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Chronik Wien
07/30/2012

Mit Softguns aus Auto gefeuert: Drei Opfer

Die drei Passantinnen kamen mit Haut­rötungen davon. Die Schützen hatten die Waffen zuvor an sich selbst getestet.

Von "Spaßvögeln" will bei der Wiener Polizei niemand sprechen. Gefährliche "Heckenschützen" sollen der 20-jährige Ibragim A. und der 24-jährige Yusup S. aber auch nicht sein.

Für das Duo klickte Sonntagabend die Handschellen. Um 19.55 Uhr hatte sich eine 17-jährige Schülerin bei der Polizei gemeldet. Sie sei auf dem Reumannplatz aus einem fahrenden Auto angeschossen worden. Den Beamten zeigte sie einen roten Fleck auf der Haut. Die 17-Jährige lieferte alles, was man für eine Fahndung benötigt: Automarke plus Kennzeichen.

Die Schützen waren schnell ausgeforscht. Um 20.16 Uhr stießen Beamte unweit des Tatortes in der Pernerstorfergasse auf das gesuchte Auto. S., ein Hilfsarbeiter, und A., derzeit arbeitslos, wurden festgenommen. Im BMW lagen die Tatwaffen: Zwei Softguns und die Munition – Projektile aus Plastik.

Die 17-jährige Schülerin war nicht das einzige Opfer. Zwei weitere, eine 13- und eine 22-Jährige, meldeten sich etwas später bei der Polizei. Die beiden waren leicht verletzt, sie wiesen Rötungen auf.

Selbstversuch

Die beiden Schützen verbrachten die Nacht in Verwahrungshaft, ehe sie gestern Vormittag einvernommen wurden. Wie kommen zwei Erwachsene dazu, mit Softguns aus einem fahrenden Auto zu feuern? Ihre Antwort fiel kurz aus. Sie haben die Plastik-Projektile als gänzlich ungefährlich eingestuft. Denn: Zuvor, erzählten sie, hatten sie sich gegenseitig beschossen und keine Wirkung festgestellt. Beide hatten die Finger am Abzug. Nach dem Verhör wurden sie wegen Körperverletzung angezeigt und entlassen.

Im Vorjahr hatten Schüsse auf Passanten in Wien wochenlang für Schlagzeilen gesorgt. Ein 20- und ein 21-Jähriger hatten damals rund 20 Personen mit Luftdruckpistolen ins Visier genommen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die beiden jungen Männer wurden im März zu jeweils 14 Monaten teilbedingter Haft verurteilt.

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