Chronik | Wien
13.08.2018

Keine Pizza und Burger mehr: Wiener Linien greifen Umfrage vor

Heiße Debatte um warme Speisen in U-Bahn: Piktogrammsticker noch vor Umfrage-Auswertung angebracht.

Die Wiener Linien führen mit Anfang September ein Essverbot in der U-Bahn-Linie U6 ein. Welche Speisen konkret verbannt werden, darüber konnten Fahrgäste in einer Online-Umfrage mitbestimmen, die am Sonntag zu Ende ging. Ungeachtet dessen wurden allerdings bereits die ersten Verbotssticker in den Waggons gesichtet. Demnach werden stark riechende warme Snacks jedenfalls auf dem Index stehen.

Neues Piktogramm

Der grafische Verbotshinweis ist in einigen Zügen schon angebracht. Darauf zu sehen sind eine Pizzaschnitte, eine Box, wie es sie etwa für Asia-Fast-Food gibt, und ein Burger, der auch als Leberkässemmel oder Döner interpretiert werden kann. Die Symbole in Schwarz-Weiß sind auf orangem Hintergrund abgebildet und durchgestrichen. Das neue Piktogramm befindet sich in einer Vierer-Kombination mit ähnlich gestalteten Hinweisen zum Rauch- und Alkoholverbot sowie zur Beißkorbpflicht für Hunde.

"Dass es ab 1. September ein Essverbot geben wird, war von Anfang an klar."

Statement der Wiener Linien

Warum man schon jetzt Sticker anbringt, obwohl die Umfrage selbst noch gar nicht ausgewertet ist, erklären die Wiener Linien so: "Dass es ab 1. September ein Essverbot geben wird, war von Anfang an klar." Viele Rückmeldungen beim Kundendienst hätten gezeigt, dass es jedenfalls in Richtung stark riechender warmer Speisen gehen werde, erklärte eine Sprecherin der APA. Mit der Umfrage habe man vor allem wissen wollen, ob es zusätzlich seitens der Fahrgäste noch Wünsche nach weiteren Verboten gebe.

Bei der Befragung selbst konnte man knapp drei Wochen lang votieren, welche Nahrungsmittel künftig ein No-Go in den U6-Zügen sein sollen. Zur Auswahl standen etwa warme geruchsintensive Speisen, Sushi, Eis oder Salate. Auch eine Kategorie für sonstige Vorschläge gab es. Darüber hinaus wurde gefragt, ob man sich für ein generelles Essverbot in der braunen Linie ausspricht und ob ähnliche Ausnahmen auch auf anderen Linien gewünscht sind.

Laut Sprecherin nahmen mehr als 50.000 Menschen am Voting teil. Die Ergebnisse sollen noch im Laufe dieser Woche öffentlich präsentiert werden.