Chronik | Wien
06.05.2018

Treffpunkt Wien: Wünsch dir was

Im „Ludwig & Adele“ sprach Sona MacDonald über ihre Kindheit in Amerika und ein Muttertagskonzert

Das Leben ist kein Wunschkonzert, heißt es. Kommenden Sonntag ist es das doch. Zumindest für die Besucher der Sträußelsäle im Theater an der Josefstadt. Denn dort wird Sona MacDonald mit Kolleginnen und Kollegen jene Lieder singen, die sich das Publikum zuvor per Mail oder Telefon gewünscht hat. Einzige Vorgabe: Es sollen Lieder sein, die für sie mit dem Muttertag zusammenhängen.

Welches Verhältnis Sona MacDonald zu ihrer eigenen Mutter hat? „Ein richtig gutes“, erzählt sie, als sie den KURIER zum Mittagessen im „Ludwig & Adele“ trifft; dem kreativ-hippen Lokal im Foyer des Stadtkinos. „Aber sie ist ja auch Schauspielerin. Sie versteht also alles, was mit meinem Beruf zu tun hat, richtig gut.“ Sona MacDonald denkt kurz nach. „Ich habe auch nur kurz gegen sie rebelliert. Und nur, wenn es um Männer ging.“ Sie muss auflachen. „Leider sollte sie im Nachhinein immer recht haben. Aber das muss man halt erst selbst erkennen.“ Sie lässt den Blick aus dem Fenster schweifen.

Es ist ihr liebster Platz, ganz links oder ganz rechts, im Eck des Lokals, neben dem kreisrunden Fenster, die sie an ein Schiffsbullauge erinnern. Weil sie von hier aus, das Treiben im Lokal gut im Blick hat. Schließlich nehme sie gerne eine Beobachterrolle ein. Außerdem könne sie hier ganz wunderbar Texte lernen.

Avocados in Florida

Zur Stärkung bestellt sie sich entweder den Ludwigs Burger mit Bio-Rindfleisch, Bregenzerwälder Bergkäse, Tiroler Speck und hausgemachter Sauce oder den „L & A Season Salad“ mit Ziegenkäse, Speck und Avocado.

An diesem Tag wird es zweiteres.

Avocados, davon hat die Schauspielerin in ihrer Jugendzeit in Florida richtig viel gegessen. Geboren ist Sona MacDonald zwar in Wien, aufgewachsen ist sie aber in dem Land, aus dem ihr Vater stammte: Amerika.

Als Tochter einer Schauspielerin und eines Konzertpianisten gab es für sie nie Zweifel, dass sie auch Künstlerin werden wollte. Mit sieben Jahren wirkte sie in ihrem ersten Stück mit. Es verband zufällig alle Komponenten ihres Lebens, nämlich Österreich, Amerika, Gesang und Schauspiel: Sie spielte eines der Kinder im Musical „Sound of Music“.

Es war übrigens nicht das einzige Mal, dass sie der Zufall zu den passendsten und spannendsten Projekten brachte. „Witzigerweise sind die Projekte, die ich richtig gern wollte, oft nicht aufgegangen. Da hab ich offenbar zu großen Druck draufgesetzt, mich verkrampft.“ Vielleicht wären die Projekte aber auch gar nicht die richtigen gewesen, meint sie, während der Season Salad serviert wird. „Die guten Projekte kamen jedenfalls fast immer aus heiterem Himmel.“

So wie die Rolle der Jazz-Sängerin Billie Holiday in „Blue Moon“. Eine Rolle, die ihr Regisseur Torsten Fischer angeboten hatte, für die sie 2016 mit einem Nestroypreis gewürdigt wurde und mit der sie aktuell durch Deutschland tourt.

Die Zahl 7

Dass Sona MacDonald ihre erste Rolle genau mit sieben Jahren gespielt hat, verwundert sie nicht. „Die 7 ist für mich eine Zauberzahl. Wichtige Dinge sind mir immer in einem Alter passiert, das eine Mehrzahl von 7 war.“ Mit 21 Jahren verbrachte sie zum Beispiel eine entscheidende berufliche Zeit in Berlin; mit 35 Jahren brachte sie ihren Sohn Skye zur Welt.

Skye MacDonald ist mittlerweile erwachsen und versucht selbst sein Glück in der Hauptstadt Deutschlands. Er studiert an der Ernst-Busch-Schauspielschule. Das freut Sona MacDonald nicht nur, weil es ihr mehr Grund gibt, öfter in diese pulsierende Stadt zu fahren. Aber schon auch.