Wirbel um "Wahnsinnsbau" im Villenviertel
Historische Architektur und viel Grün machen die Gegend rund um den Küniglberg in Hietzing zu einer beliebten Wohngegend. Wären da nicht Bausünden, die das Idyll stören. Etwa ein düsterer Glas-Beton-Bau, der sich in der Lainzer Straße an eine Biedermeier-Fassade schmiegt. Oder ein hypermodernes Wohnhaus inmitten der Villen in der Wattmanngasse.
Für wütende Proteste sorgt derzeit vor allem ein Wohnhaus, das in der Küniglberggasse aus dem Boden wächst: "Das ist ein
Wahnsinnsbau", empören sich mehrere Hietzinger Bürger. "Bis zur Grenze des Grundstücks wird alles zubetoniert."
Für besonderen Ärger sorgen mehrere Meter hohe Sichtschutzmauern aus massivem Beton, die das Grundstück vor neugierigen Blicken der Nachbarn abschirmen sollen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas baurechtlich erlaubt ist", sagt ein Anrainer.
Die Besitzerin, die ebenfalls anonym bleiben will, versteht die Aufregung um ihre Baustelle nicht: "Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich das alte Haus stehen lassen. Natürlich schaut die Baugrube monströs aus. Aber das Haus selbst wird nur sehr klein. Ich habe alles korrekt gemacht."
Anders sieht das die Baupolizei: "Hier gibt es tatsächlich einige Dinge, die zu viel des Guten sind", betont Hannes Kirschner, Sprecher der Behörde. Die Sichtschutzwände sowie Teile des Kellers seien ohne Baugenehmigung errichtet worden. Der Keller lässt zu wenig Platz für die vorgeschriebene Begrünung des Grundstücks.
Baustopp
Auch der Swimmingpool steht jetzt an einer anderen Stelle als im Einreichplan vorgesehen. Deshalb hat die Baupolizei für diese Teile einen Baustopp verhängt. "Derzeit läuft ein Verfahren für eine nachträgliche Bewilligung."
Schon jetzt ist aber fraglich, ob die Sichtschutzwände überhaupt mit dem Bebauungsplan vereinbar sind. Gut möglich also, dass die beanstandeten Teile des Wohnhauses wieder abgerissen werden müssen - sofern es zu keiner Ausnahmeregelung kommt.
Nicht immer schreitet die Baupolizei derart energisch ein: Dass gerade im 13. Bezirk "einzelne Baulichkeiten teilweise nicht bewilligungsgemäß" errichtet worden sind, hat im Vorjahr das Kontrollamt der Stadt bemängelt.
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