Chronik | Wien
05.12.2011

Polizei zerschlug "Marihuana-Connection"

Drehpunkt der Drogenhändler war ein Getränkehandel, bei dem Bestellung mittels Codewörtern aufgegeben wurden.

Eine österreichisch-serbische Drogenbande soll die Wiener Marihuana-Szene monatelang mit "Stoff" versorgt haben. Mindestens 50 Kilogramm Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von etwa einer halben Million Euro wurden in Umlauf gebracht. Zwölf Verdächtige wurden festgenommen, insgesamt 30 Bandenmitglieder und 1.500 Abnehmer ausgeforscht, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Eigener Lieferservice

In Wien soll die Organisation sogar einen eigenen Lieferservice aufgezogen haben: Mit Ausnahme der Bezirke nördlich der Donau, wurden die zuvor georderten Drogen durch eigene Fahrer zugestellt. "Der Andrang war so groß, dass zum Teil stundenlange Wartezeiten in Kauf genommen wurden", berichtete die Polizei.

Drehpunkt war ein Wiener Getränkehandel, den einer der führenden Köpfe der Bande offiziell betrieben hat. "Bei einem Subunternehmen dieser Getränkefirma konnte man auch während der Nachtstunden mittels spezieller Codewörter wie 'OCB-papers', 'ein Menü' oder Mannerschnitten-plus' neben Getränken und Naschereien auch Marihuana bestellen", so der Polizeibericht. Mindestabnahmemenge: zwei Gramm zum Preis 20 Euro.