© Jürg Christandl

Chronik Wien
06/27/2012

Ute Bock: Die Ungemütliche im Porträt

Von der Linken verehrt, von den Rechten attackiert: "Flüchtlingsmutter“ Ute Bock im Porträt.

von Evelyn Peternel

Sie ist die Galionsfigur der Linken, für die Rechten ist sie Symbol für alles, was in Asylfragen falschläuft: "Flüchtlingsmama“ Ute Bock.

Geboren in Linz, hat Bock nach der Matura den Weg nach Niederösterreich und später Wien gesucht -  zuerst als Erzieherin in einem Kinderheim in Biedermannsdorf, danach in Wien-Favoriten, wo sie in der mittlerweile viel zitierten Zohmanngasse ihre Arbeit aufnahm.

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Etwa 30 Jugendliche afrikanischer Herkunft hat man damals wegen des Verdachts von Drogenhandel festgenommen; zuvor war erstmals österreichweit ein "großer Lauschangriff" durchgeführt worden.  Bock wurde wegen Bandenbildung und Drogenhandels angezeigt und zeitweise vom Dienst suspendiert.

Die Konsequenz: Die Anklage wurde später fallengelassen – Bock wurde es allerdings verboten, weitere afrikanische Asylwerber in der Zohmanngasse unterzubringen.

Im Rahmen der „Operation Spring"  hat man übrigens gesamt 100 Verfahren gegen Afrikaner geführt – die von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisierte Operation entwickelte sich zu einem der größten Justizverfahren der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Fast alle Angeklagten wurden zu teilweise langjährigen Haftstrafen verurteilt.  

Bocks Pensionierung folgte im Jahr darauf. Ein Schritt, der ihr Engagement allerdings nicht verebben ließ: Bock verwendete ihre eigene Pension dafür, um Unterkünfte für Hilfesuchende zu installieren – Flüchtlinge fanden in ihren vier Wänden Schutz.  

Bocks Einrichtungen fungierten auch als Briefkasten-Adresse für all jene, die kein Dach über dem Kopf hatten – zunächst in Favoriten, später in der Leopoldstadt.

Unterstützung gab es vor allem von kultureller Seite. "Bock auf Bier" war in aller Munde, als Wiener Wirte den Gerstensaft um zehn Cent teurer verkauften, um Ute Bock zu helfen. "Bock auf Kultur" war ein ebenso erfolgreiches Nachfolgeprojekt für die Sozialeinrichtung.

Die Früchte der ehrenamtlichen Arbeit: Etwa 100 Wohnungen für über 300 Menschen aus mehr als 20 Ländern konnten bald bereitgestellt werden. Das Geld reichte auch bis zum Jahr 2008, als der Verein sich finanziell nicht mehr überlebensfähig sah...  

... und Bock selbst sogar mit einem Sprung aus dem Fenster drohte. Aufgefangen im übertragenen Sinne hat sie der Unternehmer Hans-Peter Haselsteiner – der frühere Strabag-Chef sprang finanziell ein.  

Stressfrei ist die Lage für Ute Bock deshalb aber noch lange nicht. Derzeit hat sie nach der Rückübersiedelung ihrer Einrichtung in die Zohmanngasse mit Anrainerbeschwerden zu kämpfen – der Unmut gegen die Asyleinrichtung wächst; nicht zuletzt deshalb, weil zwei Tschetschenen kürzlich eine Streitigkeit per Messerstecherei ausgetragen haben.

Freilich gilt es zu bemerken: Der Schauplatz war von der Zohmanngasse weit entfernt. Nichtsdestotrotz geht die Debatte weiter – auch der KURIER hat bereits zu einem Stadtgespräch dazu geladen.

Abbringen lässt sich Bock deshalb aber von nichts. Und der Zuspruch gibt ihr Recht: Nicht nur ihre Schutzbefohlenen titulieren sie liebevoll "Mama"; auch Kunstschaffende widmen sich ihrem Wirken.

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