Müllberater protestieren mit Prekär-Kasperl

Wirbel herrscht derzeit in der MA 48: Sie hat die Verträge von 27 selbstständigen Abfallberatern nicht verlängert. Diese protestierten am Montag gegen die prekären Arbeitsbedingungen.

27 selbstständige Abfallberater sind ab 1. August ohne Job und ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die MA 48 hat ihre Verträge nicht verlängert. "Seit Juli haben wir keine Aufträge mehr erhalten", sagen die Betroffenen. Sie trafen sich am Montag zu einer Protestveranstaltung im MuseumsQuartier. Mit einer Portion Aktionismus – unter anderem trat der "Prekär-Kasperl" auf – wollten sie auf ihr Problem aufmerksam machen. Bei der MA 48 gibt man sich wortkarg: "Die Posten werden nun intern besetzt. Es wird keine externen Werkverträge mehr geben." Im Vorjahr haben die Müllprofis rund 75.000 Stunden am Misttelefon beraten, 150 Veranstaltungen organisiert und dabei fast 30.000 Bürger erreicht und rund 27.000 Kindern das Mülltrennen beigebracht.  Zudem wurden zwei Mit­arbeiter 2011 von der Altstoff Recycling Austria zum "Abfallberater des Jahres" gekürt. Dennoch wurden die Verträge nicht verlängert. Die 27 Müllprofis fürchten, dass die Bevölkerung nicht mehr kompetent beraten wird. "Das ist für eine ökologisch orientierte Stadt ein Wahnsinn", sagt die Betroffene Ulli A. ( Name geändert ). "Man hat uns Verträge mit schlechten Konditionen angeboten", sagt Ulli A. "Weder die Vordienstzeiten, noch die Ausbildung würden anerkannt werden." Gewerkschafter Thomas Kerschbaum fordert "unbefristete Anstellung als Vertragsbedienstete der Stadt Wien. Denn bis jetzt gab es nur Kettenverträge, die gesetzlich verboten sind". Sollte es keine Einigung geben, wollen die Müllberater die Stadt klagen.
(kurier / Marliese Mendel, Lisa Grabner) Erstellt am
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