Symbolbild.

© KURIER/Gerhard Deutsch

Prozess
02/13/2017

Wien: 340.000 Euro abgezweigt, um Ex-Freund zu imponieren

Zur weiteren Beweisaufnahme wurde die Verhandlung auf den 27. März vertagt.

Eine in einer Wiener Anwaltskanzlei beschäftigte Sekretärin hat sich am Montag im Wiener Landesgericht verantworten müssen, weil sie an ihrem Anwaltsplatz innerhalb von zwei Jahren nicht weniger als 340.000 Euro abgezweigt haben soll. Zugleich entwendete sie einer Anwältin in der großen Wirtschaftskanzlei 30 bis 40 Schmuckstücke, die diese in ihrem Büro verwahrt hatte.

"Ich wollte meinem Ex-Freund imponieren", erklärte die junge Frau nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Patrick Aulebauer). Die von Verteidiger Arthur Machac vertretene Angeklagte legte ein Geständnis ab, bestritt aber die Schadenshöhe. Mehr als eine Viertelmillion habe sie ganz sicher nicht eingesteckt. Die Hälfte des Schmucks habe man bei einer Hausdurchsuchung in ihrer Wohnung sichergestellt. Den Rest habe sie einschmelzen lassen und zu Geld gemacht.

Manipulierte Erlagscheine

Die junge Frau hatte 2011 in der Kanzlei zu arbeiten begonnen. Im April 2014 begann sie, manipulierte Erlagscheine auszufüllen, die sie sich von ihrem unmittelbaren Vorgesetzten unterschreiben ließ. Im Betreff und als Empfänger setzte sie glaubwürdige Daten ein, etwa "Pauschalgebühren" und "Verwaltungsgericht Wien" - dass sie bei IBAN und BIC ihre eigenen Bankdaten angab und die Beträge dann bei ihr landeten, fiel bis März 2016 nicht auf.

In ihrer Verhandlung verwies die Angeklagte darauf, dass sie zu Beginn ihrer Machenschaften unter der Trennung von ihrem Freund gelitten hätte. Zur Kompensation habe sie sich bei ihrem freundes-und Bekanntenkreis gut stellen wollen. Mit dem erbeuteten Geld habe sie diesen technische Geräte und Urlaube spendiert. Zur weiteren Beweisaufnahme wurde die Verhandlung auf den 27. März vertagt.

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