Petra Jens wünscht sich breitere Gehsteige. Sie auch? Stimmen Sie ab.

© KURIER/Gruber Franz

Wien
02/06/2014

Fußgänger-Beauftragte will breitere Gehsteige

Selbst ein Nein zur Fuzo in der MaHü würde laut Petra Jens die Förderung des Fußverkehrs nicht aufhalten.

Geht es nach Wiens Fußgängerbeauftragter Petra Jens soll es in Wien bald breitere Gehsteige geben. Diese hätten oft nur die festgeschriebene Mindestbreite und seien zudem mit Gastronomie, Werbeflächen oder Baustellen vollgestellt, sagte sie im APA-Interview. Ein weiterer Wunsch: bessere Ampelschaltungen. Und zur Debatte um die Mariahilfer Straße ist sie sicher: Selbst ein Nein zur Fuzo würde die Förderung des Fußverkehrs nicht aufhalten.

Zu wenig Platz auf Gehwegen sei immer wieder Thema - nicht zuletzt deshalb, da es für keine Verkehrsfläche so viele Begehrlichkeiten gebe, erklärt Wiens oberste Fußgängerin: "Während die Fahrbahn dazu dient, den fließenden Verkehr durchzuschleusen und sonst eigentlich keine Funktion erfüllt, hat der Gehsteig viele Funktionen zu erfüllen, die das Stadtleben ausmachen. Das reicht von der Gastronomie und Würstelständen über Werbeflächen und Baustellen bis zu Mistkübeln und Schotterkisten." Fürs Gehen selbst bleibe da kaum noch Platz.

Zwei Meter

Im Masterplan Verkehr sei eine Mindestbreite von zwei Metern festgeschrieben. "Das ist aber gleichzeitig oft auch die Maximalbreite. Wenn ich da sehr viel Mobiliar unterbringen will, dann muss der Gehsteig auch entsprechend breiter sein", betonte Jens.

Als weiteres Ärgernis ortet die Fußgängerbeauftragte die derzeitigen Ampelschaltungen. Ampeln mit Anmeldeknopf, langer Wartezeit und einer kurzen Grünphase, sind ihr dabei ein besonderer Dorn im Auge: "Das geht gar nicht. Da müssen wir daran arbeiten, das zu beseitigen." Außerdem würden Ampeln oft die Öffis bevorzugen. "Das ist auch gut so. Aber wir merken, dass das langsam an Grenzen stößt, wo der Fußverkehr doch recht eingeschränkt wird." Jens will dazu noch heuer den Dialog mit den Wiener Linien starten.

MaHü keine Paradigmenentscheidung

Die Abstimmung über die Zukunft der Mariahilfer Straße ist für Jens keine grundsätzliche Paradigmenentscheidung: "Wenn die Fußgängerzone abgelehnt wird, dann ist leider eine gute Idee nicht zur Umsetzung gekommen. Aber trotzdem wird in Wien die Förderung des Fußverkehrs weitergehen. Denn das ist ein Trend in allen Großstädten weltweit, der sich durch die Ablehnung eines einzelnen Projekts nicht aufhalten lassen wird."

Die kürzlich verlautbarten Pläne der rot-grünen Stadtregierung, den Fußgängeranteil von derzeit 28 auf 30 Prozent bis 2025 heben zu wollen, hält die Fußgängerbeauftragte für "ambitioniert". Da man von einem hohen Niveau starte, müsse man für einen Anstieg "schon einiges tun": "Wenn es aber gelingt, die Stadtentwicklungsgebiete fußgängerfreundlich zu gestalten, bin ich zuversichtlich."

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