© Birgit Seiser

Chronik Wien
09/26/2018

Mindestsicherung: Zahl der Bezieher in Wien geht zurück

Im August 2018 waren knapp 130.000 Menschen im Leistungsbezug der Wiener Mindestsicherung.

Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher in Wien sinkt. Im August 2018 waren es 129.555 Menschen, um 14.034 Personen weniger als ein Jahr davor. "Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass es eine rückläufige Entwicklung ist", sagte Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, bei der er den ersten Jahresbericht zur Mindestsicherung präsentierte.
Weiter fortgesetzt hat sich auch der Rückgang der durchschnittlichen Einkommenshöhe pro Person, entsprechend sind auch die Leistungshöhen der Mindestsicherung gestiegen.

 "Wir sind damit erstmals unter den Werten von 2015. Vor der Flüchtlingswelle gab es mehr Bezieher als wir derzeit haben", sagte die Leiterin der zuständigen MA 40, Agnes Berlakovich. Das zeige, dass die Wiener Mindestsicherung funktioniere: "In Krisenzeiten bietet sie Schutz, in Zeiten der guten Konjunktur gehen die Zahlen zurück."

Insgesamt haben im Jahr 2017 195.238 Menschen Leistungen aus der Mindestsicherung bezogen. Das ist ein Prozent mehr als im Jahr davor. "2017 hatten wir ein sehr spannendes Jahr", berichtete Berlakovich: "Im ersten Quartal hatten wir die Höchstzahl an Beziehern erreicht, die es je in der Geschichte der Sozialhilfe gegeben hat. Aber 2017 war auch ein Jahr, in dem es eine Trendumkehr gegeben hat." Seit dem vierten Quartal 2017 gebe es einen sichtbaren Rückgang der Bezieherzahlen, der sich im ersten Halbjahr 2018 beschleunigt fortgesetzt habe.

Ein Drittel unter 19 Jahre alt

Auffallend ist dabei auch eine unterschiedliche Entwicklung bei Frauen und Männern. So lag der Rückgang bei männlichen Beziehern bei 12 Prozent, während es bei den Frauen einen Rückgang von 8 Prozent gibt. Den größten Anteil stellen jedenfalls minderjährige Kinder. So war ein Drittel aller Mindestsicherungsbezieher in Wien unter 19 Jahre alt, nicht weniger als 36.909 Personen sind sogar unter 15 Jahre alt. Dieser Anteil blieb über die letzten Jahre gleich, veränderte sich nur geringfügig.

 Hacker ging auf "eines der größten Missverständnisse" in Bezug auf die Mindestsicherung ein: Nur 13 Prozent der Bezieher würden die volle Höhe erhalten, für den Großteil sei sie eine sogenannte Ergänzungsleistung - zum Arbeitslosengeld, zur Pension oder zum Einkommen. In Bezug auf eine österreichweite Vereinheitlichung der Mindestsicherung zeigte er sich grundsätzlich offen, betonte allerdings: "Nichts und niemand wird uns in Wien jemals zwingen können, Kinder in Armut zu schicken."

Durchschnittlich erhielt eine Bedarfsgemeinschaft in Wien 646 Euro pro Monat, wobei Vollbezieherinnen mit 990 Euro pro Monat die höchsten Leistungen erhalten. Etwas mehr als 35 Prozent der Bezieher machen Asylberechtigte (39.339) und subsidiär Schutzberechtigte (6.409) aus. Diese Zahl stieg im Vergleich zum August des Vorjahres um 4 Prozent an. Die Anzahl der übrigen Mindestsicherungsbeziehern ist hingegen rückläufig.

Für das heurige Jahr wurden 659 Mio. Euro für die Mindestsicherung budgetiert. "Wir gehen davon aus, dass wir diesen Voranschlag einhalten werden", sagte Berlakovich. Im Jahr 2017 beliefen sich die Ausgaben auf 680 Mio. Euro. Für 2019 sind 658 Mio. Euro geplant.

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