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Chronik Wien
12/05/2011

Widerstand gegen Tempo 30

Rot-Grün will das Tempolimit auf die ganze Stadt ausweiten. Nicht immer zur Freude der Bezirke und der Anrainer.

Rot-Grün hat sich festgelegt: In den nächsten zwei Jahren sollen die 30er-Zonen in Wien vor allem in den Randbezirken ausgebaut werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Betroffen sind vor allem die Bezirke Leopoldstadt, Döbling, Floridsdorf und Donaustadt.

Allerdings sind Tempolimits Sache der Bezirke. So findet etwa SPÖ-Bezirksvorsteher Norbert Scheed auf Anfrage des KURIER nicht nur Positives an Tempo 30. "In Wohngebieten ist Tempo 30 durchaus sinnvoll." Aber man müsse auch darauf achten, dass Verkehr und Öffis nicht durch Tempo 30 eingebremst werden. "Flächendeckend und ohne Zustimmung des Bezirkes wird es also nicht gehen", sagt Scheed.

Ob eine Bürgerbefragung durchgeführt wird, ist noch offen. Das wäre aber - wenig überraschend - nicht im Sinne von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.
"Ich halte Befragungen zu dem Thema nicht für sinnvoll. Die Instrumente der direkten Demokratie sind in Verkehrsfragen mit Vorsicht anzuwenden", sagte sie kürzlich im Gemeinderat.

Kurios

Verwundert über den grünen Vorstoß zeigt sich auch Gerhard Kubik ( SPÖ), Bezirksvorsteher von Leopoldstadt. "Ich hätte schon gerne Information vorab gehabt", sagt er. Jetzt macht er auch folgendes Kuriosum aufmerksam. Geht es nach den Verkehrsplanern der MA 46 soll auch der Wurstelprater Tempo 30 Zone werden. Ob dass Tempolimit auch für Achterbahnen gilt? Auch die Öffis will er sich ansehen. So könnte der 5A, unter KURIER-Lesern nicht für seine Pünktlichkeit bekannt, im Bereich der Volkertstraße noch mehr ausgebremst werden, wenn dort Tempo 30 kommt.

Als völliger Unsinn kann das geplante Tempo 30 in der Shuttleworthstraße in Floridsdorf oder im freien Feld hinter dem Rinterzelt bezeichnet werden.
Bei den Wiener Linien wartet man auf die Entscheidung der Bezirke. Klar ist aber: "Dort, wo Busse oder Bims fahren, muss es eine Ortsverhandlung geben", sagt Sprecher Answer Lang.

Eine Bastion gegen Tempo 30 liegt in Döbling. Hier wäre die größten Erweiterungen vorgesehen. Bezirkschef Adolf Tiller: "Das ist Geldverschwendung und geht in die Millionen. Da müssten fast an jeder Straßenecke Schilder montiert werden. Jedes um fast 1000 Euro, obwohl man in den kleinen Gassen ohnehin nicht schneller fahren kann als 30." Tiller steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Viele Bewohner in Döbling sind auch gegen Tempo 30.

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