Promis pilgerten ins neue Box-Mekka

Weg vom Schmuddel-Image, hin zum Breitensport. Ein neues Wiener Box-Center will den angeschlagenen Sport wieder salonfähig machen.

Untertags sitzen sie in ihren gläsernen Türmen im Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf. Sie sind noch jung, aber schon darin geübt, sich in harten Verhandlungsrunden durchzusetzen. Doch abends heißt es Abtauchen. Abtauchen in den Untergrund. Im "The Real Fight Club" treffen sich junge Finanzmanager aus einem Grund: Um sich zu verprügeln,... ... um einmal so zu sein wie Tyler Durden, die Figur aus David Finchers Kultfilm "Fight Club", gespielt von Brad Pitt (ORF-Bild). Im Hollywood-Film aus dem Jahr 1999 müssen die Boxer acht Regeln einhalten. Auch bei den sogenannten "White Collar Boxern" gibt es Regeln. (Anm.: "White Collar" steht für weißer Kragen, also für Büroangestellte; im Gegensatz zu den "Blue Collars" der Arbeiterschicht) Bevor die Boxer - in kühles, blaues Licht gehüllt - den Weg zum Ring beschreiten, müssen... ... sie sich etwa einem Gesundheitscheck unterziehen.
Guy Burgoyne (Bild) ist einer von ihnen. Und wer Klischees von Bankern oder Boxern mit sich herumschleppt, darf diese getrost vor dem Eingang abgeben... ... Smarte Banker. Tattoos. Boxen. Knallbunte Comic-Boxershort - hier im London des 21. Jahrhunderts ist das alles kein Widerspruch mehr. Sind Banker gute Boxer? Vielleicht. Zumindest wissen sie: Ob Verhandlungsmarathon oder Boxkampf - Vorbereitung und Durchhaltevermögen zählen. Die einsamen Minuten vor dem Kampf werden im Ring mit... ... heftigem Gejohle und Anfeuerungsrufen von... ... Freunden, Kollegen, Gegnern oder Box-Interessierten belohnt. Ob am Börsenparkett oder am Ring - Schreien muss gelernt sein. In der Formel 1 gibt es die Boxen-Luder, hier sind es die Runden-Girls, die nicht fehlen dürfen. Im Ring kann es bekanntlich nur einen Sieger geben... ... danach heißt es für Sieger und Verlierer aber unisono - zurück aus dem Dämmerlicht an die Schreibtische in den lichtdurchfluteten Bürotürmen. Profiboxerin Eva Voraberger schulte den Nachwuchs vorsichtig ein.
Boxclub Foto: KURIER/Boroviczeny Barbara Karlich nutzte die Gelegenheit und vermöbelte Kollegen Edi Finger.

Boxen und Kampfsportarten finden auch in Österreich immer mehr Anhänger. Blitzschnelle Schlag- und Schrittkombinationen lockten Donnerstagabend nicht nur die "Szene", sondern auch den einen und anderen Promi in das neu eröffnete Pro-Gym Sportcenter in Wien-Floridsdorf.

Organisator und Boxfan Theodor Böhm gewann Barbara Karlich als Moderatorin. Stilgerecht wurde die ORF-Talkerin auf einer Harley Davidson zum Ring chauffiert. Beim Start ihrer Moderation ließ Karlich auch gleich die verbalen Muskeln spielen: "Seid`s a bissl leiser, sonst gibt`s ane auf die Goschn." Die  Fangemeinde zeigte sich amüsiert und fuhr den Lärmpegel kollektiv herunter. Stargast und Österreichs Box-Ikone Hansi Orsolic saß direkt am Ring und fühlte sich sichtbar wohl.

 

 

Boxfan Edi Finger

Boxclub Foto: KURIER/Boroviczeny Box-Ikone Hansi Orsolic fühlte sich bei der Party sichtbar wohl.

Für Radio-Legende Edi Finger gilt das Boxen als das beste Körpertraining überhaupt: "Ich bin ein riesiger Fan dieser Sportart. Zu meiner Zeit war das der Sport der Jugend. Die körperliche Fitness eines austrainierten Boxers ist sensationell. Denn alle seine Muskeln sind beweglich, und nicht nur zum präsentieren da." Finger moderierte in seiner beruflichen Karriere - auch in der Stadthalle -  mehrere Boxkämpfe. Und er war ein persönlicher Freund des dreifachen Box-Olympiasiegers Laszlo Popp.

Staranwalt Werner Tomanek kannte so manchem der Gäste aus seiner Kanzlei: "Das ist ja hier wie im Wartezimmer", scherzte der Strafverteidiger. Ob er abseits des Gerichtes auch die Boxhandschuhe überzieht? "Ich trainiere zweimal die Woche. Das gibt dir den Punch."

Einiges auf die Mütze

Boxclub Foto: KURIER/Boroviczeny Austrainiert und toll in Form. Auch Sonja Klima präsentierte sich als Boxfan.

Auch Sonja Klima, sie trainiert regelmäßig, saß direkt am Ring. Gemeinsam mit dem thailändischen Vize-Botschafter Nonsiri Bur Nasri verfolgte sie die spannenden Schau- und Trainingskämpfe. Beeindruckt zeigte sich die Charity-Lady von Eva Voraberger. Die Profiboxerin, sie ist vierte der Europarangliste, glänzte durch technisch schwierige Schlagfolgen und enormer Schnelligkeit. So mancher männlicher Sparringpartner bekam  einiges auf die Mütze.

Das neue Wiener Box-Mekka will den angeschlagenen Sport wieder salonfähig machen. Neben den verschiedensten Kampfsportarten werden auch diverse Trainingsprogramme angeboten. Infos unter office@boxteam-vienna.at oder 0676/561 13 02.

(kurier / bemi) Erstellt am
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