War bei Kellerleichen Gift im Spiel?
Der Mordfall rund um die im Juni entdeckten einbetonierten Leichen im Keller eines Eissalons in Wien-Meidling ist um eine Facette reicher: Zumindest eines der Opfer dürfte vergiftet worden sein, heißt es aus gut informierter Quelle. Ein entsprechendes Gutachten wird derzeit in der Gerichtsmedizin von Professor Johann Missliwetz bearbeitet, dessen Sachverständigenberichte schon mehrfach in spektakulären Mordprozessen für Aufsehen sorgten. Bei der
Staatsanwaltschaft Wien wurden entsprechende KURIER-Recherchen bestätigt: "Ja, die Untersuchungen dazu sind derzeit im Gange, ein Ergebnis steht aber bis jetzt noch aus", erklärte Sprecherin Michaela Schnell auf Anfrage. Nähere Details wolle man dazu vorerst nicht bekannt geben. Schnell betonte, dass vorerst allerdings nur eines der beiden Opfer auf mögliche Giftspuren im Körper untersucht wird.
Wie berichtet, steht die gebürtige Mexikanerin Estibaliz C. unter dem dringenden Verdacht, ihren Ex-Mann und drei Jahre später ihren Lebensgefährten getötet zu haben. Dafür soll sie eine Pistole (oder zwei Gewehre) benützt haben, lautete zunächst die Vermutung der ermittelnden Kriminalisten.
Gift gekauft
Unbestätigt blieb von der Staatsanwaltschaft, dass der Hinweis auf Gift von einem Zeugen aus dem Umfeld stammen soll. Der will die 32-jährige Mordverdächtige beim Kauf eines Giftstoffes beobachtet haben. Um welches Gift es sich genau handelt, war vorerst noch unklar. Auch hier soll die toxikologische Untersuchung demnächst Licht ins Dunkel bringen.
Der prominente Anwalt von
Estibaliz C., Rudolf Mayer, erfuhr erst vom KURIER von den neuesten Entwicklungen in dem aufsehenerregenden Mordfall. Seine Mandantin habe bisher allerdings keinerlei Aussagen zu den Vorwürfen getätigt. Auch bei der Staatsanwaltschaft Wien heißt es, dass sich die 32-Jährige noch nicht zu den aktuellen Vorwürfen geäußert hat.
Bald Geburt
Für Estibaliz C. wird auch langsam die Geburt ihres Kindes ein Thema. Sie sitzt momentan hochschwanger in einer Zelle der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Auf die Frage, wie es der 32-Jährigen derzeit geht, antwortet Mayer nur: "Man kann sich vorstellen, wie es jemandem geht, der im sechsten Monat schwanger ist und so einen langen Prozess vor sich hat."
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