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Chronik Wien
08/21/2019

Wiener Neos richten Meldestelle für Missstände in Kindergärten ein

Nach angeblichen Vorfällen in einem Meidlinger Kindergarten bieten Neos jetzt die Möglichkeit, Missstände online zu deponieren.

Im April heurigen Jahres wurden Vorwürfe gegenüber einem Meidlinger Kindergarten laut, wonach Kinder angeblich alleine eingesperrt wurden. Der KURIER hat berichtet; die Ermittlungen und das Verfahren sind noch im Laufen.

Ausgehend von diesem Fall fordern die Wiener Neos die Einrichtung einer unabhängigen und zentralen Meldestelle, "wo rasch und unbürokratisch geholfen wird, ohne die Eltern einem bürokratischen Spießrutenlauf auszusetzen", sagt Klubobmann Christoph Wiederkehr. Um derartige Missstände anonym melden zu können, wurde jetzt von den Neos eine solche Meldestelle eingerichtet. Auf der Homepage www.sos-kindergarten.wien können ab sofort Vorfälle gemeldet werden.

Im Zuge dessen kritisiert Neos-Bildungssprecherin Bettina Emmerling, dass "die derzeitigen Kontrollen in den Kindergärten alles andere als optimal laufen". Seitens des zuständigen Magistrats herrsche "eine gewisse Willkür", deshalb brauche es standardisierte Kontrollen, unabhängig von der Größe der Trägerorganisation oder des parteipolitischen Naheverhältnisses.

Neos fordern einen Pädagogen für acht Kinder

Außerdem fordert Wiederkehr nach der Einführung des Gratiskindergartens im Jahr 2009 jetzt eine Qualitätsoffensive und einen Betreuungsschlüssel von 1:8. "Derzeit werden 25 Kinder von einem Pädagogen und einer 20-Stunden-Assistenzkraft betreut, das ist zuwenig", sagt Wiederkehr, der auch eine Attraktivierung des Berufsbilds sowie die Aufstockung des Unterstützungspersonals fordert. Schließlich müssten "Kindergärten als erste Bildungsstation begriffen werden".