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Interview: Umwandlung als Antwort auf Klimakrise & Wohnraummangel

6B47 CEO Sebastian G. Nitsch im Gespräch über die Potenziale einer nachhaltigen Umnutzung von bestehender Bausubstanz.

09/27/2021, 02:46 PM

Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, das Land bis 2040 klimaneutral zu gestalten. Für die Erreichung dieser Klimaziele kommt neben Industrie, Verkehr und Landwirtschaft vor allem auch dem Immobiliensegment eine wichtige Rolle zu. Der Projektentwickler 6B47 Real Estate Investors verfolgt dabei die Strategie einer nachhaltigen und durchdachten Umnutzung von bestehender Bausubstanz.

Herr Nitsch, Anfang des Jahres konnten Sie mit Ihrem Konvertierungsprojekt PhilsPlace den FIABCI Award in der Kategorie Hotel & Serviced Apartments gewinnen. Ein Fingerzeig, dass Umwandlungen von Assetklassen ein Erfolgsrezept darstellen können?

Absolut. In den vergangenen zehn Jahren haben wir ein halbes Dutzend Gewerbeprojekte erfolgreich umgebaut. Und gerade beim PhilsPlace konnten wir einmal mehr beweisen, dass die Konvertierung von Gewerbe zu einer anderen Assetklasse keinen Stilverlust bedeuten muss, sondern vielmehr die Stärken besonders unterstreicht.

Welche Gründe sprechen für die Konvertierungsstrategie?

In den deutschsprachigen Metropolen gibt es mittlerweile eine Vielzahl an zentral gelegenen Gewerbekomplexen, die in die Jahre gekommen und in ihrem derzeitigen Zustand schwer vermietbar sind. Gleichzeitig wird der Wohnraummangel in Ballungszentren immer größer. Durch eine entsprechende nachhaltige Umwandlung schafft man also wichtigen Wohnraum und trägt der ungebrochen hohen Nachfrage danach auf sinnvolle Art und Weise Rechnung.

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Punkt ist die Öko- und Nachhaltigkeitsbilanz…

Definitiv. Der Bausektor im Allgemeinen zeichnet für mehr als ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich – hier muss also langfristig ein Umdenken im Sinne der Umwelt stattfinden. Bei unserem Trophybuilding FRANCIS beispielsweise können wir durch die Erhaltung des bestehenden Stahlskeletts tausende Tonnen CO2-Emmisionen einsparen und die Feinstaubbelastung für die Stadt Wien deutlich reduzieren. Darüber hinaus fällt im Vergleich zu Neubauprojekten deutlich weniger Bauschutt an, der sonst nur mit hunderten Schwertransporter-Fuhren abtransportierbar wäre.

Werden wir in Zukunft vermehrt Konvertierungsprojekte sehen?

Es spricht sehr vieles dafür. Schon jetzt gibt es zahlreiche Best-Practice-Beispiele, die zeigen, dass man innerhalb kürzester Zeit neue Wohneinheiten in bestehenden Strukturen schaffen kann – und das auf Neubauniveau und im Einklang mit den Klimazielen der Regierung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier im Know-how des Projektentwicklers, der das Zusammenspiel zwischen Baufirma und den Gewerken fachmännisch koordinieren muss und den entsprechenden Planungsprozess aufsetzt. Auch die anhaltende Zuwanderung in die Städte und der daraus resultierende Bedarf an immer mehr Wohnraum spricht eine klare Sprache: Die Erhaltung von Bausubstanz und Konversion von Immobilien wird aufgrund der Nachhaltigkeit künftig immer mehr um sich greifen.

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