ÖVP lud Muslime zum zweiten Abendmahl

Dinner mit dreien: Kurz, Marek und Spindelegger luden Muslime in die Politische<br />
Akademie der ÖVP.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Fastenbrechen mit der Wiener Volkspartei: Spindelegger, Marek, Kurz und Co. trafen Vertreter muslimische Verbände.

Den Sonnenuntergang gemeinsam zelebrieren - das ist etwas für frisch Verliebte, das ist ein Motiv für TV-Romanzen, und das ist mittlerweile eine Geste der Integrationspolitik. Der islamische Fastenmonat Ramadan läuft seit 1. August, die Wiener ÖVP lud am Dienstag wie im Vorjahr Vertreter der muslimischen Verbände zum Fastenbrechen ein. Im Ramadan dürfen Muslime nach Sonnenaufgang weder Essen noch Trinken - bis zum Sonnenuntergang.

Menü

Traditionell wird dann mit Freunden das Fastenbrechen zelebriert. Man lädt ein oder wird eingeladen zum sogenannten Iftar-Mahl. Auf dem Parkplatz der Politischen Akademie der ÖVP im zwölften Wiener Bezirk standen am Dienstag etliche Autos mit Fan-Aufklebern türkischer Fußballklubs; als Letzter, kurz vor Sonnenuntergang kam Vizekanzler Michael Spindelegger. ÖVP-Wien-Chefin Christine Marek sagte zur Begrüßung, sie wolle das Mahl zur fixen Einrichtung machen; Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz hob die Bedeutung des Ramadan als "Zeit für Freunde und Familie" hervor.

Spindelegger und Fuat Sanaç, der neue Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, streuten einander in ihren Reden Rosen; die 130 Gäste wurden mit Joghurtsuppe, Rindfleisch und Eis-Palatschinken bewirtet. Den Fastenden hat es offensichtlich geschmeckt - und das ist eine gute Nachricht für die ÖVP.

Denn mit der Ankündigung, das Iftar-Mahl jährlich abzuhalten, tritt sie gewissermaßen in den kulinarischen Wettstreit mit der SPÖ - Bürgermeister Michael Häupl lädt schon seit zehn Jahren zum Fastenbrechen in den Rathauskeller.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?