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Abtauchen in eine Traumwelt

Geht es nach der Konzeptionistin des polnischen Studios Anti Reality, kann man schon bald durch ihr Ocean Gate die Unterwasserwelt der Bahamas bestaunen. Ganz ohne Taucherbrille.

09/27/2021, 09:19 AM

Es sind bildgewordene Visionen, die neugierig machen. Die verwirren. Die irgendwo zwischen surrealer Wunschwelt und möglicher RealitĂ€t pendeln. Die architektonischen Konzepte der polnischen Architektin Monika WoĆșniak.

Mit ihren spektakulĂ€ren EntwĂŒrfen verzaubert die 30-JĂ€hrige seit gut zwei Jahren Architektur-Fans auf der ganzen Welt. Und das, ohne ein einziges ihrer Konzepte auch RealitĂ€t werden zu lassen. Nur logisch also, dass sich ihr Studio „Anti Reality“ nennt. Sehr wohl RealitĂ€t: Auf Instagram folgen der Architektin aktuell 131.000 Fans. Die Traumwelten, die sie mit ihren Renderings erschafft, begeistern also.

Ein traumhaftes Paralleluniversum

Monika WoĆșniak ĂŒberrascht der Erfolg gleichsam, wie er sie freut: „Ich wollte ein Paralleluniversum schaffen, das mir die Freiheit gibt, mit neuen Konzepten zu experimentieren. Von diesem Zeitpunkt an beschloss ich, meine eigene Philosophie der AntirealitĂ€t zu formulieren.“ Und diese entsprang aus dem Kind in ihr: „Seit meiner Kindheit spiele ich damit, mir fantasievolle Welten und Orte vorzustellen. Als ich Ă€lter wurde, begann ich diese kreative Energie in Kunstwerke umzusetzen. Meine architektonischen Erfahrungen verĂ€nderten meinen Blickwinkel auf meine Vorstellungskraft“, sagt sie.

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Also begann die Kreative mit neuen Konzepten zu spielen, die auf Abstraktionen und TrĂ€umen basieren. „Das ist meine Art, mich von herkömmlichen Mustern zu lösen. Und meinen Geist fĂŒr neue Ideen zu öffnen.“ Auch wenn ihre Arbeiten allesamt verschieden sind, eint sie doch ein Aspekt. „Die Orte, die ich erschaffe, sollen fĂŒr den Betrachter eine Verbindung zur Natur herstellen. Orte, an denen die Grenzen zwischen Architektur und Natur zu verschmelzen beginnen. Orte, an denen wir als Menschheit harmonisch mit unserer natĂŒrlichen Umgebung koexistieren können.“

Ocean Gate als BrĂŒcke ins Meer

Genau dies wird in ihrem jĂŒngsten Konzept offensichtlich. Ein spektakulĂ€res Tor, das die Menschen direkt vom Strand hinein ins Meer fĂŒhrt. Logischer Name: Ocean Gate. Eine Idee, die wohl in jedem Neugierde weckt. Also lassen wir uns einfach von Monika WoĆșniak in ihre surreale Welt entfĂŒhren:

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Das Ocean Gate ist im Grunde eine Art Live-Museum, das die MeereskĂŒste zur Unterwasserwelt mit ihrer Flora und Fauna öffnet. In der Vorstellung der Architektin befindet es sich in einem KĂŒstengebiet der Bahamas und bildet ein rĂ€umliches Bindeglied zwischen dem Strand und dem Meer.

KĂŒnstliche Muschel fĂŒhrt unter das Wasser

„Ich wollte eine Art Meeresobservatorium schaffen, dessen Struktur sich gut in den Strandbereich einfĂŒgt, ohne die KĂŒstenlandschaft zu erdrĂŒcken“, sagt die Architektur-KĂŒnstlerin. Deshalb weckt die Struktur des Ocean Gate auf den ersten Blick schon Assoziationen an eine gigantische Muschel. Wer diese betritt, gelangt in eine ĂŒberdimensionale Glasröhre. Sie fĂŒhrt gĂ€nzlich unter die MeeresoberflĂ€che, um das Bestaunen der uns unbekannten Unterwasserwelt zu ermöglichen.

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In Anbetracht der vorliegenden Renderings ist es wahrlich schade, dass dieses Konzept wohl nie den Weg in die RealitĂ€t schaffen wird. Zumindest nicht in naher Zukunft. Die Architektin dazu: „Ich sehe meine Werke nicht als futuristische VorschlĂ€ge. Vielmehr ist jedes fĂŒr sich ein Paralleluniversum.“ Es seien RĂ€ume, in denen man mit unkonventionellen, architektonischen Situationen experimentieren kann. In denen man sich durch die Möglichkeiten der modernen Technik zwischen RealitĂ€t und Traum bewegen kann.

Leiser Hoffnungsschimmer

„Meine EntwĂŒrfe basieren auf bestehenden architektonischen Standards, die in eine mĂ€rchenhafte RealitĂ€t ĂŒbersetzt werden.“ Nachsatz, der uns hoffen lĂ€sst: „Ich denke, man könnte in Zukunft einige meiner EntwĂŒrfe als Objekte der Freizeit-Architektur durchaus realisieren!“ Allein, dazu braucht es wohl finanzielle Mittel, die sich schwer abschĂ€tzen lassen. Wir lassen uns jedenfalls gerne ĂŒberraschen.

Text: Johannes StĂŒhlinger Bilder: Anti Reality

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