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Chronik Wien
08/19/2019

Wien: Passant brach Mann die Nase, weil er ihn am Ellbogen streifte

Nachdem ihn ein 30-Jähriger beim Vorbeigehen unabsichtlich berührt hatte, versetzte der Angeklagte dem Mann einen Faustschlag.

Wie schnell Nasen zu Bruch gehen können, hat am Montag eine Verhandlung am Landesgericht gezeigt. Ein 30-Jähriger passierte am 6. April 2019 einen Gemeindebau-Durchgang an der Simmeringer Hauptstraße und streifte dabei im Vorbeigehen an einem entgegenkommenden Mann an. Die unabsichtliche Berührung soll jenen dazu bewogen haben, dem 30-Jährigen einen Kopfstoß zu versetzen.

Anschließend versetzte der 34-Jährige dem Mann, den er flüchtig kannte, laut Anklage mit einem Schlagring noch einen Faustschlag. "Ich war kurz bewusstlos", schilderte der Betroffene, der neben einem Nasenbeinbruch eine Schädelprellung und Abschürfungen erlitten hatte, einem Schöffensenat. Er könne sich nicht erklären, warum der Angeklagte zugeschlagen habe: "Ich habe nix gemacht, ich habe gar nix gemacht."

Angreifer habe "aus Notwehr" gehandelt

Dem widersprach der von Verteidiger Philipp Winkler vertretene 34-Jährige: "Er hat mich angerempelt mit voller Wucht. Das war absichtlich." Auf die Frage, was das soll, habe ihn der andere Mann beschimpft und die Faust geballt. Da habe er "einen Schreck, einen Schock bekommen" und "Panik" gespürt: "Da hab' ich mir gedacht, bevor er mir eine gibt, geb' ich ihm eine." Folglich habe er "aus Notwehr" einen Kopfstoß angebracht - "einen festen", wie der Angeklagte immerhin einräumte.

Schlagring sei keiner im Spiel gewesen, versicherte der 34-Jährige. Er habe sich am Weg zur Geburtstagsfeier der Tochter seines besten Freundes befunden. "Die ist vier", da nehme er keinen Schlagring mit, versicherte der gewalterfahrende Mann - in seinem Strafregister scheint eine Verurteilung zu mehrjähriger Haft wegen schweren Raubes auf. Wie er sich die massiven Verletzungen des Mannes erkläre? - "Er ist gestolpert und gestürzt. Es sind ja von beiden Seiten die Fäuste geflogen."

Zur Ladung von zwei möglichen Tatzeugen wurde die Verhandlung auf Ende September vertagt.