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09/08/2020

Architektonisches Storytelling für Apple

Das renommierte britische Architekturbüro Foster + Partners hat schon mehr als zehn Apple Stores auf der ganzen Welt entworfen. Jüngst in Singapur und Bangkok. Spektakulär sind sie alle!

Der britisch-US-amerikanische Autor und Unternehmensberater Simon Sinek ist mit seinem Bestseller „Frag immer erst warum” längst schon in die Annalen der Managementlehre eingegangen. Er ist vor allem auch bekannt für seine Affinität zum Technologiekonzern Apple.

Das „Warum” zeigt sich im Apple Store

Denn ein gern von Sinek gebrachtes Beispiel für Markenbranding lautet: „Herkömmliche Unternehmen produzieren großartige Produkte, die großartig aussehen, mit irgendwelchen großartigen technischen Gimmicks. Inspirierte Unternehmen aber zeigen, woran sie glauben und warum sie tun, was sie tun”.

Von ihrer Vision motiviert würden solche Unternehmen (wie Apple) die Gefühle der Menschen ansprechen indem sie ihr „Warum” mitverkaufen – gleich ein ganzes Lebensgefühl also.

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Die DNA des Apfels

Genauso verhält es sich mit den vom renommierten britischen Architekturbüro Foster + Partners entworfenen (mittlerweile mehr als zehn) Apple Stores weltweit. Form und Design der Gebäude entsprechen der „Apple-Warum-Botschaft”, der Apple-DNA. Die Architekten übernehmen daher für den Tech-Konzern gleich auch einen Teil des Marketings, des „visual storytelling”.

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Auch wenn einstige Apple-Jünger den Hard- und Software-Giganten längst nicht mehr für so innovativ halten – vor allem seitdem Steve Jobs nicht mehr ist. Und auch wenn so mancher Kommentator im www unkt: „Das sind nichts als leere Flächen für ein Unternehmen, das kleine Dinger verkauft, die in eine Hosentasche passen”. Und sinngemäß schreibt: Entfernt man den Apfel von der Bildfläche könnten die Gebäude genauso eine Bus- oder U-Bahn-Station sein.

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Bei den Apple Stores von Foster + Partners handelt es sich durchwegs um aufsehenerregende Gebäude. Und so dauerte es quasi weniger als Lichtgeschwindigkeit bis die ersten Bilder des neuen „spherical Apple Store” in Singapur auf Instagram gepostet wurden.

Die „Sphäre” scheint gleichsam auf dem Wasser – neben dem Hotel Marina Bay Sands mit dem weltberühmten Riesen-Infinity Pool – zu schweben.

Die Kugel auf dem Wasser

„Apple Marina Bay Sands wird ein Ort sein, den wir für Sie geschaffen haben, um Ihre Ideen und Leidenschaften einzufangen, an dem Sie etwas Neues erforschen, verbinden und schaffen können”, heißt es bei Apple selbst. Es ist der erste kugelförmige Apple-Laden – und der erste, der von Wasser umgeben ist. Wurde ja auch schön langsam Zeit, könnte man schmunzelnd angesichts der weltweit bereits mehr als 500 existierenden Apple Stores sagen.

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Betreten kann man den dritten Apple-Store in Singapur über eine Fußgängerbrücke von der Uferpromenade aus. Eine Unterwasserpassage wird ihn zusätzlich mit dem Einkaufszentrum am Fuße des 2011 eröffneten Komplexes Marina Bay Sands verbinden.

Handgeschnitzte Steintreppen

Ein Laden voller Bäume im Stadtzentrum Singapurs wurde ebenfalls von Foster + Partners entworfen. Bemerkenswert dort sind nicht nur die Bäume sozusagen als Raumteiler sondern auch die handgeschnitzten Steintreppen. Ein weiterer Laden im Stadtstaat befindet sich innerhalb des Jewel Changi Airport, der von Safdie Architects entworfen wurde.

Tür an Tür mit Louis Vuitton

Das neue Bauwerk ersetzt ein von Moshe Safdie entworfenes Gebäude, das ursprünglich Teil des Marina Bay Sands-Komplexes war. Das glasüberdachte Gebäude beherbergte früher den Nachtclub Avalon, einer von zwei auf dem Wasser schwimmender „Kristall-Pavillons”. Der andere Pavillon steht immer noch und beherbergt ein Louis Vuitton-Geschäft.

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Der jüngste Shop ist nur einer von zahlreichen Apple Stores, die das Architekturbüro von Sir Norman Foster für den Tech-Riesen entworfen hat. Zu den kürzlich fertiggestellten Geschäften gehören ein mit einem wellenförmigen weißen Betondach überdachter Laden in Miami und ein um eine baumartige Säule herum gebauter Laden in Bangkok.

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Ruhe inmitten der Hektik

Der Store in Bangkok wurde in Zusammenarbeit mit Apple und dem lokalen Studio Architects 49 entworfen. „Apple Central World” steht wie ein Ruhepol in diametralem Gegensatz zur lebhaften Plaza des größten Einkaufszentrums Bangkoks. Um die „Apple Central World” herum kann man sich auf Bänken unter dem Schatten großer Seemandel-Bäume niederlassen.

Da der Store in Bangkok von zahlreichen Auto- und Fußgängerwegen gesäumt ist, können Besucher ihn entweder vom Erdgeschoss oder von der ersten Etage aus betreten. Der Laden mit einem Durchmesser von 24,4 Metern ist auch direkt mit dem „Mass Transit System” verbunden.

Entmaterialisierte Grenze

Die geschoßhohen, gebogenen Glasfassaden gewähren Passanten ungehinderten Einblick ins Innere. In seiner Mitte befindet sich die mit 1.461 Lamellen aus europäischer Weißeiche verkleidete skulpturale Säule.

Dort, wo die Säule auf die Decke trifft, fächert sie sich nach außen auf, verschmilzt mit dem Dach und erstreckt sich darüber hinaus. Es bildet sich so ein drei Meter langen Ausleger, der die Verglasung beschattet.

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Die Verkaufsflächen des Stores in Bangkok sind auf zwei Ebenen aufgeteilt. Im Untergeschoss steht Geschäftskunden ein privater Sitzungssaal zur Verfügung. Über eine Wendeltreppe gelangt man auf massiven Stufen aus poliertem Edelstahl von einem Stockwerk ins andere.

„Immer anders, immer hervorragend”

Die Apple Stores von Foster + Partners sind „immer anders und immer hervorragend ausgeführt”, so lautete einer der begeisterten Kommentare zur Apple Central World. Weitere Apple Stores desselben Architekten-Teams finden sich unter anderem in Chicago, Istanbul, Dubai, Cotai, Kyoto, Mailand und Paris.

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Der erste von Foster + Partners gestaltete Store, das „Apple Zorlu Centre”, ist in Istanbul gelegen. Zwei Stockwerke sind unter Erdgeschoßniveau, darüber erhebt sich ein Glaskubus, der mitten auf der Plaza eines Einkaufszentrums thront. Besucher können so direkt in den Store von allen Seiten hinein blicken.

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Das Headquarter, der „Apple Park” in Cupertino in den USA, ist ein ringförmiges Gebäude. Es verschmilzt gleichsam mit der Natur, da es sehr offen gebaut ist. Die niedrigen Baukörper des Steve Jobs Zentrums, der Fitness- und Wellness-Räumlichkeiten und des Besucherbereichs sind von einer Parklandschaft mit hohen Bäumen umgeben. Der Campus wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben und ist das größte LEED-Platin-zertifizierte Bürogebäude Nordamerikas.

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Viel Glas in China

In China liegt einer der größten Apple-Stores in Asien, mit seinem 15 Meter hohen, verglasten Kasten mit freitragendem Boden und Glastreppen. Die doppelt verglasten Paneele der Fassade können durch in der Decke verborgene Jalousien beschattet werden.

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Wie ein MacBook

Ein schlankes Dach aus Karbon-Faser, das einem MacBook ähnelt, charakterisiert den Apple Laden am Hafen von Chicago. Die Glaswände sind von zwei Granittreppen flankiert, von wo aus man zur Uferpromenade gelangt.

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Eine 56 Meter lange geschwungene Terrasse umgibt das Erkerfenster des Apple Store in Dubai. Von hier aus kann man einen Blick über die ganze Stadt und den Burj Khalifa werfen. Die Fensterläden aus Karbon-Faser sind traditionellen arabischen Mashrabiya (dekorative Fenstergitter aus Holz) nachempfunden, die der Beschattung dienen.

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Bambus als Verkleidung

Der quaderförmige Apple Store in Cotai, einer Insel nahe bei Macau, verfügt über eine lichtdurchlässige Fassade aus Verbundglas. Innen und außen dient Bambus als Verkleidung. Das Gebäude ist von einem Pflanzen-Dickicht umgeben und im zentralen Atrium wächst ein „Bambus-Hain” hinein.

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Kaleidoskopartiges Solardach

Einer der unkonventionellsten Apple Stores von Foster + Partners befindet sich in einem Wohnblock aus dem 19. Jahrhundert auf den Pariser Champs-Élysées. Der Laden führt um einen Innenhof herum und wird von einem kaleidoskopartigen Solardach gekrönt, das das Sonnenlicht um das Gebäude herum reflektiert.

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In Kyoto wiederum ahmt die riesige durchscheinende Fassade des Apple Stores die traditionellen Türen und Papier-Laternen Japans nach. Hinter dem Aluminium umrahmtem, mit Punkten übersätem Glas stehen Innenwände aus Papier, wie bei den berühmten Schoji-Schiebetüren.

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Wasserspiel in Mailand

Für den Mailänder Store ließen sich die Architekten von Foster + Partners ein acht Meter hohes Wasserspiel einfallen – über dem vertieft gelegenen Store auf der Piazza. So haben die Besucher den Eindruck, sie könnten in einen riesigen Springbrunnen gleichsam hineingehen.

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Charakteristisch für den ersten Apple Store in Thailand sind zwei riesige Glasfassaden und ein großes, überhängendes, mit Holz verkleidetes Dach, das von nur vier Säulen getragen wird. So wirkt der Innenraum äußerst geräumig und luftig.

Text: Linda Benkö Fotos: Traisoon, Bear & Terry, Foster+Partners, wikipedia/somekindofhuman, Louis Vuitton, William Cho, Rebecca Ang

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