© wessig michael,

Chronik Wien
12/05/2011

Keine Spur vom Heckenschützen

Mindestens zehn Menschen wurden bereits mit Luftdruck-Projektilen beschossen. Nach dem Täter wird gefahndet.

Nicht auszudenken, wenn es meine vierjährige Tochter getroffen hätte", sagt Stefan Lanzel. Der 25-jährige Personalberater ist eines jener Opfer, die in der vergangenen Woche in Wien von einem weiterhin unbekannten Schützen mit Luftdruck-Projektilen beschossen worden waren. Zumindest zehn solcher Schussattacken (siehe Grafik) auf Fußgänger, Radler und Autofahrer ordnet die Kripo dem Täter zu. Bis zu fünf weitere ähnliche Fälle könnten noch auf dessen Konto gehen.

"Ich bin nach einem Lokalbesuch mit meiner Mutter und der Tochter im Auto in der Kundratstraße gerade aus einer Tiefgarage gefahren", erinnert sich Stefan Lanzel an letzten Donnerstag zurück. Sein Seitenfenster war, wie auch jenes bei seiner Tochter, offen: "Plötzlich hab ich einen Schlag gespürt und es hat mir den Kopf nach hinten gerissen." Die Tochter rief: "Papa, gib' das Fenster rauf."

Ein "Stamperl" (ein Bleigeschoß mit Flachkopf von 4,5 Millimeter Durchmesser) hatte Lanzel an der linken Schläfe getroffen. Das Projektil musste im Spital entfernt werden.

Serie

"Ich hab' eine Jacke angehabt und am Oberarm nur ein paar blaue Flecken", schildert Hotellehrling Iclal U. Die 16-Jährige stand am Donnerstag gegen 18 Uhr in Liesing an einer Busstation, als sie getroffen wurde. Dann ging sie selbst ins Spital. Das Mädchen war an diesem Tag das erste Opfer des Heckenschützen. Acht weitere Attacken folgten noch allein an diesem Abend bis gegen 22.45 Uhr. Unter den dabei verletzten, offenkundig wahllos ausgesuchten Opfern war auch ein Polizist außer Dienst, den ein "Stamperl" am Hals getroffen hatte. Auch dieses musste operativ entfernt werden.

Einen Vorfall, der sich Tage zuvor ereignet hatte, rechnen die Ermittler im Landeskriminalamt ebenfalls ein und demselben Schützen zu: Am Samstag vor einer Woche wurde ein 18-jähriger Fußgänger in der Rechten Wienzeile auf Höhe 231 beschossen, aber nicht verletzt. Der Mann meldete sich erst jetzt. Nach weiteren Hinweisen wird einigen ähnlichen Fällen in den Tagen vor der "Donnerstagsserie" noch nachgegangen.

Die Ermittler vermuten, dass der oder die Täter jeweils mit einem Auto oder einem Motorrad unterwegs gewesen sind. Anhand der sichergestellten Projektile lässt sich nicht sagen, ob mit einem Luftdruck-Gewehr oder einer Luftdruck-Pistole geschossen wurde. Letzteres scheint jedoch wahrscheinlicher. Hinweise sind unter 31310 / 33 800 erbeten.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Analyse

  • Hintergrund

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.