Ideen des berühmten Umweltarchitekten Vincent Callebaut.

Design und Ziel des „Baums des Lebens“ sind nicht weit davon entfernt. Doch im Gegensatz zum Projekt in Créteil harren Callebauts spektakuläre Entwürfe für Paris bislang vergeblich der Umsetzung.

Créteil setzt ein Zeichen

Als außergewöhnlich bezeichnen darf sich das Design des neuen Wolkenkratzers fürCréteil jedoch auf alle Fälle auch. Ebenso wie sein auf optimale Lebensqualität ausgerichtetes Angebot. Der Entwurf wurde gezielt auf die Bedürfnisse der Vorstadtgemeinde und der Region zugeschnitten. Schließlich soll der „Baum des Lebens“ nicht nur seine Mieter zufriedenstellen.

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Nur logisch, dass manche Anrainer das Projekt dennoch recht sorgenvoll betrachten. Von großem Widerspruch ist jedoch nicht die Rede. Vermutlich deshalb, weil OXO Architects-Gründer Manal Rachdi bereits im Vorfeld beruhigte: Man habe umfangreiche Studien durchgeführt. Der Turm werde so positioniert, dass er die Nachbarschaft nicht nachteilig beeinflusse.

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„Unser Ansatz geht weit über die Vorstellung eines in sich geschlossenen Gebäudes hinaus, das sich nur auf den Bedarf seiner Nutzer konzentriert“, erklärt der Architekt.

Synergien und neue Denkansätze

Von Wohnen und Arbeiten bis zu Geschäften und Betrieben: Man habe sich bemüht, alle Bereiche neu zu überdenken und Synergien zu finden. Dadurch sollen alle Nutzer, der unmittelbare Standort und die gesamte Region Ile-de-France gleichermaßen vom neuen Wunderturm profitieren.

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Die Lage des Geländes, auf dem der „Baum des Lebens“ wachsen wird, sollte diesem Anliegen Vorschub leisten. Dennder Turm „wurzelt“ zwischen der Metro-Linie 8 und der geplanten Linie 15 des Grand Paris Express.

U-Bahn als Hoffnungsträger

Die Eröffnung der neuen U-Bahn-Verbindung wird für 2024 oder 2025 erwartet. Dann wird das neue Mixed-Use-Zentrum von Créteil noch bequemer erreichbar sein.Allerdings: Noch sind Vorarbeiten und finale Planung nicht beendet. Ein Datum für die Fertigstellung der extravaganten grünen „Wundertüte“ steht deshalb noch aus.

Text: Elisabeth SchneyderBilder: Oxo Architects / +IMGS

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