Chronik | Wien
22.05.2018

Schönbrunn: Malendes Orang-Utan-Weibchen Nonja gestorben

42-jähriges Tier hatte extreme Nierenschwäche und wurde eingeschläfert.

Orang-Utan-Weibchen Nonja, das wohl bekannteste Tier im Schönbrunner Zoo, ist tot. "Eine neuerliche Nierenuntersuchung zeigte, dass sich ihre Nierenschwäche extrem verschlechtert hat. Es blieb uns keine andere Wahl, als Nonja zu erlösen", berichtete Zootierarzt Thomas Voracek.

"Sie zeigte keinen Appetit"

Die Sorge um Nonja unter den Tierpflegern, Zoologen und Tierärzten war schon seit Längerem groß. Eine CT-Untersuchung sowie Blut- und Ultraschalluntersuchungen Anfang Mai hatten eine schwere Nierenschwäche ergeben. "Trotz medizinischer Behandlung hat sich Nonjas Zustand übers Wochenende massiv verschlechtert. Sie hat extrem abgebaut, war teilnahmslos und zeigte keinen Appetit", sagte der Veterinär. Dienstagfrüh war ihr Zustand dramatisch.

Nonja hatte am 21. April 1976 im Tiergarten Schönbrunn das Licht der Welt erblickt. Da ihre Mutter nicht genug Milch hatte, musste von den Pflegern zugefüttert werden, woraus sie eine besondere Nähe zu Menschen aufbaute, die ihr bis zum Schluss geblieben ist.

Mit Pinsel und Farbe berühmt geworden

"Nonja wird uns allen fehlen. Auch bestimmt vielen Stammbesuchern, die zu ihr eine Beziehung aufgebaut haben. Sie hat gerne die Besucher beobachtet, mit ihnen interagiert, sie aufgefordert, ihr den Inhalt der Taschen zu zeigen", erinnerte sich Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Als Nonja im Zuge eines Beschäftigungsprogrammes in den 90er-Jahren verstärkt zu Pinsel und Farbe griff, wurde sie mit ihren Bildern berühmt. Weltweite Aufmerksamkeit erregte sie 2009 als erster Affe auf Facebook.