Chronik | Wien
01.10.2018

Vom Prater in die Krieau: Geschichte des Wiener Trabrennsports

Von den goldenen Jahren hin zu 26 Renntagen im Jahr

Pferdefahrten – ob mit Einspänner, Zweispänner oder Fiaker – erfreuten sich Mitte des 19. Jahrhunderts in der Wiener Prater-Hauptallee immer größerer Beliebtheit. Daraufhin wurde im April 1874 der erste Wiener Trabrennverein gegründet, mit Graf Kálmán Hunyady als ersten Präsidenten. Zunächst wurden die Rennveranstaltungen weiter in der Prater Hauptallee abgehalten – bis vier Monate später die Rennbahn in der Krieau eröffnet wurde. Es ist nach dem Hippodrom in Moskau die zweitälteste Bahn der Welt.

Die 1970er- bis 1990er-Jahre können mit zwei, drei Renntagen pro Woche als goldene Jahre des Trabrennsports bezeichnet werden. Die heimischen Traber fuhren in dieser Zeit vermehrt internationale Preise ein.

Sportwetten

Mit dem Aufkommen der Lottoziehung und der Online-Sportwetten flaute das Geschäft mehr und mehr ab. Die drei A-Bahnen Krieau, Baden und Ebreichsdorf kommen nun jährlich auf 40 bis 50 Renntage. Damit befindet sich der österreichische Trabrennsport im europäischen Mittelfeld. Die Top drei Nationen sind Frankreich, Schweden und Italien.

In England, ebenfalls ein großes Pferdesport-Land, haben sich die Galopprennen durchgesetzt. Diese Pferdesportvariante waren von jeher eher an den Adel gerichtet. Die Trabrennen waren durch ihre niedrigen Einsätze beim Volk beliebter.

Während es beim Pferdesport in Europa insgesamt kriselt, gedeiht er in Asien. Vor allem in Hongkong und Südkorea werden vermehrt Bahnen gebaut.