Chronik | Wien
14.06.2018

Soldat erschossen: 15 Jahre Haft wegen Mordes

Schuldspruch im Sinn der Anklage mit 5:3 Stimmen nach Todesschuss im vergangenen Oktober in Kaserne.

Der 22-jährige Soldat, der am 9. Oktober 2017 in der Albrechtskaserne in Wien-Leopoldstadt einen um zwei Jahre jüngeren Grundwehrdiener erschossen hat, ist am Landesgericht wegen Mordes zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Schuldspruch der Geschworenen fiel mit dem knappestmöglichen Abstimmungsverhältnis von 5:3 Stimmen zugunsten der Anklage aus.

Bei Stimmengleichheit wäre der inkriminierte Vorwurf der vorsätzlichen Tötung vom Tisch gewesen. Während der Angeklagte bei der Urteilsverkündung wie schon während des gesamten Verfahrens ruhig, fast teilnahmslos wirkte, reagierten seine Angehörigen teilweise entsetzt. Familienmitglieder des getöteten 20-Jährigen, die bis zur Urteilsverkündung im Gericht geblieben waren, verhielten sich diszipliniert.