1000 Schilder: Bis jetzt war Schilderproduzenten unklar, welche Texte sie auf Zusatztaferln drucken sollen.

© Kurier/Gruber

Wien: Die Pickerl-Maschinerie läuft
08/01/2012

Wien: Die Pickerl-Maschinerie läuft

Knapp 70.000 Wiener dürften sich in den nächsten Wochen die Pickerln besorgen. Die Stadt kann mit bis zu 50 Mio. Euro rechnen.

Alles steht Kopf", sagt Wolfgang Hammer. "Wir haben all unsere Kräfte gebündelt." Der junge Mann hat dieser Tage einen harten, aber lukrativen Job: Im Auftrag der Stadt produziert die Liesinger Firma Ebinger seit einigen Tagen knapp 1000 Kurzparkzonen-Schilder – "und das so schnell wie möglich". Das Problem: Bis zum gestrigen Tag kannte der Geschäftsführer den Text für die Zusatztafeln noch nicht. Erst seit Mittwoch ist klar, wie die Zonen in den fünf neuen Bezirken verlaufen. Keinen Tag zu früh. Immerhin können Wiener, die in einem der Bezirke ihren Hauptwohnsitz haben, seit Mittwoch ein Pickerl beantragen. Rot-Grün will am Einführungstermin 1. Oktober festhalten. Die Stadt könnte so mit Mehreinnahmen von knapp 50 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Geld, das auch in den Öffi-Ausbau investiert werden soll.

Schon in den nächsten Tagen werden die Schilder deshalb in den Zonen aufgestellt und am letzten Septemberwochenende abgedeckt werden. Allein ein Gemeinderatsbeschluss ist für den Start noch nötig. "Nur daran könnte der Oktobertermin noch scheitern", sagt Pickerl-Koordinator Leopold Bubak. Er geht davon aus, dass das Pickerl für 200.000 Wiener in Betracht kommt. "Jeder dritte dürfte einen Antrag stellen."

Am Mittwoch ist der Andrang jedoch noch verhalten, wie ein Lokalaugenschein am Ottakringer Bezirksamt ergab. Der Wartesaal ist leer, Amtsmitarbeiter sitzen gelangweilt herum. Acht Ottakringer wollten bis Amtsschluss ein Pickerl beantragen.

Einer von ihnen ist Erwin Topil: "Die Parkplatzsituation nahe des Gürtels ist eine Katastrophe." Es sei in den letzten Jahren immer schlimmer geworden. Der Pensionist hofft, dass es auf ganz Wien ausgedehnt wird. "Denn nur so kann man das Ausweichen verhindern. Außerdem sollen alle zahlen."

Wer ist berechtigt?

Grundsätzlich können nun alle Hauptwohnsitzer der Bezirke 12 und 14 bis 17 ein Pickerl für ihren Bezirk beantragen. Mit Kurzparkscheinen kann man künftig bis zu drei Stunden lang seinen Pkw abstellen. Am Wochenende bleibt das Parken gratis. Ausnahmen gelten für den Bereich rund um die Stadthalle. Dort gilt die Kurzparkzone an Werktagen von 9 bis 22 Uhr und an Wochenenden von 18 bis 22 Uhr. Die Kosten betragen – wie innerhalb des Gürtels – 170 Euro. Hier gelten ausgefüllte Kurzparkscheine auch nur maximal zwei Stunden.

Für Schilder-Fabrikant Hammer hat das Pickerl Vor- und Nachteile. Zwar verdient er nicht wenig Geld damit, doch auch er selbst ist von der Ausweitung der Kurzparkzonen betroffen. "Ich pendel jeden Tag aus Niederösterreich nach Wien."

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