Die Verteidigung meldete umgehend Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an (Symbolbild)

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Chronik | Wien
07/03/2019

Quintett nach bewaffnetem Raub in Wien festgenommen

Die mutmaßlichen Räuber bedrohten 48-Jährigen und stahlen Bargeld aus seinem Tresor.

Ein Quintett an Räubern im Alter von 16 bis 20 Jahren ist Ende Juni festgenommen worden, nachdem sie am 19. Mai einen 48-Jährigen in seiner Wohnung in Wien-Liesing mutmaßlich geschlagen, mit einer Schusswaffe bedroht und ausgeraubt hatten. Drei der Beschuldigten kannten das Opfer schon länger und nutzten diesen Umstand aus, berichtete die Polizei am Mittwoch

Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien ergaben, dass drei der fünf Festgenommenen, zwei 17-jährige Frauen und eine 16-Jährige, mit dem Opfer in dessen Wohnung Alkohol und Drogen konsumiert hatten, als sie vorgaben, eine Pizza zu bestellen. Damit brachten die Verdächtigten den Mann dazu, seine Wohnungstüre zu öffnen, als es an dieser klopfte. Dort erwarteten ihn die restlichen zwei Beschuldigten, zwei Männer im Alter von 18 und 20 Jahren. Sie schlugen ihm ins Gesicht und bedrohten ihn mit einer Schusswaffe, um die Herausgabe eines Tresorschlüssels zu erzwingen. Die Männer stahlen Bargeld und flüchteten. Rund 30 Minuten nach der Tat verließen auch die drei Jugendlichen die Wohnung in Wien-Liesing, um sich mit ihren Komplizen die Beute zu teilen.

Gegen alle fünf mutmaßlichen Täter wurde eine Festnahmeanordnung erwirkt. Wie sie ausgeforscht wurden, konnte Polizeisprecherin Irina Steirer aus ermittlungstaktischen Gründen gegenüber der APA nicht sagen. Sie seien jedenfalls separat voneinander Ende Juni aufgesucht und festgenommen worden, sagte Steirer. Lediglich der 20-Jährige leistete bei einem Zugriff mit Unterstützung der Cobra am 30. Juni Widerstand. Bei einer Hausdurchsuchung wurden die verwendete Schusswaffe und vier Schlagringe gefunden. In Vernehmungen waren alle fünf Festgenommenen größtenteils geständig. Sie wurden in die Justizanstalt Josefstadt gebracht.

52-jähriger in Deutschland festgenommen

Die selben Gruppe des Landeskriminalamts hat am 29. Mai per europäischem Haftbefehl die Festnahme eines 52-Jährigen in Deutschland erwirkt. Der Italiener wird verdächtigt, mehrere Raubüberfälle auf Lebensmittelgeschäfte in Wien verübt zu haben. Im Jahr 2003 soll er eine Kassierin und eine Kundin in einer Filiale in Ottakring mit einer Pistole bedroht und Bargeld gefordert haben. Er flüchtete ohne Beute und verlor dabei ein Stanley-Messer. Darauf wurden DNA-Spuren gefunden, die eine Treffermeldung ergaben. Im Juli 2009 schlug der Beschuldigte in einem Geschäft in Wien-Donaustadt zu. Auch hier musste er ohne Beute flüchten, da er von Kunden verfolgt wurde.

Die Beamten des Landeskriminalamts brachten in Erfahrung, dass sich der Verdächtige in Deutschland aufhielt. Ein europäischer Haftbefehl führte zur Festnahme des Mannes. Er wurde Ende Mai nach Österreich ausgeliefert.