Chronik | Wien
12.07.2018

Musik soll Fahrgäste beruhigen

© Bild: Warda/Warda Network

Sowohl die ÖBB als auch die Wiener Linien setzen in ihren Stationen auf Beschallung

Klassische Musik hallt durch den Bahnhof Wien Handelskai im 20. Bezirk. Die Klänge von Mozart und Co. ertönen ganz bewusst. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) starteten Ende der vergangenen Woche einen Testbetrieb am Handelskai. „Die klassische Musik soll unseren Fahrgästen einen gewissen Komfort bieten. Sie sollen sich wohlfühlen und außerdem soll auch das Sicherheitsgefühl gestärkt werden“, erklärt ÖBB-Sprecherin Juliane Pamme.

Bis zum Ende des Sommers wird das Projekt weitergeführt und soll danach evaluiert werden, ob sich die Fahrgäste tatsächlich wohler fühlen. „Da gibt es auch einige Dinge zu beachten. Die Musik darf nicht zu laut sein, damit die Lautsprecherdurchsagen dennoch gehört werden. Aber das wird der Testbetrieb zeigen“, sagt Pamme. Wenn das Projekt erfolgreich ist, dann werde es wohl auch auf anderen Bahnhöfen installiert werden.

Die ÖBB können bereits auf Erfahrungen zurückgreifen. Am Hauptbahnhof in Innsbruck gibt es die Beschallung mit klassischer Musik bereits seit zehn Jahren. „In Innsbruck wird die Musik sehr gut angenommen“, bestätigt ein ÖBB-Sprecher aus Tirol.

U-Bahn-Stars

Ob sich die ÖBB in der Bundeshauptstadt vom Wiener-Linien-Projekt „U-Bahn-Stars“ inspirieren ließ, konnte Sprecherin Pamme nicht bestätigen, jedoch: „Die Kooperation zwischen den Unternehmen funktioniert sehr gut und wenn jemand gute Ideen hat, dann sollte man die auch ausprobieren.“

Die U-Bahn-Stars in Wien sind seit einem Jahr im Einsatz. Die Straßenmusiker spielen in sechs Wiener U-Bahn-Stationen. „Die Künstler sorgen für eine gute Stimmung in den Stationen“, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Das Feedback der Fahrgäste sei sehr positiv.

Um das Projekt weiter zu bewerben, startet im Herbst die Produktion einer eigenen „Best-Of“-Doppel-CD. Zwischen 25 und 30 U-Bahn-Stars sollen darauf zu hören sein. „Vor allem für junge Bands ist das eine gute Möglichkeit, zum ersten Mal Erfahrungen in professionellen Aufnahmestudio zu sammeln“, sagt Iris Luger, Projektleiterin bei den Wiener Linien. Die CDs seien auch als Wertschätzung gegenüber den U-Bahn-Stars gedacht, sagt Reinagl.

Bilanz und CD zum Geburtstag

Das Projekt. 6000 Auftritte haben die U-Bahn-Stars in einem Jahr absolviert.  40 Musiker aus 14 Ländern spielen in den Stationen Westbahnhof, Praterstern, Spittelau, Karls-,  Stephans-, und Schwedenplatz zwischen 15 und 23 Uhr. Man hofft, das Projekt ausweiten zu können, sagt Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

„Best-Of“-U-Bahn-Stars. Für die Produktion der Doppel-CD stellt das Medieninstitut SAE (Ausbildungen im Bereich audio-visuelle Medien) seine Studios für die Aufnahmen zur Verfügung. Vor Weihnachten soll die CD –  eine Limited Edition  –   im Wiener Linien-Shop und direkt bei den Musikern erhältlich sein.