Rätsel um gefesselte Frauenleiche

In ihrer Wohnung im ersten Wiener Gemeindebezirk wurde eine 48-Jährige tot aufgefunden. Die Polizei geht von Fremdverschulden aus.
Rätsel um gefesselte Frauenleiche

Wenn ein mysteriöser Mord an einer prominenten Adresse in der Wiener-City passiert, machen sofort Spekulationen die Runde.

So auch Samstagvormittag. Denn gegen 10.30 Uhr ging bei der Polizei ein Anruf ein. Völlig aufgelöst berichtete eine männliche Stimme, in der Rauhensteingasse 7, in der Wohnung im fünften Stock eine Frauenleiche gefunden zu haben.

Als die Kriminalisten bei dem Tatort eintrafen, wartete der Mann auf die Beamten. Gemeinsam betrat man die Wohnung. Im Wohnschlafbereich lag die Leiche der 48-jährigen Wohnungsbesitzerin. Schnell stellte sich heraus, dass der Anrufer der Ex-Lebensgefährte (68) des Mordopfers war.

Selbst für erfahrene Ermittler bot sich ein eher seltenes Bild des Tatorts. Die getötete Frau lag auf der Bettcouch und war an Händen und Füßen gefesselt. Laut Polizeisprecherin Manuela Vockner war die Frau nur spärlich bekleidet und dürfte wohlhabend gewesen sein.

Todesursache unklar

Nicht erkennbar war weiters die Todesursache. Denn das Mordopfer zeigte keinerlei Gewalteinwirkung. Weder Stich-, Schuss- noch Schlagverletzungen wurden festgestellt.

Ebenfalls mysteriös ist, dass an der Wohnungstüre keine Einbruchsspuren zu finden waren. Und in der Wohnung selbst konnte die Tatortgruppe keine Kampfspuren entdecken. Zusätzlich herrschte auch kein Chaos, wie es etwa bei Raubmorden häufig der Fall ist. Das Mordopfer wurde Samstagnachmittag in die Gerichtsmedizin gebracht, eine Obduktion wurde angeordnet. Das Ergebnis zur Todesursache wird am Sonntag erwartet.

Gemeinsam mit Verwandten wird in den kommenden Tagen eruiert, ob aus der exklusiv eingerichteten City-Altbauwohnung Gegenstände fehlen. Die Polizei jedenfalls vermutet, dass sich Opfer und Täter gekannt haben könnten. Zumindest muss die getötete 48-Jährige ihren Mörder in die Wohnung gelassen haben, oder der/die Täter hatten einen Schlüssel.

Eine Nachbarin (sie wollte anonym bleiben) beschrieb das platinblonde Opfer als sehr freundlich und nett: "Man kannte sich aus dem Stiegenhaus."

Sorgen der Mutter

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Bevor der frühere Lebensgefährte zur Wohnung des Mordopfers fuhr, telefonierte er mit der Mutter der 48-Jährigen. Da sie ihre Tochter mehrfach telefonisch nicht erreichen konnte, machten sie sich große Sorgen. Schließlich fuhr der Ex-Lebenspartner in die Rauhensteingasse 7.

Sachdienliche Hinweise bitte an das Landeskriminalamt Wien, Gruppe Stöckelhuber 01-31310/33110.

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