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05/31/2021

Back to the Roots

Das ökologische Wohnprojekt Roots wird die neue Landmark der Hamburger HafenCity und das höchste Holzhochhaus Deutschlands werden. Was seine künftigen Bewohner einen wird, sagt Architekt Jan Störmer.

Bewohner der oberen Etagen werden eine spektakuläre Aussicht haben. Auf große Hafenkräne und Ozeanriesen, die in unmittelbarer Nähe anlegen. Und natürlich auf die weithin sichtbare Architekturikone, die Elbphilharmonie. So versprechen es die Visualisierungen des Holzhochhauses Roots, das derzeit im Elbbrückenquartier gebaut wird. Es ist eines der zahlreichen neuen Bauvorhaben in der Hamburger HafenCity, die zu den größten Stadtenwicklungsgebieten Europas zählt.

Die neue europäische Stadt am Wasser

Wo einst Docks und alte Lagerhallen standen, soll in den nächsten Jahrzehnten ein Modell für „die neue europäische Stadt am Wasser“ entstehen, wie die Hansestadt verspricht. Zentraler Maßstab und Aushängeschild dieses neuen Quartiers ist die ökologische Nachhaltigkeit, für die Hamburg bereits Pionierarbeit geleistet hat. Seit 2007 vergibt die Stadt das HafenCity Umweltzeichen, das als erstes Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen in Deutschland gilt.

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Roots ist ein Pionierprojekt für einen Wandel hin zu nachhaltigem Wohnungsbau in der Hansestadt Hamburg.

Jan Störmer, Architekt

Beim Bau ihres eigenen Headquarters geht die Stadt mit gutem Beispiel voran. Der Sitz der HafenCity Hamburg GmbH wird als „Null-Emissionshaus“ in jeder Hinsicht CO₂-neutral sein – von der Errichtung über den Betrieb bis hin zum Rückbau und zur Entsorgung.

Das höchste Holzhochhaus Deutschlands

In der östlichen HafenCity ist die Dichte an Baukränen besonders hoch. Seit 2017 werden hier nur noch Gebäude nach dem höchsten Platin-Standard geplant. Der Baulärm auf dem circa 3.200 Quadratmetergroßen Baufeld 102 an der Lucy-Borchardt-Straße wird in Summe deutlich geringer ausfallen als bei anderen Baustellen. Hier entsteht nämlich das Wohnprojekt Roots, und zwar in modularer Holzbauweise. Kompakte Fertigteile aus Holz werden in Werkhallen vorgebaut und später an Ort und Stelle modellbauartig zusammengesetzt. Das reduziert Bauzeit, Lärm und Abfall.

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Mit 18 Stockwerken und einer Höhe von 65 Metern wird der geplante Wohn-Tower vom Architekturbüro Störmer Murphy and Partners das höchste Holzhochhaus Deutschlands sein. Ein Titel, der nicht ewig währen wird, denn wesentlich höhere Holzbauprojekte wie das WoHo Berlin stehen bereits in den Startlöchern.

5.500 Kubikmeter Nadelholz

Was das ökologische Wohnhaus an der Nordelbe besonders auszeichnen wird, ist der hohe Anteil an Massivholz. Abgesehen von drei Erschließungskernen und einem Sockel als Stahlbetonkonstruktion, werden alle Obergeschosse mit Massivholzdecken und -innenwänden errichtet. Dabei sollen insgesamt 5.500 Kubikmeter Nadelholz verbaut werden.

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„Roots ist ein Pionierprojekt für einen Wandel hin zu nachhaltigem Wohnungsbau in der Hansestadt Hamburg“, konstatiert Architekt Jan Störmer. „Mit seiner unübersehbaren und exponierten Lage direkt an der Hafenbeckenkante hat es viel Strahlkraft und leistet einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen von Gebäuden und der Bauindustrie.“

Ein Projekt schlägt Wurzeln

Mit der CO₂-minimierten Bauweise verfolgt der Bauherr die Vision, „die Stadt mit dem Baustoff Holz klimaneutral nachzuverdichten“ und so den Menschen zu seinen Wurzeln zurückzubringen, wie Fabian von Köppen erläutert. Nicht nur für den Geschäftsführer der Garbe Immobilien-Projekte GmbH ist ein Holzbauprojekt von dieser Größenordnung Neuland. „Als wir uns für die Umsetzung so eines Bauprojektes entschieden, waren wir bereit, gemeinsam mit allen Beteiligten daran zu wachsen. Wir setzten uns zum Ziel, einen Best Case zu schaffen, der buchstäblich Wurzeln schlägt.“

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Die Bewohner sparen nicht zuletzt an Energiekosten – Holz hat hervorragende Dämmeigenschaften.

Jan Störmer, Architekt

Tatsächlich hat das Roots am Baufeld 102 bereits seine Wurzeln geschlagen. Offizieller Baustart war im November 2020, die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Abgesehen vom hohen Holzanteil wollen die Projektbetreiber zusätzliche Bezüge zur Natur herstellen: einerseits durch einen intensiv begrünten Innenhof, andererseits durch eine interaktive Ausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung zu den Themen Natur und Artenschutz.

Sozial und ökologisch nachhaltig

Bis zum Jahr 2030 sollen über 120.000 Menschen den neuen Stadtteil HafenCity beleben, darunter Touristen, Kunden, Angestellte und bis zu 14.000 Bewohner. Ein paar von ihnen werden in den 181 hochwertigen Holz-Wohnungen leben, die mit dem Projekt Roots entstehen.

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128 davon sind frei finanzierte Eigentumswohnungen, 53 werden im Sinne einer ausgewogenen sozialen Mischung öffentlich gefördert. Denn, darin sind sich die Stadtplaner von heute alle einig, die Gated Community hat endgültig ausgedient. Sie lässt sich mit den Ansprüchen einer nachhaltigen, sozialen Urbanität nicht vereinen.

Vom Wohlfühl-Faktor des Bau- und Werkstoffes Holz werden alle Bewohner gleichermaßen profitieren, ist Architekt Störmer überzeugt. „Und nicht zuletzt sparen sie an Energiekosten – Holz hat hervorragende Dämmeigenschaften.“ Was die zukünftigen Bewohner noch gemeinsam haben? „Den Wunsch nach einer nachhaltigen Lebensweise.“

Text: Gertraud Gerst Visualisierungen: Garbe Immobilien-Projekte / Störmer Murphy and Partners

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