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Chronik Wien
12/05/2011

Schwedenplatz: Vision für den Schandfleck

Eine Ausstellung im Wien Museum zeigt Konzepte für die Verschönerung des heruntergekommenen Platzes.

Böse Zungen sprechen vom "Hinterhof der Innenstadt": Mit seinen grauen Nachkriegsfassaden und tristen Imbissstandln ist der Schwedenplatz alles andere als ein Ort, an dem man sich gerne lange aufhält. Und das, obwohl er mitten in der City liegt.

"Während auf der anderen Seite des Donaukanals zuletzt unglaublich viel gebaut wurde, ist hier seit 1945 praktisch überhaupt nichts passiert. Dabei ist der Schwedenplatz von seiner Lage her ein phänomenaler Standort", sagt Christian Rapp. Er ist Kurator der Ausstellung "Platz für die Stadt" im Wien Museum, die sich der Geschichte und der möglichen Zukunft dieser innerstädtischen Problemzone widmet. Sie wird von zwei Diskussionsveranstaltungen begleitet.

Diskussion

Die Schau geht auf die Initiative von Planungsstadträtin Maria Vassilakou zurück, die gleich nach ihrem Amtsantritt im Vorjahr die Verschönerung des Platzes zum zentralen Ziel erklärt hatte.

Vorgestellt werden unter anderem die unterschiedlichen Pläne, den heruntergekommenen Verkehrsknotenpunkt in einen Museumsstandort zu verwandeln. Am Schwedenplatz könnte etwa das Wien Museum oder das jüdische Museum seine neue Heimat finden.

Wesentlich visionärer ist hingegen das Projekt "Trialto" der Architekten Michael Satke und Gregor Eichinger, das bereits vor einigen Jahren präsentiert wurde: Ein Brückengeflecht aus mehreren Ebenen, das die City mit dem gegenüberliegenden 2. Bezirk verbinden soll. "Darauf könnte eine urbane Zone mit Geschäften und Liegestühlen entstehen", sagt Rapp. So könnte die traditionell sehr stark ausgeprägte Trennung zwischen den beiden Bezirken aufgehoben werden.

Bei einem weiteren Projekt geht es um die Erweiterung des Platzes vor der Ruprechtskirche, auf dem beispielsweise Kinos entstehen könnten.

Langer Prozess

Bis jedoch am Schwedenplatz die Baumaschinen auffahren, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Konkrete Pläne und einen Zeitrahmen für die Umgestaltung gibt es noch nicht, betont man im Büro Vassilakou. Mit der Ausstellung soll nun zunächst einmal ein Diskussionsprozess in Gang gesetzt werden.

Geschichte: Kriegsschäden und Verkehr

Kriegsrelikt Während der Kriegshandlungen im April 1945 wurde die Gegend rund um den Schwedenplatz schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ganze Straßenzüge wurden vernichtet. Die zerstörten Häuser wurden nie wieder aufgebaut, der Platz wurde den Autos überlassen. Ab den 70er-Jahren entwickelte er sich mit dem Anschluss an das U-Bahn-Netz zum Verkehrsknotenpunkt.

Ausstellung "Platz für die Stadt", Wien Museum am Karlsplatz (Atrium): 5. Oktober bis 6. November (Di. bis So. sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr), freier Eintritt.

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