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01/03/2022

„Baiser“ für Wissenschaft & Technik

Das Büro MAD hat ein Museum für Wissenschaft und Technik entworfen, dessen originelle Form an süßes Schaumgebäck erinnert. Ein modernes, spannendes Bildungsbauwerk im „Baiser“-Look, das jetzt auf Chinas Insel Hainan errichtet wird.

Naschkatzen denken beim Wort „Baiser“ an zuckrige Süßware. Im Französischen bedeutet's allerdings auch „Kuss“. Und einen ebensolchen scheint das in Peking und Los Angeles ansässige Architekturbüro MAD mit einem aktuellen Projekt Richtung Zukunft schicken zu wollen. Denn das Design seines neuen Museums für Wissenschaft und Technik wirkt wie süße Versuchung. Fast wie ein luftig-leichtes Stück Schaumgebäck, das zwischen Natur und Hi-Tech schwebt. Derzeit auf Chinas Insel Hainan im Bau, soll es zum neuen Bildungs-Hot-Spot werden.

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Der Entwurf fürs Hainan Science and Technology Museum in Haikou City basiert auf der Dualität des Standorts. Der geschmackvolle Neubau wächst an der Westküste von Haikou, wo urzeitlicher Regenwald und zeitgemäße Architektur aufeinandertreffen. In direkter Nachbarschaft befinden sich Sportstadien und ein Feuchtgebiete-Nationalpark.

Büro MAD mag's ungewöhnlich

Für das von Architekt und Gründer Ma Yansong geleitete Büro MAD ist der neue Bildungsbau bereits das zweite öffentliche Großprojekt in Hainan. Und wie schon das im Frühjahr 2021 eröffnete Cloudscape of Haikou (vormals „Wormhole Library“) beeindruckt auch dieses vor allem, aber nicht allein durch extravagante Form.

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Das aktuelle Werk ist als Hort der Wissenschaft und Touristenattraktion gedacht. Fertigstellung und Eröffnung sind für das Jahr 2024 geplant. Das Design verspricht einen unübersehbaren Blickfang. Denn schon die Außenansicht hat’s in der Tat in sich: Vor dem Hintergrund eines tropischen Regenwaldes ist der Hauptpavillon des Museums wie eine Wolke im Dialog mit der Natur geformt. 

Futuristische Ästhetik

Aus der Ferne betrachtet scheint das Gebäude aus der Stadt Haikou aufzutauchen. Für Besucher, die das Museumsareal betreten, wirkt es hingegen wie ein über dem Dschungel schwebendes Objekt. Die Fassade hat MAD aus faserverstärktem Kunststoff konzipiert. Dies verleiht dem neuen Museum für Wissenschaft und Technik ein silbrig reflektierendes Äußeres und futuristische Ästhetik. Doch auch das Innere hat Besonderes zu bieten.

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DieGesamtfläche des Projekts beträgt 46.528 Quadratmeter. Nach Plan des MAD Teams wird das Museum über stolze 27.782 Quadratmeter an oberirdischen Einrichtungen verfügen. Vorgesehen sind unter anderem Räume für Dauerausstellungen und ein Planetarium. Auch ein Großbild-Kino und ein „Flying Theater“ sind Teil des Konzepts.

Design-Element Innenstruktur

Die innere Struktur des Neubaus besteht aus drei raumhohen Kernen, gebogenen Traversen, spiralförmigen Rampen und Dach. All diese Elemente hält MADs Design sichtbar. Damit wird, so die Architekten, Harmonie zwischen den architektonischen Formen und dem strukturellen System erreicht.

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Ein Oberlicht in der Kuppel des Museums taucht das weitläufige Atrium in natürliches Licht. Besonders beeindruckend ist zudem eine weitere Idee der Architekten: Ein spiralförmig ansteigender Ausstellungsraum. Dieser erstreckt sich von der zentralen Halle über fünf Etagen.

Verlockender Weitblick

Das Ausstellungserlebnis beginnt im fünften Stock. Dort öffnet sich der Aufzug zu einer 360-Grad-Aussichtsplattform, von der aus sich Fernsicht aufs Meer und die Stadt auftut. In dieser obersten Etage können Besucher die Technologie- und Weltraumgalerien erkunden. Und die Rampe lädt geradezu dazu ein, danach auch die unteren Ebenen zu genießen.

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Im vierten Stock warten Galerien für Meeres- und Biowissenschaften, im dritten ebensolche zu Mathematik und Wissenschaft. Ebene zwei indes lockt mit einem interaktiven Multimedia-Erlebnisbereich und einem Kinderspielplatz. Und schon der Weg von Etage zu Etage ist ein Highlight für sich. Denn von der Rampe aus bietet sich freier Blick auf die Landschaft, die Ausstellungen und eine eigene, im Verlauf des Wegs installierte Galerie.

Geschützte Außenzone

Im Außenbereich erstreckt sich ein wellenförmiges Vordach vom Hauptpavillon aus in alle Richtungen. Dadurch schafft das MAD Team einen speziell fürs feuchte und regnerische Klima Haikous konzipierten Freiraum. Einen geschützten Bereich, der die Besucher des Museums empfängt und zum Verweilen lädt.

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An der Nordseite der Überdachung befinden sich das Großbild-Kino und die multimediale und multisensorische Attraktion des „Flying Theater“. In der südwestlichen Ecke warten Planetarium und Sternwarte auf interessierte Gäste.

Erholung im tropischen Grün

Auch für die verschiedenen öffentlichen Außenbereiche des Museums haben MAD Architects spezielle Attraktionen konzipiert. Dazu zählen etwa ein kraterähnlicher, abgesenkter Platz und ein reflektierender Pool. Diese Ruhe-Zonen bieten Raum für Entspannung und Kommunikation.

Naturkunde, „live“

Die Vielfalt der umliegenden tropischen Vegetation macht Hainans Museum für Wissenschaft und Technologie obendrein zum idealen Ort, sich in Naturkunde fortzubilden. Und auch wer einfach nur Erholung sucht, kann diese inmitten des üppigen Grüns genießen.

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Mit dem Konzept für den Neubau beauftragt wurde MAD von Hainans Zweig der China Association for Science and Technology. Für die Ausführung wurdeChina Construction Design International beigezogen. Bei der Landschaftsgestaltung hat die Earthasia Design Group die Hand im Spiel.

„Baiser“ an die Welt der Wissenschaft

Das große Ziel des außergewöhnlichen Projekts: Das Hainan Science and Technology Museum soll zum weltweit gefragten Ziel für die Erforschung von Wissenschaft, Technologie und Natur werden.

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Bedenkt man, dass MAD GründerMa Yansongfür seine futuristischen Entwürfe berühmt ist, wird das „Baiser“-Bauwerk wohl jedenfalls auch Architektur-Liebhaber locken. Denn was der einstige Zaha Hadid Mitarbeiter aus Peking designt, sorgt in der Regel für großes Interesse.

So, wie derzeit auch die riesige Glaskuppel „The Star“, mit der MAD ein „Büro der Zukunft“ schaffen will. Ein weiterer, diesfalls für Hollywood entwickelter „Kuss“ ans Morgen. Und einer, der – wie auch Hainans visionäres Wolkenkonstrukt – in Sachen Extravaganz nichts vermissen lässt.

Text: Elisabeth Schneyder Bilder: MAD

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