Arbeiter sperrten den Gürtel zu lange, ein Mega-Stau war die Folge.

© KURIER/Jeff Mangione

Megastau
11/05/2014

Polizei griff gegen Baufirma durch

Arbeiter ignorierten Zeitvorgabe und provozierten Verkehrschaos. Die Exekutive räumte die Baustelle.

von Michael Berger

Kurz nach sieben Uhr früh machte die Polizei kurzen Prozess. Erstmals in ihrer Geschichte räumte die Wiener Exekutive Mittwochfrüh eine Straßenbaustelle. Denn die Arbeiter ignorierten den von der Magistratsabteilung 28 (Straßenbau) ausgestellten Bescheid. Dieser schrieb vor, dass die gesperrte Fahrbahn im Kreuzungsbereich Innerer Margaretengürtel-Linke Wienzeile ab fünf Uhr früh wieder für den Verkehr frei gegeben sein muss.

An dieser Kreuzung wird seit 29. September eine Ampel und ein Radweg errichtet. Doch die Arbeiter gaben die Fahrspur in der Frühspitze eben nicht frei. Polizeisprecher Roman Hahslinger erklärte das Ergebnis: "Bis sieben Uhr baute sich eine Blechlawine vom Margaretengürtel bis zur Kliebergasse in der Nähe des Hauptbahnhofs auf."

Den Auslöser des Staus versuchte Matthias Holzmüller, Sprecher der MA 28, so zu beschreiben: "Der Bauleiter argumentierte, dass der aufgebrachte Beton auf der Gürtel-Spur nicht aushärten konnte. Die Temperaturen waren in der Nacht zu hoch." Ein kurioses Argument, begründeten Baufirmen Verzögerungen doch bisher gerne mit zu niedrigen Temperaturen.

Anzeige gegen Firma

Bleibt die Frage nach den Konsequenzen. Schließlich kamen Tausende Autofahrer zu spät zur Arbeit; vom Ärger ganz zu schweigen. "Wir zeigen die verantwortliche Firma wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung an.", sagt Holzmüller. Die Verwaltungsstrafe wird sich zwar finanziell in Grenzen halten, dürfte aber Signalwirkung haben. Denn der Schritt einer Anzeige wurde durch das Rathaus bisher erst einmal gesetzt: zum Start der heurigen Baustellensaison auf der Westeinfahrt. Damals ignorierte ein Konzern ebenfalls den Bescheid des Magistrats. Die Frage, wo denn Wiens Baustellen-Kontrollore waren, konnte nicht beantwortet werden.

Dafür geht der ARBÖ mit den inkompetenten Firmen hart ins Gericht. Pressechef Kurt Sabatnig: "Mit den Bauunternehmen muss Tacheles gesprochen werden. Sichtbar helfen hier nur Strafen. Kompliment an die Exekutive, dass geräumt wurde. Und die Initiative von Bürgermeister Michael Häupl, das Baustellen-Management zu reformieren, ist zu begrüßen."

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