Chronik Wien Wien-Wahl 2020
10/11/2020

Wen die Wienerinnen und Wiener wählten und warum

Nicht nur die Spitzenkandidaten haben bei der Wien-Wahl eine entscheidende Rolle gespielt.

Insgesamt 2.000 Personen nahmen an der Umfrage teil, die von Peter Hajeks Meinungsforschungsinstitut im Auftrag von ATV durchgeführt wurde. Dabei eruierte man nicht nur die einzelnen Wahlmotive der Wähler. Auch Gründe sich gegen eine Partei zu entscheiden, wurden abgefragt.

Dabei zeichnete sich vor allem ein Trend ab: Zuwanderung und Integration waren den Wienern wichtig. Die Wähler der ÖVP, FPÖ und des Team HC Strache sahen dieses Thema als wichtigstes an.

Für Wähler des Team HC Strache war zudem der Spitzenkandidat selbst von großer Bedeutung. Für 87 Prozent der Strache-Wähler war er ein Hauptmotiv, die Partei zu wählen. Immerhin 39 Prozent der SPÖ-Wähler bezeichneten zudem Bürgermeister Michael Ludwig als "sehr wichtig" für ihre Stimmabgabe, FPÖ-Kandidat Dominik Nepp kam in dieser Kategorie auf 33 Prozent. Wenig Einfluss auf die Wahlentscheidung nahmen hingegen die beiden Spitzenkandidaten Birgit Heben (Grüne) mit 14 Prozent und Christoph Wiederkehr (NEOS) mit 5 Prozent. 

Hier finden Sie die Wahlmotive für alle Parteien im Überblick:

SPÖ

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) war für mehr als ein Drittel seiner Wählerschaft Grund die Partei zu wählen. Knapp die Hälfte der Wähler sind zudem der Meinung, dass die SPÖ "gute Arbeit geleistet" hat.

Wähler verloren hat die SPÖ laut der Umfrage an die Grünen.

Ein Kritikpunkt der Nicht-Wähler lautete zudem, dass die SPÖ in der Migrationsfrage "die Augen verschließe".

ÖVP

Beinahe ein Drittel der ÖVP-Wähler war vom Wahlprogramm ("Mitte-Rechts-Politik mit Anstand") überzeugt. Zehn Prozent haben die Partei laut Umfrage gewählt, da sie gute Arbeit geleistet hat. Ebenfalls zehn Prozent gaben an, dass die Partei das "geringste Übel" in der Parteienlandschaft darstelle.

Gernot Blümel wurde von einem Fünftel der Nicht-Wähler als Grund angegeben, die Partei nicht zu wählen. An Platz fünf der Motive, warum man die Partei nicht wählte, wurde Bundeskanzler Sebastian Kurz genannt.

Die Grünen

Die Umweltpolitik ist das Hauptmotiv für fast die Hälfte der Wählerschaft. Zwölf Prozent der Nicht-Wähler gaben hingegen an, dass sie die Grünen wegen Spitzekandidatin Birgit Hebein nicht unterstützen. Diese war vielen Anders- bzw. Nichtwählern "zu links".

Auch der Auftritt der Grünen in der Bundespolitik führte dem Meinungsforschungsinstitut zufolge dazu, dass Grüne-Nichtwähler nicht zu einer Meinungsänderung bewegt wurden. Denn durch die Koalition mit der ÖVP hätte die Partei an Glaubwürdigkeit verloren.

Neos

Vor allem das Wahlprogramm der Partei dürfte die Wähler der Pinken überzeugt haben. Hingegen schreckte mehr als ein Drittel der Neos-Nicht-Wähler deren Weigerung mit der ÖVP zu koalieren ab.

Zudem habe auch die Annäherung an die SPÖ nicht gefruchtet. Wähler seien vor allem zu den Grünen oder der SPÖ abgewandert.

Die Kampagne der Neos dürfte aber gegriffen haben. Christoph Wiederkehr dürfte sich mit seiner kantigen Linie insbesondere gegenüber der „Blümel-ÖVP“ einerseits Aufmerksamkeit, andererseits auch eine Gegnerschaft geschaffen haben. 

FPÖ

Spitzenkandidat Dominik Nepp war das wichtigste Wahlmotiv für etwas mehr als ein Fünftel der Blau-Wähler. Doch auch hier gaben überdurchschnittlich viele Wähler an, dass die Partei das "geringste Übel" sei und daher gewählt wurde.

Die Skandale rund um Heinz-Christian Strache dürften der FPÖ zudem immer noch schaden. Dafür gaben aber auch 36 Prozent an, dass sie überlegt hätten die FPÖ zu wählen, konnten sich aber nicht dazu überwinden, da sie den Umgang mit dem ehemaligen Parteiobmann Strache nicht in Ordnung fänden.

Team HC Strache

Das Hauptmotiv der Team-HC-Strache-Wähler überragt bei Weitem die anderen Wahlmotive. Für 59 Prozent der "Team HC Strache"-Unterstützer war der ehemalige Vizekanzler der Hauptentscheidungsgrund. Sogar 87 Prozent bezeichneten den Partei-Chef als "sehr wichtig".

Überdurchschnittlich viele Wähler dürften Strache zudem nicht gewählt haben, weil sie ihr Votum als "verlorene Stimme" gesehen hätten.

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